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03. Februar 2016

Youtube: Youtuber sollen den Islam erklären

 Von Jörg Wimalasena
Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (l, CDU) und die Youtuber Nemi El-Hassan (M) und Mirko Drotschmann bei der Präsentation des Projekts «Begriffswelten Islam».  Foto: dpa

Um Jugendliche vor einer Radikalisierung zu bewahren, setzt die Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) jetzt auch auf Youtube: Bekannte Youtube-Künstler haben in Zusammenarbeit mit der BPB 16 Videos ins Netz gestellt, in denen sie über den Islam aufklären.

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Politik und Youtube, das passt zusammen. Spätestens seit der bekannte Youtuber Florian Mundt, besser bekannt als LeFloid, im vergangenen Sommer Kanzlerin Merkel interviewte, haben Politiker den Nutzen von Social-Media-Kanälen erkannt. Die Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) setzt jetzt ebenfalls auf Youtube, allerdings um Islamfeindlichkeit und der Radikalisierung junger Muslime vorzubeugen. Gemeinsam mit Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und zwei Youtubern stellte BPB-Chef Thomas Krüger das Projekt „Begriffswelten Islam“ in Berlin vor.

Bekannte Youtube-Künstler haben in den vergangenen Monaten in Zusammenarbeit mit der BPB 16 Videos auf die Plattform gestellt, in denen sie über den Islam aufklären und Vorurteile ausräumen. Mit dabei ist das Satirekollektiv „Datteltäter“, das seit Sommer vergangenen Jahres die Propaganda des „Islamischen Staates“ persifliert. TV-Journalist Mirko Drotschmann, alias „Mr.Wissen2Go“, der auf Youtube Nachrichten für ein junges Publikum verarbeitet, hat sich ebenfalls beteiligt.

Die Vorurteile gegenüber dem Islam, genau wie die Radikalisierung junger Muslime, fangen oft schon bei der falschen Verwendung von Begriffen an. Die Youtuber wollen aufklären. Die Datteltäter-Aktivistin Nemi El-Hassan erklärt zum Beispiel in einem Video, was es eigentlich mit dem islamischen Begriff Dschihad auf sich hat. Häufig sei damit eben kein Krieg gemeint, sondern die Anstrengung, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. In jugendgerechter Sprache und mit Hilfe von Kartonagen-Cartoons will El-Hassan mit dem sechsminütigen Video gleichaltrige Gläubige erreichen, damit diese sich nicht von den Ideologien radikaler Islamisten vereinnahmen lassen.

Dass El-Hassan selbst Muslima ist, spielt dabei eine wichtige Rolle. „Gerade Muslime können muslimische Begriffe besser vermitteln“, weil sie zur gleichen Community gehörten, sagte sie in Berlin zu de Maizière, mit dem sie in Berlin gemeinsam auf einer Bühne sitzt. Auch müsse man den Islamisten gerade da entgegentreten, wo sie besonders aktiv seien – eben in sozialen Netzwerken. Man müsse ein „Gegengewicht zu denen sein, die Unislamisches verbreiten“.

De Maizière pflichtete bei: „Wir wollen das Internet nicht dem Hass und den Extremisten überlassen.“ Die BPB unterstützt die Youtuber bei der Beschaffung von Informationen. Die Erklärungen der Begriffe in den Videos entstanden unter Mitarbeit islamischer Gelehrter.

Warum ausgerechnet über Youtube der Radikalisierung vorgebeugt werden soll, erklärte Innenminister de Maizière. „Es gibt viele Menschen, die sich von den traditionellen Medienangeboten abgemeldet haben.“ Diese Menschen könne man nur noch über die sozialen Medien erreichen.

Die Kooperation mit den Youtubern begründete BPB-Mann Krüger damit, dass diese sich mit Tonfall, Konventionen und Ästhetik der Videoplattform auskennen würden. Um von den jungen Nutzern ernst genommen zu werden, müsse man sich „glaubwürdig in diesem Bereich bewegen“. Krüger ist mit dem bisherigen Ergebnis des Projekts zufrieden. Fast eine halbe Million Klicks haben die Videos generiert, 70 Prozent der Nutzer schauten die Videos bis zum Schluss an.

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