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06. Mai 2014

re:publica : Netzkonferenz im Schatten Snowdens

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Die Netzkonferenz re:publica in Berlin steht diesmal im Zeichen der Überwachung des Internets.  Foto: dpa

Auf der größten deutschen Netzkonferenz re:publica wird Asyl für Edward Snowden gefordert und über die verschiedenen Aspekte der Überwachung gesprochen.

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Berlin –  

Im vergangenen Jahr setzte die größte deutsche Netzkonferenz re:publica einen Schwerpunkt auf das Thema Netzneutralität, bei der ersten Veranstaltung nach den Veröffentlichungen von Edward Snowden geht es in diesem Jahr schwerpunktmäßig um Überwachung.

"Wir haben das Thema Überwachung schon immer thematisiert", erklärt Mit-Organisator und Netzpolitik-Aktivist Markus Beckedahl bei der Eröffnung der Veranstaltung in der Berliner Station. "Manche haben es damals nicht geglaubt." Nun wolle man drei Tage lang darüber diskutieren, wie man den Geheimdiensten das Netz entreißen könne. Dazu gibt es auf der diesjährigen re:publica - neben Themen aus allen Bereichen des Online-Lebens - alleine 70 Vorträge zu netzpolitischen Themen.

Die Snowden-Unterstützerin und Wikileaks-Mitarbeiterin Sarah Harrison spricht auf der größten Bühne der re:publica darüber, dass sie nicht in ihr Heimatland Großbritannien zurückkehren kann, nachdem sie Whistleblower Edward Snowden geholfen und ihn unter anderem vier Monate in Russland begleitet hat.

In ihren Augen war Snowdens Handeln "ein politischer Akt, weshalb er Asyl in den meisten Ländern dieser Welt verdient hat." Doch viele Länder hätten Angst vor den USA, so Harrison. Wenn Snowdens temporäres Asyl in Russland auslaufe, glaube sie nicht, dass andere Länder sich für ihn einsetzen würden, sagt Harrison. "Ihr habt zwei Monate, das in Deutschland zu ändern!", fordert sie das Publikum auf, das ihren Auftritt mit Standing Ovations feiert.

Asyl für Snowden?

Überhaupt zieht sich das Thema "Asyl für Edward Snowden" durch den Tag: Immer wieder wird die Forderung wiederholt und eins ist klar: würde es nach den Besuchern der re:publica gehen, Edward Snowden bekäme Asyl in Deutschland.

Auch Sascha Lobo beschäftigt sich mit der NSA-Affäre. "Sie ist wie ein Meteoriteneinschlag, das Ausmaß ist gar nicht zu fassen", sagt Lobo in seiner traditionellen Rede am ersten Abend der re:publica. "Und ihr installiert zwei Plugins und macht weiter wie bisher." Dabei habe sich "nichts verändert, was die Überwachungssituation des Internets angeht", so Lobo, der noch einmal seine These aus einem Artikel in der FAS aufgreift: "Das Internet ist kaputt, die Idee der digitalen Vernetzung ist es nicht." Deshalb fordert Lobo: "Wir müssen dafür kämpfen, dass Überwachung nicht Normalität wird." Die "Hobby-Lobby für das Internet" müsse sich professionalisieren und für das Internet kämpfen.

Der Entwickler und Journalist Jacob Appelbaum und Gillian C. York von der Electronic Frontier Foundation (EFF) beschäftigen sich mit einem anderen, komplexeren Aspekt der NSA-Affäre: der Kryptografie. "Wie brechen wir durch die 'Ich habe nichts zu verbergen'-Barrikade?", fragt York.

Wir haben uns das angeschaut und festgestellt, dass das schon in ähnlicher Form passiert ist: Zum Beispiel bei der Safer-Sex-Bewegung", sagt York und ergänzt: "Keiner hat damals gesagt, das ist zu kompliziert, ich verzichte auf Sex." "Genau das wollen wir mit Kryptografie auch schaffen", ergänzt Appelbaum. Dazu müsse man dorthin gehen, wo die gefährdeten Menschen sitzen und ihnen helfen. Knapp ein Jahr nach der ersten Enthüllung von Edward Snowden braucht es also immer noch Kreativität, um das Thema Überwachung einer breiteren Masse verständlich zu machen.

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