kalaydo.de Anzeigen

IT-Gipfel in Darmstadt: Merkel will DSL für alle

Mit Investitionen in Infrastruktur und Forschung will die deutsche IT-Branche die Wirtschaftskrise überstehen. Bundeskanzlerin Merkel verspricht, sich für den zügigen Ausbau des Breitbandnetzes einzusetzen.

Mit Investitionen in Infrastruktur und Forschung will die deutsche IT-Branche die Wirtschaftskrise überstehen. Bundeskanzlerin Merkel versprach sich für den zügigen Ausbau des Breitbandnetzes einzusetzen.
Mit Investitionen in Infrastruktur und Forschung will die deutsche IT-Branche die Wirtschaftskrise überstehen. Bundeskanzlerin Merkel versprach sich für den zügigen Ausbau des Breitbandnetzes einzusetzen.
Foto: rtr

Darmstadt. Mit Investitionen in die Forschung und dem Ausbau der Breitbandnetze will die deutsche Informationstechnologie-Branche (IT) die Wirtschaftskrise überstehen und sich an der Weltspitze etablieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versprach beim dritten nationalen IT-Gipfel in Darmstadt, sich in der Europäischen Union für den zügigen Ausbau des Breitbandnetzes für einen superschnellen Internet-Anschluss einzusetzen.

"Ich habe auf europäischer Ebene vorgeschlagen, dass so wie China jetzt das Eisenbahn- und Straßennetz ausbaut, wir jetzt das Breitbandnetz ausbauen sollten", sagte Merkel. Ziel sei, dass Europa in drei bis vier Jahren sagen könne, jeder habe einen Breitbandanschluss. Dafür sei "gar nicht so viel Geld" der öffentlichen Hand notwendig. Es gebe Unternehmen, die diese Zukunftsinvestition tätigen wollten. "Wir brauchen spezifische klug gewählte Anreize und müssen in der Regulierung Möglichkeiten schaffen, dass die Investition auf die Nutzung angerechnet wird."

Telekom-Chef René Obermann hatte zuvor mehr unternehmerische Freiheit gefordert. "Die bisherige Überregulierung der Telekommunikationsmärkte ist eine entscheidende Investitionsbremse", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom. Die notwendigen Milliardeninvestitionen würden nur getätigt, wenn das unternehmerische Risiko kalkulierbar bleibe. Obermann bezifferte die Kosten für den Ausbau der "Datenautobahn" in Deutschland auf bis zu 50 Milliarden Euro in den kommenden 10 bis 15 Jahren.

Bei dem Treffen diskutierten rund 800 Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über "Green IT" für Klimaschutz und Energieeffizienz, sicheres und anwenderfreundliches Internet oder den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Der erste IT-Gipfel fand 2006 in Potsdam statt, der zweite im vergangenen Jahr in Hannover.

Glod: "Ich möchte Chancengleichheit zwischen Stadt und Land"

Merkel sagte das Treffen trotz der Wahlen auch für 2009 zu. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) forderte, dass Ansiedlungen moderner Unternehmen nicht länger am fehlenden Breitbandnetz scheitern dürften. "Ich möchte Chancengleichheit zwischen Stadt und Land", sagte er. Der Bund werde vom kommenden Jahr an mit den Ländern über die Freigabe von Frequenzen verhandeln, die für den Ausbau von Glasfaser-Hochgeschwindigkeitsnetzen notwendig sind. Mit einer Einigung rechnet Glos 2011.

In der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) in Deutschland sind nach Glos' Angaben 800.000 Menschen direkt sowie weitere 650.000 Fachleute als Anwender in anderen Industriezweigen beschäftigt. In vier von fünf deutschen Haushalten stehe mindestens ein Computer. "Die Botschaft von Darmstadt ist: IKT prägt unsere Lebens- und Arbeitswelt im 21. Jahrhundert", sagte der Minister. Nach Berechnungen des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) könnten bis zu 250.000 neue Arbeitsplätze entstehen, wenn jeder dritte Haushalt einen superschnellen Internet-Anschluss über das Glasfasernetz bekomme.

Der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer, sagte, die deutsche IT-Branche sei von der aktuellen Wirtschaftsflaute noch nicht betroffen. Immer mehr Betriebe blickten aber zunehmend verunsichert ins kommende Jahr. Der Staat sollte einen Investitionsstau von rund acht Milliarden Euro auflösen und Hightech-Projekte wie die Gesundheitskarte oder den elektronischen Personalausweis beschleunigen. (dpa)

Datum:  20 | 11 | 2008
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Ressort

Nachrichten aus dem WWW und Tipps zum Computer-Kauf; Wissenswertes über
iPhone, iPad & Co


FR @ Social Media

 

Wir informieren Sie auch in den Sozialen Netzwerken - in Facebook, Twitter und Google+. Schauen Sie, was Ihre Facebook-Freunde auf FR-Online empfehlen - und verfolgen Sie unseren Twitter-Ticker:

Anzeige

 
Interaktive Karte
Die Karte Freiheit im Internet 2011 wurde von der NGO Freedom House erstellt - und von der FR als Google Map umgesetzt.

FR-online.de zeigt die Ergebnisse der Studie "Freedom on the Net 2011" in einer interaktiven Karte.

Anzeige

Spezial

Bespitzelung von Beschäftigten, Datenklau, Elena, Swift - Was passiert mit unseren Daten?

Anzeige

Werben auf dem iPad
Das iPad als Werbeform bietet besonders viele Möglichkeiten. Gerne beraten wir Sie persönlich.

Die 5 beliebtesten Pausenspiele

FR @ Handy

Ob Büro, Biergarten oder Badesee: Die "Frankfurter Rundschau" ist auf dem Handy immer dabei - mit vielen Sport-Livetickern.

Textimport

Verfolgen Sie unsere Nachrichten in Ihrer Lieblingsdarstellung - via RSS-Feed. Für Ihren Windows-PC bieten wir sogar einen kostenlosen Newsreader an. Informationen im Digital-Bereich.

Meistgeklickt
Auch Bettina Wulff wirkt müder als sonst - hier besichtigt sie Leonardo da Vincis
Bundespräsident Wulff in Italien 
Wütend nach dem Eintracht-Spiel in Düsseldorf: Heribert Bruchhagen.
Eintracht-Boss hadert mit Schiedsrichter und Schauspieler 
Bayer Leverkusen Boss Holzhäuser 
Diskussionen: Bamba Anderson redet auf Schiedsrichter-Assistent Jan Hendrik Salver ein.
Fußball-Kolumne Ballhorn (IV) 
Facebook
Weblog

Hier wird das alte Frankfurt lebendig: Welche Ereignisse waren einst Stadtgespräch am Main? Zeitzeugenberichte und Hintergrundinformationen rund um die Frankfurter Stadtgeschichte.

Weblog

Ob mit Bahn oder Auto, Fahrrad oder zu Fuß - Pendler leiden jeden Morgen und Abend geduldig. Bisher. Nun reden sie. Im FR-Pendlerblog.

Weblog

Er ist Ihr Mann in der FR-Redaktion: Bei Bronski zählt Ihre Meinung. Diskutieren Sie online mit.