kalaydo.de Anzeigen

Computermesse Cebit: Das Netz wird der Star

Ericsson überträgt Daten via Mobilfunktechnik mit 1000 Megabit pro Sekunde. Experten rechnen damit, dass der Datenverkehr in den nächsten fünf Jahren um den Faktor 20 wachsen wird. Von Frank-Thomas Wenzel

Das Sony-Ericsson-Smartphone Xperia X10 Mini Pro läuft mit dem Betriebssystem Android von Google.
Das Sony-Ericsson-Smartphone Xperia X10 Mini Pro läuft mit dem Betriebssystem Android von Google.

Auch die Kultur des Zeitungslesens im Café unterliegt einem Wandel. Künftig werden Nutzer Geräte in den Händen halten, deren Form an ziemlich groß geratene Frühstücksbretter erinnert. Die Bilder in der digitalen Zeitung lassen sich zum Leben erwecken. Wer sie antippt, macht die Zeitung zum Fernseher.

Wie das technisch geht, wird auf der Cebit in der nächsten Woche präsentiert. In Halle 13 ist die "Broadband World". Broadband, das steht für superschnelle Internetverbindungen. Der schwedische Netzwerkexperte Ericsson hat kürzlich einen neuen Weltrekord aufgestellt und die Übertragung von Daten via Mobilfunktechnik mit 1000 Megabit pro Sekunde vorgeführt. Die derzeit üblichen DSL-Leitungen bringen es auf sechs bis 16 Megabit.

Fingerspaß verspricht Hewlett-Packard mit dem Touchsmart-PC in All-in-One-Bauweise.
Fingerspaß verspricht Hewlett-Packard mit dem Touchsmart-PC in All-in-One-Bauweise.

Die neue Technik - LTE (Long Term Evolution) genannt - soll in ein paar Jahren ermöglichen, Filme völlig problemlos in hochauflösender Qualität zu den Frühstücksbrettern zu transportieren, die Tablet-PC genannt und mit Mobilfunkmodulen ausgerüstet werden. Experten rechnen damit, dass der Datenverkehr in den nächsten fünf Jahren um den Faktor 20 wachsen wird. Audiovisuelle Angebote werden sich vervielfachen. YouTube auf einem Smartphone zu gucken, wird selbstverständlich sein. Das Internetuniversum expandiert. Das Netz wird der Star, kein Wunder, dass die Cebit unter dem Leitthema "Connected Worlds " steht.

"Die Technik ist da", sagt Katja Ruud vom Marktforschungsunternehmen Gartner. Firmen wie Ericsson oder Nokia-Siemens-Networks wittern neue riesige Geschäfte. Mobilfunknetze müssen aufgerüstet werden. "Und im Gleichschritt wird das Festnetz ausgebaut", sagt Lars Bayer von Ericsson.

Das Gehäuse des Smartphones HTC Legend wird aus einem Aluminiumblock gefräst.
Das Gehäuse des Smartphones HTC Legend wird aus einem Aluminiumblock gefräst.

Und wer soll´s bezahlen? Die Netzbetreiber, also Konzerne wie die Deutsche Telekom oder Vodafone. Die haben im Moment allerdings das Problem, dass ihnen Gewinne wegen sinkender Preise wegbrechen. Da fallen Investitionen doppelt schwer, zumal die Telekom-Firmen stinksauer auf Anbieter wie YouTube oder dessen Mutter Google sind. "Die nutzen mit ihren Angeboten die Netzkapazitäten parasitär", sagt ein Branchenkenner. Immer wieder wird diskutiert, Internetfirmen, die viel Datenverkehr verursachen, an den Kosten zu beteiligen. Die Versuche sind kläglich gescheitert.

Ruud sieht einen ganz anderen Ausweg: Quality of Service, heißt das Schlagwort. Bislang gibt es bei der Datennutzung nur Einheitsflatrates. Künftig könnte es so laufen: Wer die Papierzeitung im Café liest und nur gelegentlich mit dem Smartphone surft, zahlt die Standardflat. Wer aber auf dem Tablet-PC überall und zu jeder Zeit zwischen Flensburg und Füssen die Digi-Times lesen will, muss zehn Euro extra im Monat zahlen. Ruud: "Die Branche braucht dringend differenzierte Tarifstrukturen."

Autor:  Frank-Thomas Wenzel
Datum:  27 | 2 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Ressort

Nachrichten aus dem WWW und Tipps zum Computer-Kauf; Wissenswertes über
iPhone, iPad & Co


FR @ Social Media

 

Wir informieren Sie auch in den Sozialen Netzwerken - in Facebook, Twitter und Google+. Schauen Sie, was Ihre Facebook-Freunde auf FR-Online empfehlen - und verfolgen Sie unseren Twitter-Ticker:

Anzeige

 
Interaktive Karte
Die Karte Freiheit im Internet 2011 wurde von der NGO Freedom House erstellt - und von der FR als Google Map umgesetzt.

FR-online.de zeigt die Ergebnisse der Studie "Freedom on the Net 2011" in einer interaktiven Karte.

Anzeige

Spezial

Bespitzelung von Beschäftigten, Datenklau, Elena, Swift - Was passiert mit unseren Daten?

Anzeige

Werben auf dem iPad
Das iPad als Werbeform bietet besonders viele Möglichkeiten. Gerne beraten wir Sie persönlich.

Die 5 beliebtesten Pausenspiele

FR @ Handy

Ob Büro, Biergarten oder Badesee: Die "Frankfurter Rundschau" ist auf dem Handy immer dabei - mit vielen Sport-Livetickern.

Textimport

Verfolgen Sie unsere Nachrichten in Ihrer Lieblingsdarstellung - via RSS-Feed. Für Ihren Windows-PC bieten wir sogar einen kostenlosen Newsreader an. Informationen im Digital-Bereich.

Meistgeklickt
Sonny Kittel im Testspiel gegen Lausanne.
Eintracht-Hoffnungsträger 
Das Pressecho auf die neuen Vorwürfe gegen Christian Wulff ist erneut verheerend.
Kommentar zu Wulff 
Polizei und Rettungskräfte im Einsatz in Hamm.
Kohlenmonoxid-Unglück in Hamm 
Diese Stille: Wulff an der Nordsee.
Sylt-Reise von Wulff 
Facebook
Weblog

Hier wird das alte Frankfurt lebendig: Welche Ereignisse waren einst Stadtgespräch am Main? Zeitzeugenberichte und Hintergrundinformationen rund um die Frankfurter Stadtgeschichte.

Weblog

Ob mit Bahn oder Auto, Fahrrad oder zu Fuß - Pendler leiden jeden Morgen und Abend geduldig. Bisher. Nun reden sie. Im FR-Pendlerblog.

Weblog

Er ist Ihr Mann in der FR-Redaktion: Bei Bronski zählt Ihre Meinung. Diskutieren Sie online mit.