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Hacker knacken Steam: Zugriff auf Millionen Kundendaten

Nach dem Hackerangriff auf Sonys Playstation Network hat es den nächsten großen Spieleanbieter erwischt: US-Softwarekonzern Valve, Schöpfer von Blockbustern wie Half Life oder Counterstrike. Kundendaten von mehr als 30 Millionen Gamern könnten betroffen sein.

Wie Firmenchef Gabe Newell am Freitag mitteilte, haben sich Hacker Zugang zu den Online-Foren und zur Nutzerdatenbank des firmeneigenen Spieleportals Steam verschafft.
Noch ist unklar, wie viele und welche Daten gestohlen wurden, doch es sieht schlecht aus für den Konzern und seine Kunden. Steam hat mehr als 30 Millionen registrierte Nutzer. Nach Angaben von Valve lagen auf der Datenbank Namen, Passwörter, Informationen über Spielekäufe, E-Mail-Adressen, Rechnungsadressen sowie Kreditkartendaten. Damit besteht die Gefahr, dass der Fall ähnliche Dimensionen annimmt, wie der Angriff auf Sonys Playstation Network im Frühjahr, bei dem Kreditkartendaten und Mailadressen von 75 Millionen Kunden gestohlen wurden.

Frisch auf dem Markt - und sofort bei Steam: Valve wirbt mit Skyrim. Ein vorübergehendes Schließen des Portals kommt nicht in Frage.
Frisch auf dem Markt - und sofort bei Steam: Valve wirbt mit Skyrim. Ein vorübergehendes Schließen des Portals kommt nicht in Frage.
Foto: Screenshot

Das Portal Steam nutzen nicht nur Käufer von Valve-Spielen, um erworbene Spiele online freizuschalten, sondern auch Millionen weitere Kunden, die Titel anderer Hersteller spielen. Denn Steam, 2003 von Valve vor allem als Instrument gegen Raubkopierer eingeführt, ist mittlerweile weltweiter Marktführer für legale Spieledownloads.

Fast alle großen Hersteller nutzen Steam, um ihre Titel digital anzubieten. Egal ob Modern Warfare, Formel 1 oder Battlefield: die Großen Namen der Gamesbranche kauft ein Teil der Kunden nicht im Laden, sondern im Internet bei Steam – ganz bequem per Kreditkarte.

Wie schütze ich meine Daten im Internet?

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Laut Konzernchef Newell liegen bislang keine Hinweise vor, dass Kreditkarteninformationen oder andere persönliche Daten tatsächlich kopiert worden sind. Es steht allerdings zu befürchten. Der Vorgang werde noch untersucht, erklärte Newell. Das Unternehmen bittet seine Kunden, Passwörter zu ändern und ihre Kreditkartenkonten im Auge zu behalten. Weil am Freitag noch keine Meldungen über Missbrauch von gestohlenen Daten vorlagen, zögerte Valve vorerst mit dem Schritt, alle Nutzer durch einen Reset, also das Zurücksetzen ihrer Zugangsdaten, zum Ändern der Passwörter zu zwingen.

Ein Abschalten der Steam-Server dürfte für Valve kaum eine Option sein. Das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft ist im Anrollen, die Blockbuster des Jahres erscheinen seit Anfang November beinahe im Tagesrhythmus. Am Freitag kam etwa das lange erwartete Rollenspiel „Skyrim“ auf den Markt, binnen Stunden wurde es bei Steam mehr als hunderttausend Mal heruntergeladen.

In der Szene wird spekuliert, wer für den Angriff verantwortlich ist. Wie der große US-Branchendienst kotaku.com berichtet, platzierten die Eindringlinge auf den Forenseiten Links zur Hacker-Community fkn0wned.com. Anders als etwa die Gruppe Anonymous haben die Mitglieder von fkn0wned keine politischen Motive. Sie beschäftigen sich in erster Linie mit sogenannten Cheats, Schummelprogrammen zum Betrügen beim Spielen im Internet.

Der Gründer der Seite mit Nickname „Babe“ weist zwar jede Verantwortung zurück, die Distanzierung klingt allerdings halbherzig. „Ich kann sagen, dass ich niemanden autorisiert habe, das zu tun, was passiert ist“, heißt es in einem Statement. Wenn ein Mitglied illegale Handlungen im Namen der Community begehe, könne er nichts dafür. Angst vor rechtlicher Verfolgung haben die Hacker nicht. „Ich kann meine Server jederzeit nach Übersee verlegen, wo sie keine Rechtsmittel haben“, schreibt „Babe“.

Datenklau bei Sony - was muss ich beachten?

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Autor:  Maurice Farrouh
Datum:  11 | 11 | 2011
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