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Online-Netzwerke: Mehr Schutz für Nutzerdaten

Die sechs führenden Internet-Communities haben sich dazu verpflichtet, den Schutz der Daten ihrer Nutzer besser zu gewährleisten. Nicht ganz freiwillig: Dem Entschluss gingen Abmahnungen voran.

In der letzten Zeit immer wieder mit Datenpannen aufgefallen: Die sozialen Netzwerke StudiVZ und Facebook. Doch damit stehen sie nicht alleine da.
In der letzten Zeit immer wieder mit Datenpannen aufgefallen: Die sozialen Netzwerke StudiVZ und Facebook. Doch damit stehen sie nicht alleine da.
Foto: Screenshot

Berlin. Die Nutzer von Internet-Kontaktnetzwerken wie Facebook, MySpace oder StudiVZ sind künftig besser vor der Verwendung ihrer privaten Daten durch die Anbieter geschützt. Die sechs führenden Portale hätten sich in gerichtlichen Unterlassungserklärungen dazu verpflichtet, bestimmte Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen künftig nicht mehr zu verwenden, teilte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit.

Die Verbraucherschützer hatten die Unternehmen wegen zahlreicher Klauseln abgemahnt. Der vzbv ging neben Facebook, MySpace und StudiVZ auch gegen Xing, lokalisten.de und wer-kennt-wen.de vor.

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen der Netzwerke hätten die Nutzer häufig benachteiligt und den Betreibern weitgehende Rechte eingeräumt, erklärte der vzbv. In dem Verfahren sei es vor allem um die umfassende Nutzung und Verarbeitung der Daten gegangen.

Diese seien häufig ohne Zustimmung der Nutzer und "weit über den eigentlichen Zweck hinaus erfolgt", erklärte der vzbv. Die Netzwerke hätten nun zugesagt, dies zu ändern und die Änderungen bis Januar 2010 umzusetzen.

"Nicht immer auf Gesetze warten

Der vzbv kritisierte die Unternehmen jedoch trotz der erwirkten Erklärung für ihre abwartende Haltung beim Schutz der Daten ihrer Nutzer. "Man muss nicht immer auf Gesetze warten", erklärte vzbv-Vorstand Gerd Billen. So sollten die Netzwerke künftig etwa auch ohne gesetzliche Vorgaben dafür sorgen, dass neue Nutzer besser geschützt sind.

"Wer sich auf den Plattformen noch nicht auskennt, überblickt häufig nicht, wer welche Informationen einsehen kann", erklärte der vzbv. Die Anbieter sollten deswegen die Voreinstellung der Nutzerprofile für neue Nutzer in Zukunft restriktiver einstellen, damit die Nutzer nicht Information von sich preisgeben, ohne es zu wollen.

StudiVZ hatte bereits Mitte Oktober auf den Vorstoß des Verbraucherverbands reagiert. So wurde etwa bei Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Widerspruchsfrist der Nutzer von zwei auf sechs Wochen verlängert. (afp/dpa)

Datum:  12 | 11 | 2009
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