Der Arzt und Menschenrechtsverteidiger Binayak Sen befindet sich nach seiner Festnahme am 14. Mai 2007 immer noch im Gefängnis von Raipur, im Bundesstaat Chhattisgarh. Amnesty International geht davon aus, dass die Anklagen gegen ihn politisch motiviert sein könnten und darauf abzielen Menschenrechtsverteidiger zum Schweigen zu bringen, die gegen die Miliz "Salwa Judum" eintreten.
Die "Salwa Judum" geht gegen die verbotene maoistische Kommunistische Partie Indiens (mKPI) vor.
Schreiben Sie in gutem Hindi, Englisch oder auf Deutsch an: Shivraj Patil Minister of Home Affairs Ministry of Home Affairs North Block, Central Secretariat New Delhi - 110 001, Indien (korrekte englische Anrede: Dear Minister) (Standardbrief Luftpost bis 20 g: 1,70)
Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an: Botschaft der Republik Indien I.E. Frau Meera Shankar Tiergartenstr. 17, 10785 Berlin Telefax: 030-2579 5102 E-Mail: dcm@indianembassy.de oder ambassador@indianembassy.de
Im Rahmen seiner Menschenrechtsarbeit besuchte Binayak Sen das führende Mitglied der maoistischen mKPI Narayan Sanyal oft im Gefängnis Raipur. Die Polizei behauptete, dass Narayan Sanyal bei diesen Treffen Binayak Sen Briefe an Piyush Guha mitgab, ein ebenfalls führendes Mitglied der maoistischen KPI, der anschließend festgenommen wurde.
Amnesty International glaubt, dass Binayak Sen auch festgenommen worden sein könnte, weil er Berichte über staatliche Morde im Zusammenhang mit "Salwa Judum"-Aktionen der Polizei im Bundesstaat Chhattisgarh untersuchte.
"Salwa Judum" soll von den Menschen in Chhattisgarh 2005 initiiert worden sein, um der maoistischen Gewalt in diesem Bundesstaat entgegenzutreten. Doch Menschenrechtler haben Beweise dafür zusammengetragen, dass "Salwa Judum" in Wahrheit ein vom Staat unterstützter Versuch ist, die Maoisten aus Chhattisgarh zu vertreiben und schlussendlich Unternehmen einen besseren Zugang zu den reichen Bodenschätzen des Bundesstaates zu ermöglichen.
Binayak Sens Festnahme könnte auch der Versuch sein, zu zeigen, dass Treffen mit oder Sympathie für die bewaffnete maoistische Linke an sich ein Verbrechen ist. Eine rechtmäßige Verurteilung in diesem Sinne würde Tausende von Menschenrechtlern in ganz Indien belasten und ihre Vereinigungsfreiheit entscheidend beschneiden.
Binayak Sen hat sich um eine Entlassung gegen Kaution bemüht, aber sein Antrag wurde beim Hohen Gericht in Chhattisgarh abgewiesen, da die Polizei seine angebliche Verbindung zu einer bewaffneten linken Gruppe untersuchte. Doch seine Verteidiger gaben an, dass die Beweise, die verwendet werden, um ihn zu belasten, dünn und ohne wirkliche Grundlage sind.
Amnesty International hat erfahren, dass Binayak Sens Anwälte keine wichtigen Informationen bezüglich der Beweise, die angeblich auf seinem Besitz gefunden wurden, erhalten haben. Am 28. Dezember 2007 fand eine Anhörung statt. Jüngste Berichte sprechen davon, dass die Gesundheit von Binayak Sen angeschlagen ist.
Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den indischen Innenminister, in denen sie umgehend ein faires Gerichtsverfahren für Binayak Sen fordern, dass seine Anwälte alles für seine Verteidigung nötige Material erhalten und er die notwendige medizinische Versorgung erhält.
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