Wenn man im Urlaub ist, passieren manchmal unerwartete Sachen. Habe ich ein Smartphone in der Tasche und sehe zum Beispiel auf einer Wanderung in den Alpen eine Familie Gamsen, muss ich erst das Smartphone aus dem Rucksack holen und eine Foto-App öffnen. Nach 30 Sekunden kann ich endlich ein Foto machen. Dann sind die Gamsen schon längst weg. Hätte ich eine Google Glass getragen, wäre mir das nicht passiert.
Mit so einer Google-Brille würde ich meine ganze Wanderung filmen. Sehe ich dann etwas Besonderes, muss ich nur ein bis zwei Worte sagen und habe ein Foto auf meiner Brille.
Wenn ich auf einem Städtetrip in London nicht weiß, wie ich vom Hotel zum Westminster Abbey komme, muss ich in U-Bahnen und Busse ein-, aus- und umsteigen. Da bleibt eigentlich keine Zeit mehr, um auf das Handy zu starren. Außer ich bleibe stehen und verpasse so meinen Bus.
Habe ich aber die Brille von Google auf, habe ich immer vor meinem Auge, wohin ich gehen muss, ohne den Blick zu senken. Denn ein kleiner Beamer projiziert ein Bild auf das rechte Glas, so dass wir die Bilder direkt vor unserem Auge sehen können. Telefonieren und vor allem SMS senden soll so einfach wie noch nie sein. Denn durch die integrierte Sprachsteuerung sind diese Vorgänge unkompliziert.
Wie der Blogger Ibrahim Evsan berichtet hat Google auch noch ein Problem mit dem Datenschutz, das es gilt in den Griff zu bekommen. Einerseits muss das Fotografieren und Filmen für jeden sichtbar sein – damit ein Fremder notfalls sagen kann, dass er nicht gefilmt werden will. Außerdem muss Google noch erklären, wie der Konzern die Standortbestimmung sicher speichern kann - und vor allem, was er mit den Daten vorhat. Denn der Schutz der Privatsphäre ist auch für Google sehr wichtig.
Wenn rauskommen würde, dass diese Informationen unsicher gespeichert wären, würde keiner die Brille kaufen. Bis jetzt heißt es, dass man unauffällig Leute auf der Straße fotografieren und filmen könnte, das muss sich ebenfalls ändern.
Die Datenbrille könnte auch ein Angriffsziel für Hacker werden, dem ist auch ein Riegel vorzuschieben
Die Google Glass könnte ein Fortschritt sein, der die Kommunikation untereinander in unserer Gesellschaft verändert. Denn zum ersten Mal, so pflegt Google zu sagen, erweitert es unsere Realität - denn zum ersten Mal wird ein technisches Gerät eins mit dem Körper des Menschen. Womöglich wird es dann schwierig, Fiktion von Realität zu unterscheiden. Dies ist auch für Hirnforscher interessant. Könnte sie die Arbeit unseres Gehirns verändern? Könnte es langfristig zu Problemen führen? Aktuelle Forschungen zeigen, dass die Konzentrationsleistung der Menschen in den letzten Jahren abgenommen hat. Mit der Google Glass wird es sicher nicht einfacher, dem entgegen zu wirken.
Die Google Glass wird vieles verändern und für einen enormen technischen Fortschritt stehen. Ist das Projekt vollkommen ausgereift und die Technik problemlos und einfach bedienbar, dann kann die Datenbrille zum Erfolg von Google werden. Die Frage ist eher, ob die Menschen für so etwas in 2013 schon bereit sind.
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