Berlin. Beim Online-Netzwerk SchülerVZ sind im großen Umfang Nutzerdaten kopiert und illegal weitergegeben worden. Betroffen sei eine "Vielzahl" von Usern, teilten die Betreiber der Website am Wochenende mit, ohne genaue Zahlen zu nennen.
Dem Internetblog "netzpolitik.org" wurden nach eigenen Angaben mehr als eine Million Datensätze von SchülzerVZ-Usern zur Verfügung gestellt.
Die Betreiber von "SchülerVZ" betonten allerdings, es handele sich ausschließlich um Namen, Alter, Geschlecht und die besuchte Schule sowie um Porträtfotos der Betroffenen - lauter Informationen, die für alle Mitglieder von SchülerVZ zugänglich seien. Sensible Daten wie Adressen, Telefonnummern oder Passwörter seien hingegen nicht betroffen, teilten die VZnet-Netzwerke in Berlin mit. Trotzdem sei das Kopieren der Daten illegal und ein schwerer Verstoß gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Mit rund 15 Millionen Nutzern gelten SchülerVZ und die Schwesterportale StudiVZ und MeinVZ als Marktführer bei Online-Netzwerken in Deutschland.
Die VZnet-Netzwerke haben bereits erste Gegenmaßnahmen ergriffen. Ein Sprecher teilte mit, man habe den mutmaßlichen Täter identifiziert und Kontakt mit ihm aufgenommen. Dabei habe er auch eingeräumt, "dass er die Daten weiteren Personen zur Verfügung gestellt hat, die er uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen will". Um einen derartigen Missbrauch künftig zu verhindern, habe man zudem den Zugriff auf eine erhöhte Anzahl von Nutzerprofilen in einem kurzen Zeitraum inzwischen eingeschränkt.
Nach Informationen des Südwestrundfunks (SWR) lassen sich aus den kopierten und weitergeleiteten Daten ganz gezielt bestimmte Personengruppen herausfiltern. Beispielsweise sei es auf diesem Wege möglich, alle 13-jährigen Mädchen von einer nahe gelegenen Schule herauszusuchen und gleichzeitig deren Fotos zu betrachten. Auf der Website von SchülerVZ heißt es hingegen: "Deine persönlichen Daten sind auf unseren Servern (...) bestmöglich geschützt. Sie können z.B. nicht von Suchmaschinen wie Google ausgelesen werden und tauchen somit nicht außerhalb vom SchülerVZ auf." (dpa)

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