Hamburg. Nach dem Selbstmord des mutmaßlichen Erpressers von VZnet Netzwerke (SchülerVZ, StudiVZ, MeinVZ) bringen laut einem "Spiegel"-Bericht Chatprotokolle das betroffene Unternehmen in Erklärungsnot. Matthias L., der in der Szene unter dem Pseudonym "Exit" auftrat, habe vor seiner Festnahme tagelang mit der Firma VZnet Netzwerke über eine Datenrückgabe verhandelt, berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin am Samstag vorab.
Der 20-Jährige hatte mit einem selbst geschriebenen Programm Daten von VZ-Nutzern zusammengetragen. Als das Sicherheitsleck bekanntgeworden sei, habe der Technikchef der VZ-Gruppe "Exit" am 17. Oktober über das Internet kontaktiert, schreibt der "Spiegel".
Das Protokoll des Chats zeige, dass der Firmenangestellte selbst mehrfach das Thema Geld angesprochen habe. Wenn man es schaffe, die Daten zu lokalisieren und zu löschen, dürfe "uns das auch was kosten", habe es etwa geheißen. Oder: "Du - und andere können bei uns rumhacken, wie sie wollen. Ich bezahl euch sogar gerne dafür" - unter der Bedingung: "Wenn ich jemanden dafür bezahle, möchte ich, dass das nicht public wird."
Das Unternehmen hatte bestritten, dass es zuerst die VZ-Seite gewesen sei, die Geld in Aussicht gestellt habe. Mit den entsprechenden Chat-Passagen konfrontiert, sagte VZ-Geschäftsführer Markus Berger-de León laut "Spiegel", er bleibe bei dieser Darstellung: "Zu Einzelheiten nehme ich keine Stellung." (ddp)

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