Für deutsche Verhältnisse ist Facebook eine Datenschutz-Grauzone. Jetzt hat sich das Unternehmen überraschend zur freiwilligen Selbstkontrolle bereit erklärt.
In Deutschland unterstehen Betreiber von Sozialen Netzwerken bereits einem Verhaltenskodex zum Jugendschutz.
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In Deutschland unterstehen Betreiber von Sozialen Netzwerken bereits einem Verhaltenskodex zum Jugendschutz.
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Berlin –
Facebook geht nach jahrelanger Kritik an seiner Datenschutz-Politik auf die deutschen Behörden zu. Das weltgrößte Online-Netzwerk erklärte sich erstmals bereit, an einer Selbstregulierung der Branche zum Schutz der Nutzer teilzunehmen, wie das Bundesinnenministerium nach Gesprächen mit Facebook am Donnerstag mitteilte.
In Deutschland gibt es bereits den Verhaltenskodex zum Jugendschutz und den Verhaltenskodex für Betreiber von Social Communities bei der Freiwilligen Selbstkontrolle der Multimedia-Anbieter (FSM), die deutsche Anbieter unterzeichnet haben. Facebook beteiligte sich bisher nicht daran.
Allgemeiner Kodex für Soziale Netzwerke geplant
„Wir werden unsere Erfahrungen gerne in die Entwicklung gemeinsamer Branchen-Standards einbringen“, erklärte Facebooks Europa-Verantwortlicher Richard Allan. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kündigte an, er strebe mittelfristig einen allgemeinen Kodex für soziale Netzwerke an, „der Regelungen zur Datensicherheit, sicheren Identitäten sowie Aspekten des Daten-, Verbraucher- und Jugendschutzes enthält“.
So schützen Sie Kinder auf Facebook & Co.
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So schützen Sie Kinder auf Facebook & Co.
Soziale Netzwerke für Jugendliche
Portale wie SchülerVZ oder Knuddels richten sich gezielt an die junge Zielgruppe. Bei den Eltern werben die Betreiber damit, dass sie die Online-Umgebung besonders kinderfreundlich gestalten - etwa durch restriktive Privatsphäre-Einstellungen.
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Soziale Netzwerke für Erwachsene (1/3)
Doch auch in den Erwachsenen-Netzwerken wie Facebook und Wer-kennt-wen tummeln sich immer mehr Youngsters. Gerade Facebook erscheint attraktiv, da es im Vergleich zum SchülerVZ international ist. Viele Stars sind dort und die Kinder möchten sich mit ihnen „anfreunden“.
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Soziale Netzwerke für Erwachsene (2/3)
Offiziell verwehrt der Marktführer Kindern den Zugang. In den Nutzungsbedingungen heißt es: „Wenn du jünger als 13 Jahre bist, versuche bitte nicht, dich für Facebook zu registrieren oder uns personenbezogene Daten über dich zur Verfügung zu stellen.“ Doch die Altersbeschränkung lässt sich bei der Anmeldung einfach umgehen. Es reicht, ein falsches Geburtsdatum anzugeben - und schon ist ein Nutzerprofil erstellt.
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Soziale Netzwerke für Erwachsene (3/3)
Obwohl Kinder laut der AGBs von Facebook oder Wer-kennt-wen nicht zugelassen sind, sind sie trotzdem „drin“. Eltern wissen oft nicht, dass ihr Kind auf einer Freundschaftsplattform angemeldet ist. Dabei sollten besonders junge Kinder grundsätzlich in Online-Netzwerken begleitet werden.
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Gefahren im Netz (1/3)
Unter den virtuell verbundenen Freunden herrscht längst nicht immer eitel Sonnenschein. Ein großes Problem ist Cybermobbing. Das fängt bei Beleidigungen an...
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Gefahren im Netz (2/3)
... und geht bis zu ganzen Hass-Profilen oder Gruppen, die eine einzelne Person diffamieren. Oft schwiegen betroffenen Kinder, Eltern oder Lehrer werden erst gar nicht auf solche Fälle aufmerksam.
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Gefahren im Netz (3/3)
Zudem fallen die unbedarften Youngsters schnell auf Abzock-Angebote herein oder können Werbung nicht von anderen Inhalten unterscheiden.
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Privatsphäre-Einstellungen beachten (1/3)
Experten machen die Erfahrung, dass Kinder mit den „Wer-sieht-was-Optionen“ überfordert sind. Die Einstellungen sind oft schwer zu finden. Das bestätigt eine europaweite Umfrage der Europäischen Kommission. Nur jeder Zweite der befragten 11- bis 16-Jährigen wusste nach eigenen Angaben, wie er die Privatsphäre-Einstellungen von Profilen in sozialen Netzwerken verändern kann. In der Realität könnten es noch weniger sein.
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Privatsphäre-Einstellungen beachten (2/3)
Facebook beschränkt zwar den Zugang zu Profilen von Minderjährigen: Ihre Profile und Beiträge sind nicht öffentlich im Netz zu finden und können nur von bestimmten Nutzergruppen wie den eigenen Freunden gelesen werden.
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Privatsphäre-Einstellungen beachten (3/3)
Ihre Facebook-Freunde aber können sich auch Kinder selbst aussuchen und etwa Unbekannten das Mitlesen erlauben. In Netzwerken können auch moralisch fragwürdige Personen Kontakt zu Kindern aufnehmen und extremistische, pornografische oder gewaltvolle Inhalte verbreiten.
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Kinder auf soziale Netzwerke vorbereiten
Ein Verbot hilft aber kaum weiter, darin sind sich die Expertinnen einig. Eltern sollten die Angebote nicht per se als schlecht einstufen und sie ihren Kindern verbieten, sondern sich über Gefahren und Schutzmöglichkeiten informieren. Gut ist auch, das Profil auf Facebook gemeinsam anzulegen und einzustellen.
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Hilfe für Eltern (2/2)
Dort wird auch auf Alternativen zu Erwachsenen-Netzwerken verwiesen, etwa kindgerechte Chatrooms oder Instant Messenger.
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Laut der aktuellen Kinder- und Medien-Studie ist fast die Hälfte der Kinder bis 13 Jahren in mindestens einem Online-Netzwerk aktiv. Eltern sollten ihre Kinder daher auf mögliche Gefahren vorbereiten.
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Digital
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Die schrägsten Internet-Phänomene
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Die schrägsten Internet-Phänomene
„Owling“ (2/2)
… und veröffentlicht das Bild im Netz. Das „Owling“ ist ein Nachfolger des „Planking“. Den Übergang vom einen zum anderen Phänomen stellt der Teilnehmer in diesem Bild dar.
Foto: reddit.com
„Planking“ (1/2)
Während das „Owling“ noch in den Kinderschuhen steckt, ist das „Planking“ (auf Deutsch etwa „das Brett machen“) schon zum Massenphänomen mutiert. Hier ist das Ziel, sich möglichst flach wie ein Brett auf einen Gegenstand oder Untergrund zu legen.
Foto: lusinemarg/Wikimedia
„Planking“ (2/2)
Nach dem Tod eines „Plankers“, der vom Balkongeländer im siebten Stock stürzte, gab es Diskussionen, ob das Phänomen zu weit getrieben wurde. Sicherer ist auf jeden Fall diese Plank-Position auf flachem Gelände.
Foto: aimee daniells/Flickr
„Picture Crashing“ (1/2)
Im kanadischen Banff Nationalpark schlich sich ein vorwitziges Eichhörnchen vor die Linse der Familie Brandt und löste nach dessen Veröffentlichung auf der Website des National Geographic einen Internet-Hype aus.
Foto: Melissa Brandt/National Geographic
„Picture Crashing“ (2/2)
Unzählige Nutzer platzierten dasselbe Eichhörnchen anschließend in andere Szenerien, wie zum Beispiel hier vor den Astronauten John Young während einer Apollo-Mission auf dem Mond.
Foto: kurtmac/Flickr
„Transparent Screens“ (1/2)
Wie dieser Hype entstand, lässt sich nicht mehr nachvollziehen, aber das Foto-Portal Flickr ist voll von Bildern vermeintlich durchsichtiger Computer-Monitore.
Foto: BenSeese/Flickr
„Transparent Screens“ (2/2)
Dahinter steckt ein einfach Trick: Man muss nur den Hintergrund des Computers fotografieren und das Bild anschließend großflächig auf dem Computer darstellen.
Foto: Jay Divinagracia/Flickr
„Camera Tossing“ (1/2)
Beim „Camera Tossing“ wird die Digitalkamera in die Luft geworfen und macht mit Hilfe des Selbstauslösers seltsam schöne Bilder.
Foto: nadja/Wikimedia
„Camera Tossing“ (2/2)
Die Wurftechnik ist einfach: Nachdem der Selbstauslöser gedrückt worden ist, die Kamera so hochwerfen, dass sie rotiert. Dabei geht es tatsächlich mehr um die Drehbewegung als um Höhe.
Foto: Uwe Tönning/Wikimedia
Axel E. Fischer fordert…
Die unglücklich formulierte Forderung nach einem „Vermummungsverbot im Internet“ (es ging um die Aufhebung der Anonymität im Netz) des CDU-Bundestagsabgeordneten Axel E. Fischer zog unzählige ähnlich absurde Forderungen auf Twitter nach sich. Wie zum Beispiel: „Axel E. Fischer, CDU, fordert Angelschein für Phishing“ oder „Wärmeschutzverglasung für Windows.“
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„Flashmobs“ (1/2)
Auf Deutsch kann man dieses Phänomen etwa mit „Blitzauflauf“ übersetzen und genau das ist es auch: Blitzartig und scheinbar spontan fügen sich größere Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen zusammen und tun gemeinsam ungewöhnliche Dinge.
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„Flashmobs“ (2/2)
Spontan sind sie aber natürlich nicht, sie werden über soziale Netzwerke wie Facebook oder andere Online-Communities organisiert. Ursprünglich waren Flashmobs unpolitisch, es gibt jedoch auch Aktionen mit politischem Hintergrund.
Foto: YouTube
Comic-Profilbilder auf Facebook
Nach einem Aufruf im vergangenen Jahr tauschten unzählige Facebook-Nutzer ihr Profilbild gegen eine Comicfigur aus. Einen tieferen Sinn hatte diese Aktion nicht, sie war jedoch sehr erfolgreich. Und sie war nicht die erste ihrer Art: Immer wieder gibt es auch Aufforderungen durch den Wechsel des Profilfotos politische Botschaften zu unterstützen.
Foto: FR-Online.de
Chatroulette (1/2)
Die Videochat-Seite Chatroulette funktioniert nach dem Zufallsprinzip: Wer sich einloggt, wird mit einem zufällig ausgewählten Nutzer irgendwo auf der Welt verbunden. Ein paar Teilnehmer wurden richtig kreativ dabei…
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Chatroulette (2/2)
… und konfrontieren ihr Gegenüber mit ungewöhnlicher Maskerade. Die Reaktionen auf diesen „Stormtrooper“ sind lustig bis bizarr.
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„Lolcat“ (1/2)
Der Hype um die Lolcats beweist, dass man einen Internet-Hype nicht unbedingt verstehen muss, um ihn lustig zu finden. Die Bezeichnung Lolcat kommt von „LOL“ (Abkürzung für „laughing out loud“) und „cat“ (englisch für Katze). Hier werden Katzen orthographisch falsche Worte in den Mund gelegt.
Foto: michellelevine/Flickr
„Lolcat“ (2/2)
Die sogenannte Lol-Sprache hat inzwischen ein Eigenleben entwickelt. Das Buch „How to Take Over Teh Wurld: A LOLCat Guide 2 Winning“ hielt sich im Winter 2008/09 13 Wochen auf der Bestsellerliste der New York Times.
Foto: culturecat/Flickr
Neusynchronisierungen
Die Dialoge von Film- oder Serien-Klassikern mit einem eigenen, neuen Text zu versehen, ist ebenfalls eine beliebte Freizeitbeschäftigung vieler Internet-Nutzer. Zu den Internet-Klassikern gehören inzwischen die Star-Trek-Parodie „Sinnlos im Weltraum“ oder die Verulkung von „Herr der Ringe“: „Lord of the Weed“.
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„Owling“ (1/2)
Der neueste Trend im Netz heißt auf Deutsch soviel wie „die Eule machen“. Wer teilnehmen will, imitiert den Sitz des Nachtvogels auf möglichst ungewöhnlichem Untergrund…
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reddit.com
Digital
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Friedrich sieht mit der grundsätzlichen Bereitschaft von Facebook zu einer Selbstregulierung auch die aktuelle Diskussion darüber entschärft, in wieweit deutsches Datenschutz- und Telekommunikationsrecht für das Online-Netzwerk gilt. Facebook hat seine Europa-Niederlassung in Irland und hält daher irische Datenschutzbestimmungen für anwendbar. „Die Grundsatzfrage müssen wir dort diskutieren, wo sie entschieden wird, und das heißt auf europäischer Ebene“, betonte Friedrich jetzt. Unter anderem weil die Verhandlungen in Brüssel aber lange dauerten, mache es Sinn, auf Selbstregulierung zu setzen.
Facebook wird in Deutschland von Politikern und Datenschützern immer wieder vorgeworfen, nicht transparent genug mit Nutzer-Informationen umzugehen und gegen deutsche Bestimmungen zu verstoßen. Aktuell versucht der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert, Facebooks „Gefällt Mir“-Button von Websites im Norden zu verbannen. Er begründet sein Vorgehen damit, dass beim Anklicken der Schaltflächen Daten in die USA gelangten und dort rechtswidrige Nutzerprofile erstellt würden - auch von Nicht-Mitglieder.
Verbraucherministerium zeigt sich skeptisch
Zurückhaltend hat das Bundesverbraucherministerium auf die Facebook-Ankündigung reagiert, den Datenschutz für seine 20 Millionen Nutzer in Deutschland verbessern zu wollen. „Es bleibt abzuwarten, ob es sich nur um weitere Lippenbekenntnisse handelt“, erklärte Sprecher Holger Eichele am Donnerstag in Berlin. „Facebook hat seinen Absichtserklärungen in der Vergangenheit nur selten Taten folgen lassen.“ Wenn das soziale Netzwerk reagiere, dann immer nur sehr kurzfristig und nur auf massiven Druck der Nutzer, von Datenschützern oder der Konkurrenz, sagte der Sprecher von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU). (dpa/dapd)