US-Blogger Michael Arrington von Techcrunch hat seinen Artikel aktualisiert, in dem er behauptet, Google werde höchstwahrscheinlich den Microblogging-Dienst Twitter kaufen.
Die Verhandlungen seien bereits in fortgeschrittenem Stadium, hatte er zuvor gechrieben - unter Berufung auf mehrere, nicht weiter genannte Quellen. Arrington hatte gechätzt, dass Google weit über 250 Millionen Dollar zahlen müsste. Das Wall Street Journal verwies die Geschichte in einem Blogeintrag allerdings schnell ins Fabelreich. Sollte der Deal dennoch - irgendwann einmal - zustandekommen, würden beide Seiten profitieren. Wir erklären die Hintergründe:
Warum Google?
Die Idee dahinter ist noch ziemlich frisch, aber einleuchtend: Twitter funktioniert auch als Suchmaschine. Auf der Startseite twitter.com ist das nicht ersichtlich, aber das eigentliche Herzstück des Dienstes ist die Seite search.twitter.com. Hier kann man nach Stichworten suchen, über die derzeit besonders häufig getwittert wird. Echtzeit-Suche wird das genannt. Google kann da bislang nicht mithalten, weil es Twittereinträge nicht so schnell durchsuchen kann, wie sie veröffentlicht werden.
Warum Twitter?
Es gibt auch andere Microbloggingseiten, aber keine ist auch nur annähernd so bekannt wie Twitter. Dass mittlerweile so ziemlich jedes Medium mit Euphorie, Kritik oder blankem Unverständnis über Twitter berichtet hat, muss viele Menschen ausgesprochen neugierig gemacht haben. Die Anzahl der Twitteruser ist in den letzten zwölf Monaten jedenfalls um gigantische 1300 Prozent gewachsen.
Warum jetzt?
Twitter hat noch immer kein Geschäftsmodell und lebt nur von seinen Risikokapitalgebern. Würde der Dienst bereits Geld bringen, müsste Google wohl noch wesentlich tiefer in die Tasche greifen.
Wie könnte die Zusammenarbeit aussehen?
Google könnte eine Twittersuche in seine Startseite einbinden, so wie es das Unternehmen auch mit der Bilder-, Karten und Videosuche sowie Google News gemacht hat. Die Ergebnisse kann Google entweder einfach mit Werbung, die zum Suchbegriff passt, flankieren - oder Firmen, die bei Twitter die direkte Kommunikation mit ihren Kunden suchen, für ihren eigenen Kanal zur Kasse bitten.
Techcrunch berichtet allerdings auch, dass die beiden Unternehmen möglicherweise nur eine Kooperation, etwa in Form einer gemeinsamen Suchmaschine, anstreben würden. Der Vorteil für die Firmen: Bei Google wären ihre Twittereinträge prominent platziert.
Schläft die Konkurrenz?
Nein. Facebook hat bereits versucht, die Twitter-Gründer zum Verkauf zu bewegen, ist aber gescheitert. 500 Millionen Dollar in eigenen Aktien wollte Facebook zahlen, doch die Twitterchefs lehnten ab, weil sie die Aktien für viel zu hoch bewertet hielten. Bei diesen Größenordnungen kommen aber auch nicht viele als mögliche Käufer in Frage.
Microsoft wäre noch ein Kandidat. Der Softwarekonzern sponsert seit kurzem eine neue Twitter-Anwendung namens ExecTweets, eine Art Kurznachrichtenkanal für Führungskräfte von Unternehmen. Von weitergehenden Verhandlungen ist aber nichts bekannt.
Die Twitter-Gründer Biz Stone und Evan Williams dürften sowieso Google näher stehen: Vor fünf Jahren verkauften sie bereits die Plattform Blogger.com an den Suchmaschinenriesen.

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