Ja, noch in diesem Jahr in einer kleineren Moschee - unter allen möglichen Sicherheitsvorkehrungen. Salman Rushdie, der eine Weile lang bei mir gewohnt hat, wird wegen seiner Satanischen Verse immer noch bedroht. Ich möchte mich damit nicht abfinden.
Wurden Sie deshalb auch bedroht?
Sicherheitsbehörden sagten mir, ich sei auf einer Website von El Kaida als Islam-Feind Nr. 1 ausgelobt. Da dachte ich, Mensch, wie habe ich das denn geschafft? Ich habe mir aber der Familie wegen Polizeischutz gefallen lassen. Bedrohungen gab es ja immer wieder. Von der PKK, vom Iran, es gab einmal einen Brandanschlag auf mein Haus, das Archiv ist abgebrannt. Zur Zeit gibt es Telefonterror bis in die Nacht.
Sie sind kürzlich 66 Jahre alt geworden. Haben Sie diese Aufregung nie satt?
Nein, das alles macht mir Spaß, ist auch ein Spiel. Ich spiele für mein Leben gern. Wenn es unbedingt sein muss, kann es so weit gehen, dass ich mein Leben dafür aufs Spiel setze.
Was können wir noch erwarten?
Demnächst tauche ich in eine neue Fabrik ab. Außerdem entsteht zeitversetzt mit versteckter Kamera auch ein Kinofilm. Zudem schreibe ich gerade an meiner Autobiografie. Das soll erst nach meinem Tode erscheinen, dann brauche ich mich nicht mehr mit anderen auseinanderzusetzen, die darin vorkommen.
Interview: Matthias Thieme
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.