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Nach Datenpanne: SchülerVZ erhöht Sicherheit

Das Online-Netzwerk SchülerVZ reagiert mit verschärften Sicherheitsmechanismen auf das massenhafte Kopieren von öffentlichen Nutzerdaten aus dem Schülernetzwerk.

Um das massenhafte Kopieren von Nutzerdaten zu verhindern, hat das Online-Netzwerk SchülerVZ die Sicherheitsmaßnahmen verschärft.
Um das massenhafte Kopieren von Nutzerdaten zu verhindern, hat das Online-Netzwerk SchülerVZ die Sicherheitsmaßnahmen verschärft.
Foto: Foto: dpa

Berlin. Das Online-Netzwerk SchülerVZ hat mit verschärften Sicherheitsmechanismen auf das massenhafte Kopieren von öffentlichen Nutzerdaten aus dem Schülernetzwerk reagiert.

So müssten künftig die Anwender viel häufiger als sonst Buchstaben- und Zahlenkombinationen ("Captures") eintippen, um bestimmte Anfragen an das Netzwerk zu stellen, sagte Markus Berger-de León, Geschäftsführer der Berliner VZnet Netzwerke Ltd. "Damit wird die Bedienbarkeit von SchülerVZ zwar derzeit weniger schön. Aber die Anwender haben angesichts des aktuellen Vorfalls Verständnis dafür."

Er gehe davon aus, dass die ausgespähte Liste rund eine Million Einträge habe, sagte Berger-de León. "Diese beinhalten aber nur die Informationen, die von den SchülerVZ-Anwendern als 'für alle Nutzer sichtbar' eingestuft wurden." Das Kopieren der Daten sei dennoch illegal und ein schwerer Verstoß gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Daher habe man am Wochenende die Datenschutzbehörden informiert und eine Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Mit rund 15 Millionen Nutzern gelten SchülerVZ und die Schwesterportale StudiVZ und MeinVZ als Marktführer bei Online- Netzwerken in Deutschland. Die Portale werden von der Berliner VZnet Netzwerke Ltd. betrieben, die zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehört.

Am vergangenen Freitag hatte sich nach Angaben von Berger-de León ein Anwender über das Internetblog "netzpolitik.org" bei seinem Unternehmen gemeldet, der mit Hilfe von kleinen Programmen ("Skripten") im großen Umfang Nutzerdaten aus dem Schülernetzwerk kopiert habe. Der Chef der VZnet Netzwerke Ltd. betonte, bei dem Vorfall sei weder die Datenbank von SchülerVZ "gehackt" noch Zugangsdaten der Anwender ausgespäht worden. "Hier haben unsere Sicherheitsschranken funktioniert." Der Täter habe allerdings die Beschränkung umgangen, wonach in kurzer Zeit nicht viele Profile hintereinander aufgerufen werden dürfen.

Die VZnet-Netzwerke werden als weitere Gegenmaßnahmen die Zuordnung der VZ-internen ID-Nummer zu den Benutzerkonten ändern. "Dieser Teil der Information aus der Liste wird in kurzer Zeit komplett wertlos sein." Nach Angaben von Berger-de León wurde die Liste in einen beschränkt zugänglichen Forum veröffentlicht und dort insgesamt 17 Mal heruntergeladen. "Sie schwirrt aber nicht durch das öffentliche Internet." Sein Unternehmen habe mit den Mitgliedern des Forums Kontakt aufgenommen, um eine Weiterverbreitung der Liste zu unterbinden. "Dem Angreifer ging es wohl um den Spaß, uns zu beweisen, dass eine Begrenzung der Profilabfragen technisch umgangenen werden kann, auch wenn das nicht spaßig ist", sagte Berger-de León.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar warnte nach der Datenpanne davon, persönliche Daten in Netz zu stellen. "Der Fall zeigt, dass man sich überlegen muss, wo man Daten preis gibt, speziell im Internet", sagte Schaar der "Berliner Zeitung". "Daten, die im Internet stehen und von einer großen Zahl von Menschen genutzt werden, können nur schwer gegen Missbrauch geschützt werden."

Auch der Branchenverband der IT-Wirtschaft reagierte mit Besorgnis. "Beim Datenschutz von Kindern und Jugendlichen in Online- Netzwerken muss ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet sein. Das muss allerhöchste Priorität genießen", sagte Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom. Glücklicherweise gehe es bei SchülerVZ nicht um sensible Daten wie Kontonummern. Doch zeige der Fall, wie wichtig es sei, dass Eltern genau darauf achteten, was ihre Kinder in Online-Netzwerken tun. (dpa)

Datum:  19 | 10 | 2009
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