Berlin/Rom. Im Streit um Datensammlungen für den Internet-Kartendienst Street View hat Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) eine umfassende Aufklärung vom Konzern Google gefordert.
Das Unternehmen müsse die Technik in den Google-Autos komplett offenlegen, sagte Aigner der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Google hatte kürzlich eingeräumt, dass es für seinen Internetdienst Street View nicht nur die Standorte von WLAN-Sendern erfasst, sondern auch "unabsichtlich" persönliche Daten aus den Netzwerken sammelte.
Google-Autos fahren durch Deutschland und fotografieren mit einer 360-Grad-Kamera Haus für Haus ab. Nach Angaben der Zeitung werden die Fassaden der Häuser zusätzlich mit einem Laser abgescannt. Die Ministerin kritisierte, es zeige sich einmal mehr, dass niemand genau wisse, welche Daten Google noch erhebe. Die Behörden würden nur scheibchenweise informiert. "Wir wollen nun genau wissen, welche Instrumente hier wofür im Einsatz sind", sagte Aigner.
Aigner rechnet mit massenhaften Widersprüchen besorgter Bürger gegen Street View. Der "Saarbrücker Zeitung" (Mittwoch) sagte sie: "Wir schätzen, dass bei Google mittlerweile weit über 10 000 Widersprüche von Bürgern eingegangen sind." Nach der "illegalen WLAN- Aktion" werde die Zahl der Widersprüche noch einmal kräftig steigen, meinte die Ministerin. Google hatte zugesagt, den Dienst Street View erst dann in Deutschland zu starten, wenn die von den Bürgern eingereichten Widersprüche vollständig umgesetzt seien.
Google auch in Italien unter Druck
Das Internetunternehmen Google gerät wegen des Sammelns privater Daten über sein Street-View-Projekt jetzt auch in Italien unter Druck.
Die Datenschutzbehörde des Landes kündigte am Mittwoch in Rom an, die Behandlung der persönlichen Daten in diesem Google-Dienst daraufhin überprüfen zu wollen, ob sie zulässig und vorschriftsmäßig abgelaufen sei. In dem Vorverfahren soll Google nun die Datenschützer über den Zeitraum, den Verwendungszweck und die Speicherung etwa von WLAN-Daten informieren. Zudem will die Behörde wissen, ob Dritte zu solchen Nutzerdaten Zugang haben, die Google beim Einsatz seiner Kamera-Autos eventuell aufgezeichnet habe. (dpa)

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