Vor drei Jahren gründeten zwei Informatiker aus Hamm das Online-Portal muslimlife.eu. Die Zielgruppe: heiratswillige Muslime. Inzwischen sind 84.000 Mitglieder beim muslimischen Dating-Portal angemeldet.
Die Startseite von muslimlife.eu. Hier können sich Muslime kennenlernen, die einen Ehepartner suchen. 84.000 Mitglieder sind derzeit angemeldet. Foto: Screenshot
Die türkischstämmigen Wirtschaftsinformatiker Kadir Yücel und Cüneyt Tirgil sind in der Internetbranche tätig und gründeten nach ihrem Studium 2007 das Portal muslimlife.eu. Hier können sich Muslime kennenlernen, die einen Ehepartner suchen. 84.000 Mitglieder sind derzeit angemeldet.
Kopftuch oder keins, mit Bart oder ohne?
Wer sich bei Muslimlife anmeldet, kann – ähnlich wie bei anderen sozialen Netzwerken – Angaben zu seiner religiösen Lebensweise machen und auch ein Foto hochladen. Ob man praktizierender Muslim ist, ob man konvertiert ist, wie oft man betet, ob man als Muslima Kopftuch trägt oder als Muslim Bart. Aber auch Informationen zu Äußerlichkeiten wie Größe und Haarfarbe werden abgefragt. „Wir sind aber keine Partnervermittlung“, erklärt Geschäftsführer Tirgil. Die Mitglieder müssten sich schon selbst auf die Suche machen.
Soziale Netzwerke weit in der Nische
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Soziale Netzwerke weit in der Nische
Viel harmloser geht es beim Netzwerk Ravelry.com zu. Hier treffen sich Strick- und Stickbegeisterte und tauschen Handarbeitstipps aus.
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Die Startseite von muslimlife.eu. Hier können sich Muslime kennenlernen, die einen Ehepartner suchen. 84.000 Mitglieder sind derzeit angemeldet.
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Die Gründer der muslimischen Dating-Homepage muslimlife.eu, Cueneyt Tirgil (l.) und Kadir Yuecel aus Hamm.
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Ähnlich wie bei anderen sozialen Netzwerken werden Profile eingepflegt. Wer möchte, kann auch ein Foto hoch laden.
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Beim sozialen Netzwerk REMcloud.com lautet die Einstiegsfrage: „Was hast du geträumt?“ und genau darum geht es auch in sämtlichen Postings.
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Jede Menge Untote treffen sich auf der Seite LostZombies.com. Die Betreiber des Netzwerks versuchen mit Hilfe der Zombie-Fan-Gemeinde einen gemeinsamen Film auf die Beine zu stellen.
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Das Netzwerk WeeWorld.com richtet sich ausschließlich an Teenager. Hier unterhalten sich deren digitale Avatare miteinander.
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Ursprünglich wurden auf der Internetseite VampireFreaks.com Bands aus der Gothic-Szene beworben. Mit der Zeit hat sich daraus aber eine ganze Community zum Thema entwickelt.
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Wer gerne Karaoke singt, sich aber in der Öffentlichkeit nicht traut, kann auf der Seite RedKaraoke.com ein Video seiner Sangeskunst hochladen und von anderen bewerten lassen.
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MyChurch.org ist ein Netzwerk christlicher Kirchen. Gegen Gebühr können Kirchen hier ihre Gemeindemitglieder versammeln und sich mit diesen online austauschen.
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FuBar.com soll so etwas wie eine virtuelle Kneipe sein. Der Eintritt ist erst ab 18 Jahren und seine Mitglieder können sich virtuelle Drinks spendieren – in der Community-Währung „FuBucks“.
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FitFinder.com ist eine sogenannte Micro-Blogging-Plattform, ähnlich wie Twitter. Sie wurde von einem Studenten eines Londoner Colleges ins Leben gerufen. Statt Fitness-Tipps soll hier immer nur dann gepostet werden, wenn eines der Mitglieder eine attraktive Person auf dem Campus gesichtet hat.
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Auf der Website LineforHeaven.com melden sich Menschen an, die irgendwann mal in den Himmel kommen wollen. Durch ein soziales Miteinander in der Community können Mitglieder sogenannte „Karma points“ erhalten. Alle sieben Tage wird der Person mit den meisten Punkten der Titel „Engel“ verliehen. Die Betreiber betonen, dass es sich um eine Spaß-Website handelt und keine religiösen Gefühle verletzt werden sollen.
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Nicht nur Teens und Twens treiben sich in sozialen Netzwerken herum, die Website Eons.com versammelt die Generation der sogenannten „Baby Boomer“, in den USA sind das Menschen die zwischen den 1940er und 1960er Jahren geboren wurden.
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Im CafeMom.com tauschen sich Mütter über Schnuller, Windeln und Schlafentzug aus.
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In der Community ASmallWorld.net trifft sich das Geld: Hollywood-Schauspieler, Models, vermögende Unternehmer und europäischer Adel. Mitglied kann nur werden, wer von einem bestehenden Mitglied geworben wurde. Wer drin ist, profitiert zum Beispiel von Einladungen zu exklusiven Essen. Remy Martin stiftete kürzlich 4000 Flaschen ihres edelsten Cognacs für eine solche Veranstaltung – jede Flasche hatte einen Wert von 200 Dollar.
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Auf StarDoll.com treffen sich Fans von Anziehpuppen. Hier kann jeder seine eigene Puppe erstellen und mit Gleichgesinnten Styling-Tipps austauschen.
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Man könnte meinen, Spiritualisten bräuchten keine Internet-Plattform, um zueinander Kontakt aufzunehmen, aber dem ist nicht so. Sie versammeln sich auf der Website: Psychics.co.uk.
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Respectance.com ist eines von vielen Trauerportalen im Netz. Hier können Menschen ihre verlorenen Freunde und Angehörige betrauern und sich gemeinsam an sie erinnern.
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Zum Schluss noch eine schräge Gemeinde: Auf HAMSTERster.com treffen sich ausschließlich Menschen, die auf das plüschige Nagetier stehen. Erstaunlich...
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Facebook ist nicht das einzige soziale Netzwerk im Internet. Längst haben sich unzählige Anbieter in der Nische ausgebreitet. Wie zum Beispiel das Netzwerk MyFreeImplants.com. Hier sollen Frauen, die eine Brustvergrößerung wollen, auf vermögende Herren treffen, die ihnen diese finanzieren.
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Website tritt muslimischen Nerv der Zeit
Dass sie mit ihrer Website den muslimischen Nerv der Zeit getroffen haben, kann Dany E. aus Süddeutschland bestätigen. Er ist in Deutschland geboren und aufgewachsen, sein Vater stammt aus Ägypten, seine Mutter ist deutsche Konvertitin. „Es ist schwierig, in einem Land mit überwiegend nicht-muslimischen Menschen einen passenden Ehepartner zu finden. In der heutigen Zeit muss man andere Wege gehen.“ Der Islam sei für ihn sehr wichtig, ergänzt er, und auch entscheidend bei der Partnerwahl. Über das Portal Muslimlife fand er in Mona schnell eine Gleichgesinnte. Nach den ersten Onlinekontakten traf sich der 27-Jährige mit seiner Chat-Bekanntschaft und ihrer Familie - wie es die islamische Tradition verlangt. Sie verstanden sich auf Anhieb, die Verlobung folgte, sechs Monate später dann die Hochzeit.
Die Idee zu Muslimlife kam ursprünglich von einem türkischen Freund aus Großbritannien, der vergebens nach einer Ehepartnerin gesucht hatte. Er fragte Yücel und Tirgil, ob sie nicht eine Seite programmieren könnten, auf der man Muslime treffen könnte - zwecks Heiratsabsichten. Aus einer Freundschaftsanfrage wurde eine Geschäftsidee. Mittlerweile suchen Tirgil und Yücel einen Auszubildenden.
Muslimlife.eu ist nicht das einzige außergewöhnliche Netzwerk, neben dem Platzhirschen Facebook haben sich jede Menge seltsame Seiten gegründet. In der Bildergalerie oben stellen wir Ihnen einige davon vor.