Frankfurt/Main. Die Registrierungsstelle Denic hat erstmals auch Internet-Adressen vergeben, deren Namen im "Dritten Reich" als Abkürzungen verwendet wurden. Dazu zählen kz.de, ss.de oder hj.de.
Die Inhaber der Domains sind nach Angaben der Frankfurter Organisation Unternehmen im schleswig-holsteinischen Holm, im thüringischen Sondershausen und im hessischen Hofheim am Taunus. Nach Recherchen des Nachrichtenmagazins "Focus" (Montagausgabe) weisen die neuen Adress-Inhaber rechtsextreme Absichten von sich.
Die Denic hatte kürzlich ihre Richtlinien geändert und bisherige Einschränkungen weitgehend abgeschafft. So sind Adressen mit nur ein oder zwei Stellen wie "a.de" oder "tv.de" ebenso möglich wie reine Zifferndomains, etwa "123.de".
Begriffe als solche nicht rechtswidrig
"Wir haben uns für eine Freigabe entschieden, da die Begriffe als solches nicht rechtswidrig sind, sondern in Kombination mit entsprechenden Inhalten durchaus der Aufklärung dienen können", sagte Denic-Vorstand Sabine Dolderer dem "Focus". Die Entscheidung sei bewusst getroffen worden.
Wozu die neuen Seiten verwendet werden sollen, war zunächst unklar. Am Samstag waren noch keine Inhalte hinterlegt. Nach Angaben des "Focus" soll kz.de für eine Ferienvermittlung, ss.de für ein Shopping-Angebot verwendet werden.
Die Denic Domain Verwaltungs- und Betriebsgesellschaft wurde 1996 als Genossenschaft mit Sitz in Frankfurt gegründet. Ihre Mitglieder sind Unternehmen, die für ihre Kunden Domains verwalten. Die Organisation bietet seit Freitag vergangener Woche auch ein- und zweistellige Domains an. Innerhalb der vergangenen zwölf Jahre wurden von ihr mehr als 13 Millionen Domains registriert. (dpa)

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