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Werbe-Consultant: Der virtuelle Freund

Wenn Hinrich neue Leute kennen lernt, zieht es ihn kurz darauf ins Internet. "Ich füge sie dann gleich bei Facebook zu meinen Freunden hinzu, dann weiß ich mehr über sie."

Man könne den Vorgang auch Stalken nennen, aber Hinrich findet das "zeitgemäß". Und falls es doch nichts werden sollte, so könne man der Person die Freundschaft auch mit einem Klick wieder kündigen. "Das erspart eine Menge Diskussionen."

Hinrich pflegt Profile in mindestens fünf sozialen Netzwerken, auch bei den Marktführern von StudiVZ, Facebook oder MySpace. Angefangen habe alles vor "etwa sechs Jahren" beim Karriere-Netzwerk Open BC, heute bekannt als Xing. "Das war nach der Uni, man konnte dort seinen Lebenslauf hochladen."

Heute ist das Internet sein ständiger Begleiter, vor allem Facebook nutzt er fast rund um die Uhr. Über sein Blackberry-Handy wahrt Wittern immerzu Kontakt zum virtuellen Raum. "Ich schreibe keine SMS mehr, nur noch Nachrichten über Facebook." 443 Kontakte zählt er dort. "Die meisten davon nenne ich wirklich Freunde", sagt er. Seine Definition von (virtueller) Freundschaft: "Ich muss mich mit der Person wenigstens unterhalten haben."

Dabei sind nicht alle Freunde gleich: Um Informationen bestimmten Personen vorenthalten zu können, ordnet er sie in persönliche oder berufliche Gruppen ein. Generell achtet Hinrich sehr darauf, welche Bilder und Daten er ins Netz stellt und welche nicht. "Für Fremde ist mein Profil, bis auf meinen Namen, das Profilbild und den Namen meiner Agentur, geschlossen."

Bei der Selbstdarstellungsplattform MySpace, ist Wittern weniger restriktiv. "Da füge ich Kontakte schneller hinzu." Obwohl er rasch merkte, dass ihm das "nichts bringt". Auf diese Weise kann er sich immerhin Nachwuchsbands anhören, die dort ihre Musik präsentieren.

Autor:  Tonio Postel
Datum:  10 | 2 | 2010
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