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30. November 2015

Lieferung per Drohne: Die Drohnen-Flotte von Amazon

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Amazon will die Ware zukünftig mittels Drohnen ausliefern.  Foto: dpa

Amazon will’s wissen und forciert neue Lösungen der Auslieferung von Waren mittels Drohnen. Auch andere Unternehmen experimentieren mit unbemanntem Fluggerät. Wir erläutern, warum  Händler in die Luft gehen müssen.

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Was hat Amazon vor?
Das Unternehmen hat die zweite Generation seiner Lieferdrohne vorgestellt. Es handelt sich um ein Gerät mit Propeller, das einem Flugzeug ähnlich sieht, aber auch senkrecht starten und landen kann. In einem Werbefilm zeigt der Konzern, wie ein Karton mit einem Paar neuer Fußballschuhe vom Lager zum Kunden transportiert wird.

Wer fliegt die Drohne?
Amazon demonstriert einen vollautomatischen Prozess. Der Karton wird im Lager über Förderbänder zur Drohne gebracht. Diese greift den Karton und lagert ihn in einem Stauraum. Die Drohne ist mit einem Navigationssystem ausgestattet, das automatisch den Weg zum Kunden findet. Im Werbefilm landet die Drohne im Garten und legt dort den Schuhkarton ab. Das Fluggerät soll überdies mit Sensoren und Kameras ausgestattet sein, die Hindernisse am Boden oder andere Flugobjekte erkennen, um diesen ausweichen zu können.

Beschäftigen sich auch andere Firmen mit Drohnen?
In der Einzelhandels- und der Logistikbranche sind Drohnen derzeit das Megathema. Bekannt ist, dass der weltgrößte Einzelhändler Walmart den Einsatz von Drohnen erforscht und testet, genauso wie  DHL, der Paketdienst der Deutschen Post. Auch die Schweizer Post beschäftigt sich mit den kleinen Transportfliegern. Insider vermuten, dass auch andere Paketdienste und Handelsunternehmen längst an Konzepten mit der neuen Technologie arbeiten.

Um welche Art von Einsätzen geht es?
DHL betreibt ein Forschungsprojekt Paketkopter. Hierbei handelt es sich um einen kleinen Hubschrauber, der für die Eil- und Notfallversorgung in schwer zugänglichen Gebieten eingesetzt werden könnte. Konkret geht es darum, Medikamente die dringend gebraucht werden, auf die Nordsee Juist zu bringen, und zwar auch zu Zeiten, da es weder reguläre Fähr- und Flugverbindungen gibt. Der „gesellschaftliche Mehrwert“ stehe dabei im Fokus des Projekts, teilt DHL mit. Walmart testet nicht nur Drohnen, die Waren ausliefern, sondern auch kleine Fluggeräte, die in Lagern des Konzerns eingesetzt werden, um dort Ordnung zu schaffen.     

Was führt Amazon im Schilde?
Amazon geht es darum die Auslieferung der Waren effizienter zu machen. Der maßgebliche Grund: Im Einzel- und Onlinehandel hat ein Wettlauf um Geschwindigkeit begonnen. Es geht schlicht und einfach darum, dass Lieferzeiten künftig der entscheidende Faktor im Konkurrenzkampf der Unternehmen sein wird. Amazon ist derzeit bestrebt, so viel wie möglich, noch am Tag der Bestellung zu liefern. Das braucht eine ausgeklügelte Logistik. Der US-Konzern ist hier mit seinem riesigen weltweiten Netzwerk von Warenlagern und vor allem seiner intelligenten Informationstechnik führend. Der nächste Schritt ist die Lieferung nicht nur in einigen Stunden, sondern innerhalb von einer halben Stunde oder weniger.

Was sind die Hemmnisse für die schnelle Lieferung?
Die sogenannte letzte Meile ist der Flaschenhals. Besonders in Großstädten überall auf der Welt  wird es immer schwerer mit den Lieferfahrzeugen durchzukommen. Zudem gibt es in vielen Kommunen immer stärkere Diskussionen über eine Begrenzung der Lieferfahrzeuge, die die Straßen immer stärker verstopfen. In den vergangenen Jahren ist mit dem exorbitanten Wachstum des Onlinehandels auch die Verkehrsbelastung durch die Lieferfahrzeuge gewachsen. Die daraus resultierenden Umwelt- und Verkehrsbelastungen werden sich noch massiv verstärken, wenn das prognostizierte massive Wachstum des E-Commerce auch nur halbwegs Wirklichkeit wird. Die naheliegende Alternative ist, in die Luft zu gehen.

Ist diese neue Form der Luftfracht tatsächlich umsetzbar?
Technologisch ist das alles kein Problem. Im Grunde ist alles vorhanden, was man braucht. Auch der Flugzeugbauer Airbus beschäftigt sich inzwischen mit der Entwicklung von kleinen unbemannten Flugobjekten. Rechtliche Fragen und Sicherheitsaspekte sind die eigentlichen Hürden. Was kann passieren, wenn Drohnen in Wohngebieten abstürzen? Wer haftet? Bei welchem Wetter dürfen Drohnen noch fliegen? Wie wird sichergestellt, dass Drohnen die zivile Luftfahrt und auch den Hubschrauberverkehr nicht stören? Was passiert, wenn über einer Stadt hunderte von Lieferdrohnen unterwegs sind? Brauchen wir neue Verkehrsregeln für den Luftraum?

Gibt es schon Regelungen?
Bislang ist die US-Flugaufsicht extrem zurückhaltend, wenn es um den kommerziellen Einsatz geht. Zwar darf Amazon testen, doch das Unternehmen ist mit den Auflagen extrem unzufrieden. So sind nicht autonome Drohnen unterwegs, sondern welche, die von ausgebildeten Piloten am Boden gesteuert werden. Die Fluggeräte dürfen nur bei Tageslicht eingesetzt werden und maximal rund 120 Meter hoch fliegen, um die allgemeine Luftfahrt nicht zu stören.

Wie wird es weitergehen?
Experten gehen davon aus, dass es eine komplizierte Diskussion über die Regularien geben wird. Amazon hat indes angekündigt, eine ganze Flotte von Drohnen zu entwickeln. Dabei dürfte es auch um so etwas wie unbemannte Kleinflugzeuge gehen, die mehrere Pakete transportieren und größere Distanzen zurücklegen können. Die jetzt vorgestellte Drohne hat eine maximale Reichweite von 24 Kilometer.

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