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Facebook erlaubt Gesichtserkennung bei Fotos

Das Online-Netzwerk Facebook führt eine automatische Gesichtserkennung bei Fotos ein - und erntet prompt harsche Datenschützer-Kritik ...

Facebook will Nutzern mit der automatischen Gesichtserkennung helfen, Bekannte in Bildern wiederzufinden. (Bild: Facebook)
Facebook will Nutzern mit der automatischen Gesichtserkennung helfen, Bekannte in Bildern wiederzufinden. (Bild: Facebook)

New York/Berlin. Das Online-Netzwerk Facebook führt eine automatische Gesichtserkennung bei Fotos ein - und erntet prompt harsche Datenschützer-Kritik aus Deutschland.

«Ich halte dies für eine beunruhigende Entwicklung», sagte der für Facebook zuständige Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar am Donnerstag (16.12.). Facebook erläuterte in einem Blog-Eintrag, die automatische Gesichtserkennung solle helfen, Bekannte in Bildern zu finden. Die Funktion soll schrittweise zunächst nur in den USA freigeschaltet werden, hieß es. Sie könne über die Datenschutz-Einstellungen abgeschaltet werden, betonte Facebook.

Bei dem Netzwerk kann man Bilder, auf denen Bekannte zu sehen sind, mit sogenannten Tags versehen. Damit kann man sich in größeren Bildersammlungen besser zurechtfinden - oder auch sich selbst auf Bildern von Freunden entdecken.

Früher hätten sich Nutzer immer wieder beschwert, dass sie diese Namens-Markierungen bei jedem Bild neu eintragen müssten, hieß es in dem Blog-Eintrag. Vor einigen Monaten erlaubte es Facebook zunächst, mehrere Fotos auf einmal mit Tags zu versehen, jetzt folgt der nächste Schritt.

Die Idee ist, dass beim Hochladen eines Fotos die Software automatisch bereits bekannte Personen in dem Bild erkennt und dem Nutzer entsprechende Namens-Tags vorschlägt. Dabei gibt es auch Einschränkungen, wie Facebook betont. So könne man einen Nutzer nur in einem Bild «taggen», wenn er zu den eigenen Facebook-Freunden gehört. Wenn ein Nutzer nicht in den Bildern seiner Facebook- Bekannten automatisch erkannt werden will, könne er dies über die Datenschutz-Einstellungen deaktivieren.

Datenschützer Caspar hält die aktuelle Umsetzung der Funktion für problematisch. «Es darf nicht sein, dass Nutzer des Dienstes befürchten müssen, künftig auf allen, gerade von dritten Personen eingestellten Bildern aufgerufen zu werden. Ohne eine Einwilligung der Betroffenen darf dies nicht geschehen», forderte er. Seine Behörde werde die Einführung der Gesichtserkennung genau beobachten. «Es zeigt sich, dass das, was technisch möglich ist, letztlich auch umgesetzt wird.»

Automatische Gesichtserkennung ist inzwischen technisch einfach, wegen möglicher Folgen für Datenschutz und Persönlichkeitsrechte aber umstritten. Aktuelle Bildbearbeitungssoftware hat oft diese Funktion, um den Nutzern beim Sortieren von Fotos zu helfen. Datenschützer warnen hingegen immer wieder vor Programmen, die auch Unbekannte identifizieren können. Google-Chef Eric Schmidt widersprach im September auf der IFA in Berlin Spekulationen, dass der Internet- Konzern solche Pläne habe. Die mobile Gesichtserkennung auf der Straße durch Smartphones sei «illegal und gruselig», sagte Schmidt. Sicherheitsbehörden nutzen Gesichtserkennungsprogramme auch zur Auswertung der Aufnahmen von Überwachungskameras. (dpa)

Datum:  16 | 12 | 2010
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