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02. Juli 2013

DuckDuckGo und Ixquick: Google-Konkurrenz bewirbt Datenschutz

 Von Jonas Rest
Google bekommt Konkurrenz, die auf Datenschutz achtet.  Foto: DPA/Boris Roessler

Weil Google in die NSA-Überwachung verstrickt ist, legen andere Anbieter von Suchmaschinen den Finger in die Wunde des Konkurrenten.

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Weil Google in die NSA-Überwachung verstrickt ist, legen andere Anbieter von Suchmaschinen den Finger in die Wunde des Konkurrenten.

Für die meisten Internetkonzerne wie Facebook und Google sind die Enthüllungen um die Schnüffelprogramme Prism und Tempora ein Image-Desaster. Doch für einige wenige könnte es wohl der Durchbruch sein.

Einer der größten Profiteure angesichts der gigantischen Vertrauenskrise ist Gabriel Weinberg. Er ist drei Jahre älter als Prism-Informant Snowden – und gründete 2008 eine Suchmaschine, die verspricht, anders als Google keine Nutzerinformationen zu speichern: DuckDuckGo heißt sie, eine Gans mit grüner Schleife ist ihr Logo.

Es dauerte, bis Nutzer auf DuckDuckGo zugriffen. Doch nun geht es plötzlich ganz schnell. Weinberg sagte, nach den Enthüllungen habe sich der Unterschied sofort bemerkbar gemacht. Auf Twitter zog er Bilanz: „Es dauerte 1445 Tage, bis wir bei einer Millionen Suchanfragen täglich waren, 483 Tage bis es 2 Millionen waren und nun nur acht Tage um 3 Millionen Suchanfragen zu erreichen.“

Zeitrechnung vor und nach Snowden

Auch für den niederländischen DuckDuckGo-Konkurrenten Ixquick gilt: „Es gibt eine Zeitrechnung vor und nach Snowden,“ sagt Alex van Eesteren von der Suchmaschine, die sich als diskreteste der Welt bezeichnet. Vor Snowdens Enthüllungen wurden bei Ixquick 2,8 Millionen Suchbegriffe eingegeben – nun sind es bereits knapp 4 Millionen.

Darunter fallen auch die Suchen mit Startpage.com, einer Suchmaschine, die Google-Suchergebnisse ausliefert – aber dabei wie eine Firewall Googles Datenspäherei abblockt. Die Firma gibt es seit 2006, mit jedem Datenschutzskandal habe sie einen Wachstumssprung gemacht, sagt van Eesteren. „Doch diesmal ist es anders – es gibt einen regelrechten Ansturm, der sich noch verstärkt.“

Europäische Datenschutzregeln gelten

Alex van Eesteren legt Wert darauf, dass Ixquick im Gegensatz zu dem US-Konkurrenten DuckDuckGo eine europäische Firma ist. „Damit gelten für uns wesentlich stringentere Datenschutzregeln.“ Nutzerdaten werden nicht gespeichert. Dies wird bei Ixquick extern überprüft. Als erste Firma wurde sie mit dem Europäischen Datenschutz-Gütesiegel ausgezeichnet. Dies wird nun alle sechs Monate neu zertifiziert.

Das Gütesiegel wird unter anderem von dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein verliehen. Es empfiehlt, US-amerikanische Dienste wegen der geringen Datenschutzrechte im Land grundsätzlich zu meiden. Auch Datenschutz-Dienste wie DuckDuckGo können nach US-amerikanischem Recht nämlich sehr leicht gezwungen werden, Nutzerdaten aufzuzeichnen – und darüber die Nutzer nicht zu informieren.

Im Vergleich zu der mehr als eine Milliarde Suchanfragen, die Google täglich verarbeitet, ist das Wachstum der alternativen Suchmaschinen immer noch gering. Doch Ixquick zeigt sich angriffslustig. Denn wie Google will es Ixquick nicht bei einer Suchmaschine belassen.

Derzeit befindet sich bei der 50-Mann-Firma ein Googlemail-Konkurrent in der Endphase der Entwicklung: Startmail nennt sich der E-Mail-Dienst, der die sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nutzen wird.

Dass diese vor dem Zugriff der NSA sicher ist, dabei beruft sich van Eesteren auf den Prism-Enthüller Edward Snowden: Der hatte dem „Guardian“-Journalisten Glenn Greenwald beigebracht sie zu benutzen, bevor er ihm die geheimen Dokumente schickte. „Mit unserem E-Mail-Dienst wird es nun einfacher werden, eine solche Verschlüsselung zu benutzen.“

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