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25. Oktober 2012

Microsoft: Microsofts Windows 8 geht an den Start

Kacheln statt Desktop, drücken statt klicken: Microsoft bringt die achte Version seines Betriebssystems Windows heraus. Foto: dpa-tmn

Kacheloptik und Apps ersetzen Fenster und Icons: Das neue Windows 8 scheint wie ein radikaler Neuanfang für Microsofts Betriebssystem. Doch viele Änderungen sind nicht viel mehr als Kosmetik - trotzdem braucht es etwas Eingewöhnung.

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Mit einer völlig neuen Version seines Kassenschlagers Windows will der Softwarekonzern Microsoft den weltweiten Computermarkt aufrollen. Dazu präsentiert der Konzern seine Windows-8-Software.

Windows 8 ist für Microsoft gleich mehrfach eine Revolution: Es ist die erste Version des Computer-Betriebssystems, die vor allem auf die Steuerung per Berührung hin ausgelegt ist. Statt kleiner Icons gibt es nun großformatige Kacheln, und neben Programmen die von Smartphones und Tablets bekannten Apps. Ganz verschwunden ist der Startknopf.

Hinter den Kacheln verbirgt sich das alte Windows

Kein Grund zur Panik, erklärt Windows-Experte Wolfram Gieseke: „Von der Bedienung her ist der neue Startbildschirm eigentlich nur ein Aufsatz für Windows 7.“ Denn hinter der neuen Kacheloptik verbirgt sich noch immer die alte Windows-Oberfläche, die der Nutzer zum Beispiel mit der Tastenkombination Windows und D erreicht. „Viele Dinge kann ich noch immer genau so machen wie vorher“, erklärt Gieseke, der mehrere Windows-Bücher geschrieben hat.

Aber obwohl hinter dem neuen Startbildschirm tatsächlich der alte Desktop steckt, braucht es zum Bedienen der neuen Kacheln etwas Einarbeitung. So funktioniert der Wechsel zwischen mehreren offenen Programmen ohne Taskleiste ganz anders als vorher. Und viele wichtige Funktionen tauchen erst auf, wenn der Nutzer die Maus in eine bestimmte Ecke des Bildschirms steuert.

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Die Computerexperten der Zeitschrift „c't“ waren bei den Tests der Vorabversion wenig begeistert von der Maussteuerung der neuen Windows-Oberfläche: Unpraktisch und wenig intuitiv sei die Bedienung mit dem klassischen Zeigegerät. „Hier ist zusammengewachsen, was nicht zusammengehört“, klagt Redakteur Axel Vahldiek und bemängelt vor allem die Maussteuerung: „Es wirkt verwirrend, wenn man nicht mehr konsequent sieht, wohin man klicken muss.“

Windows 8 bringt neben der Oberfläche noch weitere Neuerungen, sagt Vahldiek. „Die meisten sind aber eher für fortgeschrittene Anwender interessant.“ Nützlich für jedermann sind dagegen die nachträglich installierbaren Sprachpakete und die bessere Unterstützung von USB 3.0. Außerdem fährt der Rechner mit Windows 8 spürbar schneller hoch. „Wer das nicht so wichtig findet, hat derzeit eigentlich keinen Grund, auf Windows 8 umzurüsten“, sagt der Experte.

Erste Berührung mit neuem Rechner

Die meisten Nutzer werden wohl ohnehin erst mit Windows 8 in Berührung kommen, wenn sie sich einen neuen Rechner zulegen. Die ersten PCs stehen ab dem 26. Oktober in den Läden. Neben Desktop-Rechnern und Notebooks gibt es zum Systemstart von verschiedenen Herstellern auch Ultrabooks und Tablets mit Windows 8 sowie Tablets mit Windows RT. Für mindestens 479 Euro ist außerdem die RT-Version von Microsofts eigenem Tablet Surface erhältlich. Mit Windows 8 gibt es das Surface nach Herstellerangaben erst in etwa drei Monaten.

Wer anstatt eines neuen Computers nur das Betriebssystem haben möchte, muss für ein Online-Update von Windows 7, XP oder Vista auf Windows 8 Pro 30 Euro bezahlen. Dafür gibt es aber nur den Download, auf Disc kostet gibt es die Aktualisierung direkt bei Microsoft für 60 Euro. Kunden, die zwischen dem 2. Juni 2012 und dem 31. Januar 2013 einen PC mit Windows 7 kaufen, erhalten das Update auf die Pro-Version von Windows 8 für 15 Euro. Bei der Installation können Nutzer wählen, ob sie ihre Einstellungen und persönlichen Daten behalten wollen oder nicht.

Antwort auf den Siegeszug der Tablets

Der Grund für die Neuerungen von Windows 8 liegt vor allem am Siegeszug der Tablets, sagt der Gieseke. „In ein paar Jahren werden vielleicht mehr Tablets als normale PCs verkauft. Microsoft musste darauf reagieren.“ Windows 8 ist der Versuch, ein einheitliches Betriebssystem für Tablet- und Desktopcomputer zu schaffen. Mit Windows 8 kommt auch die Variante RT für die häufig in Tablets verbauten ARM-Prozessoren auf den Markt. Außerdem wird es noch 2012 die ersten Smartphones mit Windows Phone 8 geben.

Mit beiden Neuerungen will Microsoft vor allem den immensen Rückstand gegenüber Rivalen wie Apple und Google im Mobil-Segment aufholen. Dazu steigt der Konzern nach mehr als 35 Jahren auch erstmals selbst ins Hardware-Geschäft ein: Gleichzeitig wird auch das hauseigene Tablet „Surface“ ausgeliefert. Zudem bringen Partner wie Nokia und Samsung noch vor Weihnachten die ersten Smartphones mit der eng verwandten Software Windows Phone 8 in die Läden. (dpa/dapd)

Windows 8
Windows RT
Windows Phone 8

Mit der neuen Windows-Version wird das Microsoft-Betriebssystem erstmals auch auf Geräten mit Chips auf Technologie des britischen Entwicklers ARM laufen. Sie dominieren heute in Smartphones und Tablets. Allerdings grenzt Microsoft die ARM-taugliche Version unter dem Namen Windows RT klar vom der klassischen PC-Variante Windows 8 ab. Zwischen ihnen gibt es einige Unterschiede.

Das fängt schon damit an, dass man Windows RT nicht separat kaufen kann, sondern nur zusammen mit einem Gerät, auf dem es installiert ist. Von der Bedienung her sehen die beiden Versionen mit ihrem Kachel-Design auf den ersten Blick ziemlich identisch aus. Die Differenzen werden erst sichtbar, wenn man in den Desktop-Modus wechselt, der an das gewohnte Windows-Design anlehnt. In diesem Bereich werden auf Windows RT keine Programme von anderen Anbietern laufen. Das Betriebssystem unterstützt nur Apps aus Microsofts Windows Store. Die RT-Version von Windows Office enthält zudem bisher kein Outlook-Mailprogramm.

Microsoft bringt zudem das Smartphone-Betriebssystem Windows Phone 8 auf den Markt. Es folgt ebenfalls dem Kachel-Design, das schon beim Vorgänger Windows Phone 7 seine Premiere hatte. Es ist mit den anderen neuen Windows-Versionen verwandt, aber konsequent auf die kleineren Handy-Bildschirme zugeschnitten. Ein Sahnehäubchen sind die eingebauten Nokia-Kartendienste. Sie bieten neben Navigation auch die neue Funktion CityLens, bei der Informationen zum aktuellen Aufenthaltsort in den Bildschirm eingeblendet werden, wenn man die Kamera auf einen Straßenzug richtet.

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