Gegen die Kurve lässt sich keine Politik machen. Das ist einer der Grundsätze, die Bayern-Präsident Uli Hoeneß gerne zu einer Gesetzmäßigkeit des Bundesligageschäfts erhebt. Und das nicht erst, seit er sich in der Münchner Arena selbst Anfeindungen der Bayern-Anhänger ausgesetzt sieht. Die Hoeneßsche Regel ist jedoch nur noch ein Teil der Wahrheit. Die passive Rolle der Kurve, deren Reaktionen auf bereits vom Verein getroffene Entscheidungen dem Bayern-Manager als Gradmesser für die Umsetzbarkeit dienen, ist Geschichte. Die Kurve macht heute selbst die Politik. Wobei die Kurve in den Klubs, die in den vergangenen Monaten wahre Fanaufstände erlebten, genau genommen eher selten der Ursprung von Protest und Initiativen ist.
In Köln etwa sind es nicht die Kuttenträger, die den Verein herausfordern. Die Initiative „FC Reloaded“, formiert sich unter dem Leitspruch „Wir holen uns unseren FC zurück“ um den Anwalt Stefan Müller-Römer. Und von dem 42-Jährigen und seinen Mitstreitern sind keine „Trainer-raus“- oder „Scheiß-Millionäre“-Rufe zu hören, sondern nüchtern formulierte Forderungen nach neuen Strukturen im Verein, mehr Transparenz und vor allem mehr Mitbestimmung für die FC-Mitglieder. Das Ganze ist ein kaum verhohlener Angriff auf Präsident Wolfgang Overath, dem die Mitglieder auch auf Römers Initiative hin die Entlastung verweigerten.
Man kann es aber auch anders formulieren und dem Fan-Engagement viel Positives abgewinnen. Wie es Michael Gabriel von der Koordinationsstelle Fanprojekte tut: „Wir müssen den verengten Blick auf die Fans aufbrechen“, sagt Gabriel. „Die Fankultur setzt sich aus so vielfältigen Personen zusammen, da sind natürlich auch Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen darunter. Das sollten Vereine konstruktiv nutzen.“
Von vielen Vereinsoberen wird das neue Engagement der Basis eher als Bedrohung wahrgenommen. Das liegt wohl auch daran, dass sich viele Initiativen aus unauffälligen, aber kritisch mitdenkenden Gegentribünen-Sitzern speisen, die zwar nicht zu jedem Auswärtsspiel fahren, aber an den Fehlentwicklungen in ihrem Verein leiden. Oft, aber natürlich nicht immer, geht es den Aufständischen tatsächlich um das Wohl des Vereins. In Stuttgart indes, wo ein Bankmanager die Vereinsführung stürzen will, würden sich die Aufständischen nach der nächsten Mitgliederversammlung am liebsten selbst im Chefsessel sehen.
Ein Vorbild der Stuttgarter Opposition dürfte der Hamburger SV sein, der einer der letzten großen Klubs ist, die noch in althergebrachter Vereinsstruktur aufgebaut sind und ihre Fußballabteilungen noch nicht in GmbHs oder Aktiengesellschaften ausgegliedert haben. In der Hansestadt gelang es Anfang des Jahres der Fan-Gruppe „chosen few“, vier Kandidaten in den Aufsichtsrat des Vereins zu bringen. Dass dort ohnehin traditionell ein Fanvertreter einen Platz sicher hat, machte die Arbeit des geschassten HSV-Vorstandschefs Bernd Hoffmann nicht einfacher.
Ein ähnlicher Coup gelang der Fangruppe „Pro 1860“ vor knapp vier Jahren in München, die sogar ihre Kandidaten im Präsidium des Vereins in Amt und Würden brachte. In Gladbach scheiterte ein Unternehmer-Trio knapp an der Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die die Vereinsführung einige Nerven gekostet hätte. In Nürnberg rebellierten Fans gegen die Benennung ihres einstigen Frankenstadions nach einer Bank, mit der Konsequenz, dass sich der FCN bald einen neuen Namenssponsor suchen darf. Zuletzt regte sich noch dazu Protest gegen den Trikotsponsor Areva, einen französisch-deutschen Atomkonzern. Und in Hamburg gehört der Aufstand der St. Pauli-Fans gegen eine zunehmende Vermarktung des Kultes um ihren Verein ohnehin zur Folklore.
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„Dass die Fans immer stärker Einfluss auf die Vereinspolitik nehmen wollen, beobachten wir schon seit gut zehn Jahren“, sagt Fan-Experte Michael Gabriel. Als Gründe für das Engagement sieht Gabriel auch die zunehmende Entfremdung zwischen Fans und immer professioneller agierenden Vereinen. „Die Fans sehen den Fußball als Sport in Gefahr und wollen ihn schützen.“ Angst müsste die Vereinsführung davor nicht haben, glaubt er. „Die Fans hängen doch an ihrem Verein und würden damit immer pfleglich umgehen.“
Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer von Bayer 04 Leverkusen und als ehemaliger Präsident des Ligaverbandes einer der Gründungsväter der Deutschen Fußball-Liga, plädiert dafür, „einen Mittelweg“ bei der Beteiligung von Fans zu finden. „Klar ist aber auch, dass Entscheidungen in Unternehmen mit Millionenumsätzen eher rational als emotional getroffen werden müssen.“ Sein Verein bietet dafür die besten Voraussetzungen, da er eine einhundertprozentige Tochter des Bayer-Konzerns ist und der Sportverein TSV Bayer 04 Leverkusen ihm nicht ins Geschäft hineinreden kann.
Dass in den anderen Klubs die Fans – sofern die denn Vereinsmitglieder sind – Einfluss nehmen können, haben sie deutschem Vereinsrecht zu verdanken. Sieben der 18 Bundesligaklubs sind noch ausschließlich als eingetragene Vereine organisiert (Mainz, Kaiserslautern, Nürnberg, Freiburg, Hamburg, St. Pauli, Stuttgart). Bei den anderen, die ihre Fußballprofi-Abteilungen in Kapitalgesellschaften aus dem Verein ausgegliedert haben, sorgt die vom DFB installierte 50+1-Regel dafür, dass der Verein immer das letzte Wort hat – und verhindert eine Machtübernahme durch Investoren. Ausnahmen gibt es nur für die aus Unternehmen hervorgegangenen Werksklubs Leverkusen und Wolfsburg.
„Es ist gut, wenn ein Verein auch ein Verein bleibt“, glaubt Michael Gabriel. „Das stärkt die Identifikation.“ Wenn Gabriel nach dem Nutzen von Fanbeteiligungen gefragt wird, fallen ihm etliche Beispiele ein. „Bei Stadion-Neubauten ist das ein einziges Erfolgsmodell“, sagt er. „Es ist also auch den Fans zu verdanken, dass die Bundesliga weltweit die zuschauerstärkste Liga ist, weil sie für den Erhalt der Stehplätze gekämpft haben.“
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Real Madrid | 121:32 | 100 | ||
| 2 | FC Barcelona | 114:29 | 91 | ||
| 3 | FC Valencia | 59:44 | 61 | ||
| 4 | FC Malaga | 54:53 | 58 | ||
| 5 | Atletico Madrid | 53:46 | 56 | ||
| 6 | UD Levante | 54:50 | 55 | ||
| 7 | CA Osasuna | 44:61 | 54 | ||
| 8 | RCD Mallorca | 42:46 | 52 | ||
| 9 | FC Sevilla | 48:47 | 50 | ||
| 10 | Athletic Bilbao | 49:52 | 49 | ||
| 11 | Real Sociedad | 46:52 | 47 | ||
| 12 | Real Betis Sevilla | 47:56 | 47 | ||
| 13 | FC Getafe | 40:51 | 47 | ||
| 14 | Espanyol Barcelona | 46:56 | 46 | ||
| 15 | Rayo Vallecano | 53:73 | 43 | ||
| 16 | Real Saragossa | 36:61 | 43 | ||
| 17 | FC Granada | 35:56 | 42 | ||
| 18 | FC Villarreal | 39:53 | 41 | ||
| 19 | Sporting Gijon | 42:69 | 37 | ||
| 20 | Racing Santander | 28:63 | 27 | ||
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Manchester City | 93:29 | 89 | ||
| 2 | Manchester United | 89:33 | 89 | ||
| 3 | FC Arsenal | 74:49 | 70 | ||
| 4 | Tottenham Hotspur | 66:41 | 69 | ||
| 5 | Newcastle United | 56:51 | 65 | ||
| 6 | FC Chelsea | 65:46 | 64 | ||
| 7 | FC Everton | 50:40 | 56 | ||
| 8 | FC Liverpool | 47:40 | 52 | ||
| 9 | FC Fulham | 48:51 | 52 | ||
| 10 | West Bromwich Albion | 45:52 | 47 | ||
| 11 | Swansea City | 44:51 | 47 | ||
| 12 | Norwich City | 52:66 | 47 | ||
| 13 | AFC Sunderland | 45:46 | 45 | ||
| 14 | Stoke City | 36:53 | 45 | ||
| 15 | Wigan Athletic | 42:62 | 43 | ||
| 16 | Aston Villa | 37:53 | 38 | ||
| 17 | Queens Park Rangers | 43:66 | 37 | ||
| 18 | Bolton Wanderers | 46:77 | 36 | ||
| 19 | Blackburn Rovers | 48:78 | 31 | ||
| 20 | Wolverhampton Wand. | 40:82 | 25 | ||
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Sandhausen | 57:42 | 66 | ||
| 2 | VfR Aalen | 50:42 | 64 | ||
| 3 | Jahn Regensburg | 55:41 | 61 | ||
| 4 | 1. FC Heidenheim | 48:36 | 60 | ||
| 5 | Rot-Weiß Erfurt | 54:41 | 59 | ||
| 6 | Burghausen | 55:47 | 57 | ||
| 7 | VfL Osnabrück | 46:35 | 55 | ||
| 8 | Kickers Offenbach | 49:41 | 55 | ||
| 9 | Chemnitzer FC | 47:43 | 55 | ||
| 10 | 1. FC Saarbrücken | 61:51 | 54 | ||
| 11 | VfB Stuttgart II | 44:47 | 50 | ||
| 12 | Preußen Münster | 40:44 | 50 | ||
| 13 | Arminia Bielefeld | 51:57 | 50 | ||
| 14 | Darmstadt 98 | 51:47 | 49 | ||
| 15 | Unterhaching | 63:59 | 44 | ||
| 16 | Wiesbaden | 40:48 | 44 | ||
| 17 | SV Babelsberg | 44:59 | 44 | ||
| 18 | Carl Zeiss Jena | 39:59 | 39 | ||
| 19 | Oberhausen | 33:47 | 38 | ||
| 20 | Werder Bremen II | 29:70 | 22 | ||
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | EHC Dortmund | 151:45 | 58 | ||
| 2 | EC Bad Nauheim | 162:43 | 56 | ||
| 3 | Kassel Huskies | 145:57 | 51 | ||
| 4 | EV Duisburg | 133:46 | 44 | ||
| 5 | Löwen Frankfurt | 112:67 | 40 | ||
| 6 | Hammer Eisbären | 98:82 | 40 | ||
| 7 | Ratinger Ice Aliens | 109:76 | 34 | ||
| 8 | Königsborner JEC | 90:109 | 33 | ||
| 9 | ESC Moskitos Essen | 62:118 | 18 | ||
| 10 | Herforder EV | 71:175 | 16 | ||
| 11 | EHC Krefeld | 42:158 | 3 | ||
| 12 | EHC Netphen 08 | 35:234 | 3 | ||
| Mannschaft | Körbe | Punkte | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Brose Baskets | 3033 | : | 2387 | 60 | |
| 2 | ratiopharm Ulm | 2778 | : | 2539 | 54 | |
| 3 | ALBA Berlin | 2825 | : | 2478 | 52 | |
| 4 | Artland Dragons | 2870 | : | 2655 | 48 | |
| 5 | FC Bayern München | 2672 | : | 2513 | 44 | |
| 6 | s.Oliver Baskets | 2431 | : | 2295 | 40 | |
| 7 | NY P. Braunschweig | 2645 | : | 2651 | 36 | |
| 8 | Baskets Bonn | 2730 | : | 2618 | 36 | |
| 9 | FRAPORT SKYLINERS | 2347 | : | 2337 | 34 | |
| 10 | Oldenburg | 2736 | : | 2755 | 32 | |
| 11 | Eisbären Bremerhaven | 2626 | : | 2731 | 32 | |
| 12 | Tigers Tübingen | 2628 | : | 2719 | 30 | |
| 13 | BBC Bayreuth | 2357 | : | 2643 | 24 | |
| 14 | TBB Trier | 2297 | : | 2509 | 22 | |
| 15 | Phoenix Hagen | 2689 | : | 3016 | 22 | |
| 16 | EnBW Ludwigsburg | 2601 | : | 2655 | 20 | |
| 17 | Gießen 46ers | 2341 | : | 2645 | 18 | |
| 18 | BG Göttingen | 2327 | : | 2787 | 8 | |
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