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11. Februar 2016

Social Media : Twitter verliert erstmals Nutzer

 Von Jonas Rest
Twitter verliert viele Nutzer.  Foto: REUTERS

Der Kurznachrichtendienst verliert erstmals Nutzer. Die Website ist vielen Menschen zu kompliziert, inzwischen gibt es rund eine Milliarde "tote" Konten.

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Twitter wächst nicht mehr. Im Gegenteil: Der Dienst verliert erstmals Nutzer. Für das Schlussquartal 2015 meldete Twitter am Mittwochabend nur noch 305 Millionen aktive Nutzer, wenn man die Abonnenten eines SMS-Dienstes herausrechnet. Das ist ein Rückgang von zwei Millionen binnen drei Monaten. Zusammen mit dem SMS-Dienst stagnierte die Nutzerzahl bei 320 Millionen Nutzern.

Da hilft es auch nichts, dass Twitter mehr an Anzeigen verdient und den Verlust binnen eines Jahres von 125,3 auf 90,2 Millionen US-Dollar senken konnte. Das fehlende Nutzerwachstum ist Twitters zentrales Problem: Es wird immer deutlicher, dass Twitter im Vergleich zu Netzwerken wie Facebook, Whatsapp oder Instagram ein Nischenphänomen bleiben wird. Damit ist Twitter als Werbemaschine einfach nicht so wertvoll wie andere Netzwerke – und nicht so wertvoll wie einst von den Investoren erwartet. Innerhalb von einem Jahr hat die Aktie zwei Drittel ihres Wertes verloren.

Facebook wächst

Die Entwicklung ist kein neues Phänomen. Die aktuellen Zahlen bestätigen nur einen Trend, der sich seit langem abzeichnet: Seit 2009 flacht Twitters Wachstumskurve ab – während Facebook rasant weiter wächst.

Im Nachhinein, erklärt Analyst Ben Thompson, scheint es klar, dass Twitter im Jahr 2009 bereits eine Grenze erreicht hatte: Damals hatte der Dienst nämlich die Zahl der Nutzer ausgeschöpft, die bereit sind, wirklich Zeit in die relativ komplizierte Nutzung des Dienstes zu investieren. Seither kamen zwar noch Nutzer hinzu, doch den meisten war Twitter zu umständlich. Sie meldeten sich an – und blieben weg. Auf 305 Millionen aktive kommen inzwischen über eine Milliarde inaktive Nutzer.

Lange Zeit ignorierte Twitter dieses Problem, versuchte nichts, um die Nutzung zu vereinfachen. Damit ist es nun vorbei. Seit Monaten probiert die Firma alles, um zugänglicher zu werden. Die drastischste Maßnahme: Die Timeline, in der die Tweets anderer Nutzer angezeigt werden, wird künftig nicht mehr chronologisch sortiert, sondern von einem Algorithmus. Twitter präsentiert zuerst die Tweets, die den Nutzer am ehesten interessieren könnten. Facebook geht schon seit langem so vor.

Das Problem ist nur: Es könnte einfach schon zu spät für Twitter sein. Es ist wesentlich schwieriger, Nutzer wieder für einen Dienst zu gewinnen, den sie bereits einmal ausprobiert und abgelehnt haben, als Nutzer dafür zu gewinnen, einen neuen Dienst auszuprobieren. Und: Die Zeiten haben sich geändert. Sie sind für Twitter auch insofern härter geworden, als dass das Unternehmen vor fünf Jahren, zu Beginn des Smartphone-Booms, kaum Konkurrenz hatte. Facebook kämpfte damals noch damit, den Sprung aufs Handy zu schaffen. Das ist lange vorbei. Inzwischen rangeln Konkurrenten von Snapchat bis Instagram um die Aufmerksamkeit der Nutzer auf dem Smartphone.

Twitter kann immer noch ein wertvoller Dienst für seine Nutzer sein. Doch die einst hohen Erwartungen der Investoren wird es wohl nicht erfüllen können.

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