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03. Februar 2016

NPD: Wie ein NPD-Plakat zum Gespött im Netz wird

 Von 

Die rechtsradikale NPD in Rheinland-Pfalz will eigentlich Werbung für ihre flüchtlingsfeindliche Asylpolitik machen – doch das geht gründlich daneben. Im Internet amüsieren sich viele Nutzer köstlich über das missglückte Plakat.

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Ja, das ist so eine Sache mit den Werbeplakaten. Da hat jemand eine Idee und wird im Rausche der Kreativität so betriebsblind, dass er den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Manchmal fehlen Buchstaben, manchmal passt das Bild nicht zum Text, und manchmal, ja, da sendet man ein Statement in die Welt, das eigentlich ganz anders gemeint war – aber da ist es oft schon zu spät.

Für den Urheber ist das äußerst ärgerlich. Das Netz nimmt solche wunderschönen Patzer natürlich dankbar auf, verbreitet sie und lacht laut darüber. Die Netzgeier sind hungrig! Am lautesten lacht es, wenn  hinter solchen Aktionen Menschen oder Gruppierungen stehen, die ohnehin mit sinnbefreiten Forderungen Stimmung machen – da ist die rechtsradikale NPD natürlich ganz vorne mit dabei. Kaum verwunderlich also, dass sie in diesen Tagen zum Internetlacher schlechthin wird.

Aber von vorn. Der NPD-Landesverband Rheinland-Pfalz postete am Montag auf seiner Facebook-Seite ein Wahlkampfplakat. Darauf zu sehen: Ein riesiges Flugzeug. „Konsequent abschieben“, steht darüber. „Wir schaffen das. #jetzthilftnurnochNPD“, hat der Seitenbetreiber zu seinem Beitrag geschrieben.  So weit, so grässlich. Nur wandert das Auge am Plakat weiter hinab - denn das machen Augen zuweilen -  liest es direkt darunter: „Unser Volk zuerst.“

Man muss nicht sonderlich weit um die Ecke denken, um die beiden Zeilen miteinander zu verknüpfen. Die NPD möchte also ihr eigenes Volk zuerst abschieben. So steht es schließlich schwarz-rot-gold auf weiß auf der Seite! Die entsprechenden Kommentare ließen natürlich nicht lange auf sich warten.

„Wie kann man nur so dämlich sein“, fragt ein Nutzer. „Einsicht ist der erste Weg zur Besserung“, ein anderer. Oder: „Der Moment, wo Dummheit, Blödheit und die Nichtexistenz kognitiver Fähigkeiten sich in einer Partei verbinden...“  Andere fragen sich zu Recht, wer denn bitte 80 Millionen Deutsche aufnehmen wolle. Die Seite Ueckermünde Nazifrei schreibt: „Liebe NPD, eure erste gute Idee überhaupt und endlich wird unser langjähriges 'Nazis raus' mal konsequent umgesetzt, herrlich!“

Den Seitenbetreibern muss das alles wahnsinnig peinlich sein. Alles was die NPD bisher dazu zu sagen hatte: „Geht auf Eurer Multikulti-Wiese spielen und laßt Euch vergewaltigen.“ (sic!)

Inwieweit sich dieses schlimm-schöne Werbeplakat auf die Landtagswahl am 13. März auswirken wird, ist schwerlich absehbar. Das Bundesverfassungsgericht will im März erneut über einen NPD-Verbotsantrag verhandeln. Zugelassen sind die Rechtsradikalen in Rheinland-Pfalz allerdings, bei der vergangenen Wahl im Jahr 2011 erhielt sie aber  gerade mal 1,1 Prozent der Stimmen.

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