Google will nicht länger hinterherhinken, wenn es um soziale Netzwerke im Web geht. Der Suchmaschinenriese stellte jetzt das Produkt Google Buzz vor, das auf dem eigenen E-Mail-Dienst (Gmail, Googlemail) basiert.
Die Mail-Nutzer "können ihre soziale Kommunikation im Netz noch einfacher organisieren und steuern", schwärmt der Konzern. Buzz bietet ähnliche Funktionen wie das weltgrößte soziale Netzwerk Facebook mit seinen rund 400 Millionen Nutzern und der rasant wachsende Kurznachrichtendienst Twitter.
Buzz nutzt die bestehenden sozialen Kontakte in Gmail und schlägt Freunde auf Basis der bisherigen E-Mail- und Chat-Geschichte vor. Der Dienst wird als Möglichkeit beschrieben, Neuigkeiten, Fotos oder Videos auszutauschen und mit Freunden oder Bekannten Unterhaltungen darüber einzuleiten oder fortzusetzen, was sie gerade tun oder denken.
Eigene Beiträge kann man allen Nutzern oder nur seinen engsten Freunden mitteilen. Wer schon etwas auf Twitter geschrieben hat oder über Fotos bei Picasa und Flickr verfügt, kann diese importieren. Auch Youtube-Videos können eingebunden werden.
Und Google verspricht noch mehr. Der Konzern will dafür sorgen, dass Buzz-Nutzer von der Flut der sozialen Daten nicht überschwemmt werden, sondern die für sie relevanten Neuigkeiten finden.
Dazu sollen wahrscheinlich uninteressante Nachrichten ausgesondert werden. Das mag vielen helfen, dürfte aber auch Datenschutz-Bedenken verstärken. Denn um Überblick zu schaffen, braucht Google mehr Daten.
Angebot auch für das Handy
Google verfügt zwar bereits seit 2004 mit Orkut über ein soziales Netzwerk, das aber nur in wenigen Märkten wie Brasilien erfolgreich ist. Facebook und Twitter können Google nicht gleichgültig sein, denn dort verbringen immer mehr Internet-Nutzer immer mehr Zeit.
Das macht sie auch für Werbetreibende lukrativer, auf deren Anzeigen das Google-Geschäftsmodell basiert. Ob der neue Google-Vorstoß den erhofften Erfolg bringen wird, ist ungewiss. Ein ähnliches Produkt von Yahoo, Yahoo Updates, hat bisher den Durchbruch nicht geschafft.
Buzz gibt es laut Google auch für Mobiltelefone. Dabei soll der aktuelle Standort eine wichtige Rolle spielen. Nutzer können Beiträge von Freunden lesen, mit denen sie unterwegs in Verbindung bleiben wollen, aber auch Kommentare zu Orten in ihrer Nähe. Zudem ist Buzz mit zusätzlichen Funktionen auch für Unternehmen und Schulen geplant.
Bei den rund 175 Millionen Gmail-Nutzern soll Buzz bald im Posteingang erscheinen. Neue User können sich unter mail.google.com anmelden oder unter buzz.google.com informieren.

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