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13. September 2012

Datenschutz: CouchSurfing will Nutzerdaten weitergeben

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Zu Gast auf fremden Sofas: CouchSurfing erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit. Foto: dpa

Das weltweit beliebte soziale Netzwerk für kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten, Couchsurfing, ändert seine Nutzungsbedingungen und schafft den Datenschutz quasi ab.

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Das soziale Netzwerk „CouchSurfing“ ändert am 14. September seine Nutzungsbedingungen und stößt damit bei vielen Mitgliedern auf heftige Kritik. Beim Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationssicherheit, Peter Schaar, gingen zahlreiche Beschwerden ein. Binnen einer Woche meldeten sich rund 100 besorgte Mitglieder des Netzwerks.

Der Grund: Mit den neuen Nutzungsbedingungen erteilen Mitglieder durch das Hochladen von persönlichen Daten, Fotos oder Nachrichten CouchSurfing eine weitreichende und unwiderrufliche Erlaubnis zur Verwendung der Daten.

Das Unternehmen räumt sich zudem das Recht ein, die persönlichen Daten an Dritte weiterzugeben und die Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen jederzeit zu ändern – ohne die Mitglieder vorher darüber zu informieren.

Für den Datenschutzbeauftragten Schaar sind die Änderungen „inakzeptabel“ und „wären nach deutschem und europäischem Datenschutzrecht unzulässig“. Die Nutzer von CouchSurfing würden aufgrund der neuen Bedingungen "dazu genötigt, auf jegliche Kontrolle ihrer Daten zu verzichten", so Schaar. In einem Schreiben an die Federal Trade Commission, die für die Datenschutzaufsicht zuständige US-Behörde, wies er auf die Missstände hin.

Europäisches Recht nicht anwendbar

Da das soziale Netzwerk von den USA aus betrieben wird und in Europa keine Niederlassungen hat, kann deutsches oder europäisches Datenschutzrecht nicht angewendet werden. Zwar hat die Europäische Union Anfang 2012 bereits einen Entwurf vorgelegt, nachdem europäische Datenschutzbestimmungen auch für Unternehmen gelten sollen, die Leistungen in der EU anbieten und ihren Sitz aber Außerhalb der Gemeinschaft haben, doch noch sind die Regelungen nicht in Kraft getreten.

Für Peter Schaar zeigt das Beispiel CouchSurfing „einmal mehr die Notwendigkeit, das europäische Datenschutzrecht zügig zu reformieren und dabei sicherzustellen, dass der Datenschutz europäischer Nutzerinnen und Nutzer auch dann gewährleistet ist, wenn Internetdienste aus einem Drittstaat angeboten werden.“

Nach eigenen Angaben hat CouchSurfing weltweit etwa 4,8 Millionen Mitglieder in über 90.000 Städten. Sie nutzen das Netzwerk, um kostenlose Unterkünfte, Stadtführungen oder ähnliche Leistungen auf Reisen zu finden. Um Vertrauen zu schaffen, gibt es ausführliche Profile, in denen die Mitglieder Persönliches von sich preisgeben. Zudem können Nutzer andere Nutzer bewerten, nachdem sie eine kostenlose Leistung in Anspruch genommen haben.

Aus deutscher Sicht kommt der anstehenden Änderung der Nutzungsbedingungen besondere Relevanz zu, da das Netzwerk nach den USA hier die meisten Mitglieder verzeichnet.

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