Losgegangen ist es vor zehn Jahren. Am 7. September 1998 stellten Larry Page und Sergey Brin die Testversion einer neuen Suchmaschine online: Google. Seither hat sich die eher puristische Oberfläche kaum verändert. Im Laufe der Jahre sind nur immer mehr Links von Zusatzfunktionen dazugekommen: E-Mail, Satellitenansichten von Google Maps und das Nachrichtenportal Google News. Marktforscher haben ermittelt, dass Google inzwischen die wertvollste Marke der Welt ist, sie wird auf rund 85 Milliarden Dollar taxiert - und liegt damit weit vor der lange Jahre führenden Coca-Cola-Brause.
Google konnte andere Suchmaschinen abhängen - mit dem sogenannten Page-Rang: Die Suchergebnisse werden nach ihrer Bedeutung sortiert. Diese wird - vereinfacht gesagt - dadurch ermittelt, dass gezählt wird, wie viele Verweise im Netz für eine Website existieren. Je mehr Verweise umso höher der Rang. Wie dieser Mechanismus genau funktioniert, ist das wichtigste Betriebsgeheimnis. Denn wer dieses Rätsel löst, kann die Suchergebnisse manipulieren.
Und das ist viel Geld wert: Denn nur wer oben steht, hat eine Chance, wahrgenommen zu werden. So ruft kaum ein Nutzer bei einer Suche die zweite Seite auf. Sein Geld verdient das Unternehmen vor allem mit der Werbung, die passend zu den Suchanfragen auf den Seiten platziert wird. Das zahlt sich aus. Google steigerte im zweiten Quartal den Gewinn um 35 Prozent auf 1,25 Milliarden Dollar.
Das Unternehmen konnte mit dem Erfolg der Suchmaschine neue Projekte finanzieren. Branchenkenner beschreiben die Strategie der Firma, die in Mountain View im Silicon Valley zu Hause ist, nach dem Prinzip: "Teller Spaghetti an die Wand." Man wirft einen Teller voll Spaghetti an die Wand, und wartet ab, was hängen bleibt. Gemeint ist damit: Google probiert alles Mögliche aus und führt weiter, was von Nutzern angenommen wird. Ein kostspieliges, aber sinnvolles Verfahren.
Denn aufgrund des rasanten technologischen Wandels ist schwer abzuschätzen, wie sich das Nutzerverhalten entwickeln wird. Das bedeutet aber nicht, dass Google keine Vorstellung von der künftigen Entwicklung hat. Google will Begleiter in allen Lebenslagen sein und seinen Nutzern überall und zu jeder Zeit die Informationen zur Verfügung stellen, die sie brauchen - da die Daten nicht mehr auf einer Festplatte, sondern in den streng bewachten Rechenzentren von Google gespeichert werden. Und sie können von allen möglichen Geräten aus abgerufen werden - der Webbrowser Chrome soll den Zugang erleichtern.
Der nächste Schritt geht in Richtung Mobilfunk: Im Herbst startet die Handy-Software Android. Kritiker der Daten-Krake, wie Google auch genannt wird, halten die Gründer die erste von zehn Firmenregeln vor: Dont be evil - Sei nicht böse.
Auf den folgenden Seiten: die einzelnen Google-Tools im Überblick.

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