Johannesburg. Südafrika hat am Montag eine Art virtuellen Pranger für Lehrer eingeführt, die wegen sexueller Vergehen bestraft worden sind. Mindestens 75 Namen befänden sich bereits auf der Homepage des Nationalen Lehrerrates (SACES), berichtete die Zeitung "The Mercury".
Mehrere Lehrergewerkschaften verurteilten den bereits im vergangenen Jahr angekündigten Schritt als "dumm" oder "ungerecht". "Das ist eine Attacke gegen die Lehrer", erklärte der Generalsekretär der Lehrergewerkschaft SAPTU in der Provinz KwaZulu-Natal, Mbuyiseni Mathonsi. Hilfsorganisationen dagegen begrüßten die Veröffentlichung als lange überfällig.
Südafrika hat eine der weltweit höchsten Vergewaltigungsraten. Nach einer Studie hat jeder vierte Südafrikaner mindestens einmal eine Frau vergewaltigt - ein Phänomen, das auch vor Schulen nicht haltmacht. Immer wieder wird bekannt, dass Lehrer Sex mit Schülerinnen haben. Die Homepage soll die Einstellung einschlägig vorbestrafter Lehrer verhindern. Allerdings werden nicht alle Details der Verurteilung veröffentlicht. (dpa)

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