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Facebook: Italien schließt Anti-Berlusconi-Gruppe

"Tötet Berlusconi" heißt eine Facebook-Aktion, deren Schließung Italiens Regierung nun veranlasst hat. Gegen die Gegner des Regierungschefs soll Anzeige erstattet werden.

In einer Facebook-Gruppe haben sich Gegner des italienischen Premierministers zusammengeschlossen.
In einer Facebook-Gruppe haben sich Gegner des italienischen Premierministers zusammengeschlossen.
Foto: rtr

Rom. Die italienische Regierung geht gegen eine von Facebook-Mitgliedern gegründete Aktion mit dem Titel "Tötet Berlusconi" vor.

"Wir haben veranlasst, dass die Webseite mit den Drohungen gegen den Ministerpräsidenten unverzüglich geschlossen und gegen alle, die dort Stellung genommen haben, Anzeige erstattet wird", erklärte der italienische Innenminister Roberto Maroni am Donnerstag.

Am Donnerstagmittag hatte die Gruppe "Uccidiamo Berlusconi" über 17.000 Mitglieder, die mit bissigen Kommentaren ihrem Ärger über den umstrittenen Regierungschef Luft machen.

Justizminister Angelino Alfano hatte bereits am Vortag die Facebook-Aktion scharf kritisiert und die Ordnungshüter zum Einschreiten aufgefordert. "Wer öffentlich zum Hass und zur Ermordung Berlusconis aufstachelt, begeht eine Straftat", so Alfanos Begründung. Außenminister Franco Frattini warnte vor einer Rückkehr in die 1970-er Jahre des Terrorismus, ein "Jahrzehnt voller Gewalt und Verbrechen, das mit gewalttätigen Worten begann, die sich dann tragisch in Waffengewalt verwandelten".

Gegner und Anhänger des Regierungschefs

Bei dem sozialen Netzwerk Facebook haben sich Gegner und Anhänger des Regierungschefs seit langem zu verschiedenen Gruppen zusammengeschlossen: Von "Lasst uns Berlusconi steinigen" über eine Gegenseite "Tötet alle, die Berlusconi töten wollen" ist auf Facebook alles zu haben. Auch der Chef der größten Oppositionspartei PD, Dario Franceschini, muss auf Facebook einiges ertragen: Von "Franceschini, erschieß Dich" über "Eliminiert Franceschini" bis hin zu "Werft Franceschini in den Krater des Ätna" reicht die Bandbreite.

Innenminister Maroni beharrte dennoch auf rechtlichen Schritten. Er glaube nicht, "dass in einem anderen Land der Welt möglich sei, eine Webseite "Tötet den Premier" zu nennen. (dpa)

Datum:  22 | 10 | 2009
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