Köln. Aufgrund strengerer Bestimmungen schränkt der Westdeutsche Rundfunk (WDR) sein Internetangebot zum 1. Juni erheblich ein.
"Wir bedauern, dass wir auf Angebote verzichten müssen, die bei unserem Publikum sehr beliebt waren und einen großen Service boten", teilte Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz am Freitag in Köln mit. "Die neuen gesetzlichen Regelungen lassen uns aber keine andere Möglichkeit." Vor wenigen Tagen hatte bereits das ZDF mitgeteilt, aus dem gleichen Grunde bis zum Jahresende 80 Prozent seines Internetangebots zu streichen.
Die neuen Vorschriften im Rundfunkstaatsvertrag sähen unter anderem vor, dass aktuelle Video-Angebote des WDR wie die "Aktuelle Stunde" künftig lediglich sieben Tage im Netz abrufbar bleiben, Sendungen von großen Sportereignissen sogar nur 24 Stunden lang. Alle WDR-Online-Inhalte erhalten künftig eine "Verweildauer" und bleiben nur noch für eine bestimmte Zeit im Netz.
Ebenfalls Teil der neuen gesetzlichen Regeln ist eine sogenannte Negativliste, die eine Reihe konkreter Verbote ausspricht. Als Konsequenz daraus nimmt der WDR seine Urteilsdatenbank des ARD- Ratgebers "Recht" und das virtuelle Tierheim des WDR-Fernsehens aus dem Netz. Auch ein Glückwunsch-Service des Videotextes darf nicht mehr angeboten werden. Eine Reihe von Spielen etwa auf den Seiten der Kinderradio-Sendung "Lilipuz" verschwindet gleichfalls. So sehr Schmitz dies bedauert, einen positiven Aspekt kann er zumindest entdecken: "Die WDR-Angebote im Netz sind jetzt übersichtlicher. Letztlich gilt ja: Nicht die Menge ist entscheidend." (dpa)
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