Viele User nutzen Internet-Tauschbörsen. Wer dort aber Musik, Videos oder Spiele tauscht, verstößt womöglich gegen das Urheberrecht und bedenkt nicht die juristischen Konsequenzen. Wir zeigen, wie Sie bei Abmahnungen reagieren sollten.
Wer sich in Internet-Tauschbörsen Inhalte herunter lädt, bedenkt oft nicht die juristischen Folgen. Foto: dpa-tmn
Laura R. hat keine Ahnung, was ihr 13-jähriger Sohn nach Schulschluss im Internet tut - die alleinerziehende Mutter ist berufstätig. Ihr fehlt die Zeit, den Filius ständig zu kontrollieren. Als sie eines Tages Post von einem Anwalt bekommt, fällt sie aus allen Wolken.
Ihr Sohn soll sich bei einer Tauschbörse im Netz illegal ein Musik-Album heruntergeladen haben. Man fordert sie auf, Anwaltskosten und Schadensersatz zu bezahlen und eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben.
Zahl der Abmahnungen gestiegen
Laura R. ist kein Einzelfall. Die Zahl solcher Abmahnungen ist in den vergangenen Jahren bundesweit stark angestiegen, weiß Ralf Reichertz von der Verbraucherzentrale Thüringen - das zeigten die vielen Beratungsanfragen. „In den meisten Fällen sind die Betroffenen ahnungslose Eltern, deren minderjähriger Nachwuchs Filme, Musik oder Spiele aus dem Internet gezogen hat“, sagt der Jurist. Viele Eltern seien fassungslos. Sie wüssten gar nicht, dass es solche Angebote überhaupt gibt.
Beim Download erwischt - was tun?
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Beim Download erwischt - was tun?
Wer ist betroffen?
Die vielen Beratungsanfragen, die bei der Verbraucherzentrale eingehen zeigen, dass in den meisten Fällen die Betroffenen ahnungslose Eltern sind, deren minderjähriger Nachwuchs Filme, Musik oder Spiele aus dem Internet gezogen hat. Viele Eltern sind fassungslos und wissen gar nicht, dass es solche Angebote überhaupt gibt.
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Was ist erlaubt, was nicht? (1/3)
Dabei sind die Tauschbörsen zahlreich - bekannt sind etwa Bittorrent, Edonkey oder Gnutella. Dort können Nutzer Inhalte herunterladen, ohne einen Cent zu zahlen.
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Was ist erlaubt, was nicht? (2/3)
Legal ist das meist nicht: „Urheberrechtlich geschützte Musik, Filme, E-Books oder Spiele ohne Einwilligung des Urhebers zu tauschen, ist nicht erlaubt“, sagt Medienrecht-Anwalt Christopher Wolf. Das gilt häufig auch für Software.
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Was ist erlaubt, was nicht? (3/3)
Der Tausch über diese Börsen wird Filesharing genannt. Was viele Nutzer nicht wissen: Sie laden bei der Nutzung einen Titel nicht bloß herunter, sondern geben ihn meist auch zum Download für andere frei. So verbreiten sie mitunter ein Werk, das ihnen nicht gehört.
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Was können Betroffene bei einer Abmahnung tun? (1/3)
Wer eine Abmahnung bekommt, sollte sich nicht einschüchtern lassen. Ziel ist es, die Betroffenen schnell zur Zahlung zu bewegen. Verbraucher sollten das Schreiben zuerst von einem spezialisierten Anwalt prüfen lassen. Viele Abmahnungen enthalten unverhältnismäßig hohe finanzielle Forderungen. (Bild: dpa)
Was können Betroffene bei einer Abmahnung tun? (2/3)
Nach Erfahrungen von Verbraucherschützern lassen sich viele Forderungen abmildern. Wenn der Schaden als gering eingestuft wird, kann er auf einen Betrag von bis zu 100 Euro gedrosselt werden. Das ist etwa beim Tausch eines einzigen Musiktitels wahrscheinlich - weniger dagegen beim Download von kompletten Musik-CDs, Filmen oder E-Books.
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Was können Betroffene bei einer Abmahnung tun? (3/3)
Geschützte Werke im Internet zu tauschen, ist grundsätzlich eine Urheberrechtsverletzung, aber letztendlich entscheidet der Einzelfall über die rechtlichen Folgen.
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Wie lässt sich eine Abmahnung vermeiden? (1/5)
Um solche Probleme von vornherein zu umgehen, sollten Eltern mit ihren Kindern über mögliche Gefahren von Tauschbörsen sprechen. Experten raten zudem, sich und seinen Nachwuchs über seriöse Alternativen zu informieren.
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Wie lässt sich eine Abmahnung vermeiden? (2/5)
Das sind zum einen kostenpflichtige Online-Läden wie iTunes, Amazon oder Musicload. Zum anderen gibt es Musik, Videos oder Software, die Nutzer legal kostenlos herunterladen können.
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Wie lässt sich eine Abmahnung vermeiden? (3/5)
Zum Beispiel gibt es Inhalte mit der nutzerfreundlichen Creative-Commons-Lizenz (CC). CC-Werke finden sich millionenfach im Netz und sind schnell auffindbar - man erkennt sie am eindeutigen Texthinweis oder Logo. Allein beim Anbieter soundclick.com stehen mehr als eine halbe Million Songs online. (Bild: dpa)
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Wie lässt sich eine Abmahnung vermeiden? (4/5)
Oft erlauben die Lizenzen nicht nur das Herunterladen, sondern auch die Vervielfältigung und Veränderung der Inhalte. Ein weiteres Plus: Die Nutzungsbedingungen sind unkompliziert. Ein Manko hat die freie Musik: Charts-Titel sind kaum dabei.
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Wie lässt sich eine Abmahnung vermeiden? (5/5)
Auch legale Streamingdienste sind eine Alternative. Auf simfy.de, last.fm, oder deezer.com beispielsweise können Nutzer kostenlos Musik von bekannten Künstlern anhören. Generell sollten Nutzer immer auf einzelne Vertrags- und Nutzungsbedingungen wie Gebühren und Laufzeiten achten.
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Missbrauch von WLAN-Anschlüssen (1/2)
Post vom Anwalt bekommen oft auch Personen, deren WLAN-Anschlüsse von Dritten missbraucht wurden - etwa weil ihr Zugang schlecht oder gar nicht geschützt war. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) aus dem vergangenen Jahr haften die Inhaber von ungesicherten WLAN-Zugängen, wenn Fremde darüber illegal Dateien abrufen.
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Missbrauch von WLAN-Anschlüssen (2/2)
Nutzer können das verhindern, indem sie das WLAN verschlüsseln. Dabei sollte man den aktuellen Standard WPA2-PSK verwenden und ein sicheres Passwort wählen. Eine weitere effektive Sicherheitsmaßnahme sei es, das Funknetzwerk nur bei Gebrauch einzuschalten.
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Die Zahl der Abmahnungen wegen illegaler Downloads im Netz ist in den vergangenen Jahren bundesweit stark angestiegen. Wir zeigen, was Betroffene in diesen Fällen tun können.
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Dabei sind die Tauschbörsen zahlreich. Dort können Nutzer Inhalte herunterladen, ohne einen Cent zu zahlen. Legal ist das meist nicht.
Was aber ist zu tun, wenn plötzlich die Abmahnung ins Haus flattert? „Lassen Sie sich nicht einschüchtern“, sagt Medienrecht-Anwalt Christopher Wolf. Ziel der Abmahnung sei es, die Betroffenen schnell zur Zahlung zu bewegen.
Was Verbraucher bei einer Abmahnung wegen illegalem Download tun können und wie sie ein solches Schreiben von vornherein verhindern können, zeigen wir Ihnen in der Bildergalerie.