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Video von US-Angriff: Das Weiße Haus schaut Wikileaks

Das Video vom US-Hubschrauberangriff auf eine Gruppe Iraker und die zynischen Bemerkungen der Besatzung gingen mittlerweile um die ganze Welt. Auch das Weiße Haus sah hin. Wikileaks kündigt ein weiteres Video an. Von Patrick Beuth

Er könne nicht sagen, ob Präsident Barack Obama persönlich das Video schon gesehen habe, sagte sein Sprecher Robert Gibbs. Die Bilder von dem Blutbad, bei dem zwölf Menschen, darunter auch zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters ums Leben kamen, seien jedoch schockierend und sehr tragisch.
Er könne nicht sagen, ob Präsident Barack Obama persönlich das Video schon gesehen habe, sagte sein Sprecher Robert Gibbs. Die Bilder von dem Blutbad, bei dem zwölf Menschen, darunter auch zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters ums Leben kamen, seien jedoch "schockierend und sehr tragisch".
Foto: afp

Im Erregen von Aufmerksamkeit hat Wikileaks mittlerweile die höchste aller Stufen erreicht. Selbst das Weiße Haus sah sich am Dienstag gezwungen, auf das Video zu reagieren, das die US-Armee bei einem Hubschrauberangriff auf eine Gruppe Iraker zeigt und das von der Enthüllungsplattform veröffentlicht worden war.

Er könne nicht sagen, ob Präsident Barack Obama persönlich das Video schon gesehen habe, sagte sein Sprecher Robert Gibbs. Die Bilder von dem Blutbad, bei dem zwölf Menschen, darunter auch zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters ums Leben kamen, seien jedoch "schockierend und sehr tragisch".

Das Video von dem Vorfall in Bagdad 2007 und die zynischen Bemerkungen der Hubschrauberbesatzung gingen mittlerweile um die ganze Welt. Uneins sind sich die Kommentatoren darüber, ob der Angriff den Einsatzbestimmungen der US-Streitkräfte entsprach.

Die Diskussion hatte gerade erst richtig Fahrt aufgenommen, da kündigte Wikileaks-Sprecher Julian Assange am Dienstag schon die Veröffentlichung des nächsten Videos an. Es soll einen US-Angriff in Afghanistan dokumentieren, bei dem 97 Zivilisten ums Leben kamen.

Assange nutzte die Gelegenheit auch, um auf das größte Problem von Wikileaks aufmerksam zu machen: Geldmangel. Die fünf Vollzeit-Mitarbeiter leben von ihrem Ersparten, das mittlerweile aufgebraucht sei. Weil die Popularität der Seite immer weiter steigt, erhöhten sich auch die Kosten für Server und Verwaltung. 600000 US-Dollar benötigten die Macher für dieses Jahr, um das Projekt weiterhin betreiben zu können. Gut zwei Drittel davon hätten sie in den letzten Monaten durch Spenden eingenommen.

Hinter Wikileaks steht eine Gruppe von Idealisten aus aller Welt, darunter Informatiker, Dissidenten und Journalisten. Sie überprüfen Informationen, die ihnen zugespielt werden, mit forensischen Mitteln, hinterfragen Inhalt, Kontext und die mögliche Motivation des Whistelblowers - und veröffentlichen die Dokumente so, dass keine Hinweise auf die Einsender übrig bleiben. Das Video aus dem Irak etwa mussten sie aufwendig entschlüsseln. Die Server von wikileaks.org stehen in Ländern, in denen Meinungsfreiheit und Quellenschutz geachtet werden. Bis heute ist nach Angaben der Aktivisten kein Informant enttarnt worden.

Mehr denn je wird Wikileaks nun als journalistische Plattform wahrgenommen. Julian Assange selbst betrachtet die Arbeit der Gruppe auch als "Hightech-Investigativjournalismus" - und als Vorbild für andere Medien.

Autor:  Patrick Beuth
Datum:  7 | 4 | 2010
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