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Dschungelcamp
Das Dschungelcamp ist wieder da: Wir begleiten für Sie die siebte Staffel der RTL-Dschungelshow "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!"

14. Januar 2013

Dschungelcamp: Dschungelcamp in der Mitte der Gesellschaft

 Von Marcus Bäcker
Sonja Zietlow und Daniel Hartwich moderieren "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!". Foto: RTL / Stefan Gregorowius

Was sagt es über die Mitte unserer Gesellschaft aus, wenn die Dschungelshow dort nicht nur angekommen, sondern auch amüsiert in Empfang genommen wird? Auch unser Autor hat beim "Dschungelcamp" seinen Spaß - und freut sich über den schönsten Satz, den er seit langer Zeit hören durfte.

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Liebe Frau Wick,

gerne antworte ich auf Ihre Frage, ob es mich wundert, dass es Daniel Hartwich war, der in der Mitte der Gesellschaft auf die Dschungelshow gewartet hat. Ich muss Sie allerdings vorwarnen, denn ich möchte nicht ausschließen, dass Sie mich anschließend für einen miesepetrigen Kulturpessimisten halten könnten.

Dschungelcamp 2013

Bilder und alle Kolumnen rund um das RTL-Dschungelcamp im FR-Spezial.

Bevor ich dieses Risiko eingehe, komme ich nicht umhin, den wohl schönsten Satz, den ich seit langer Zeit hören durfte, wörtlich zu zitieren. Er stammt von Joey, den Fiona auf keinen Fall „Hohlbratze“ nennen möchte, weil er soooo süß – im Sinne von „possierlich“ – sei. Aber nun: der Satz. Ausgesprochen von Joey, nachdem er beinahe von einem Palmzweiglein erschlagen worden wäre, das er bis dahin für ein Plastikprodukt gehalten hatte. „Ich habe keinen Bock, dass ich morgen tot aufwache.“ Jetzt mal ehrlich, Frau Wick: ist das nicht ganz große Kunst? Hach.

Beinahe philosophisch

Nun möchte ich Ihnen aber geschwind Ihre Frage beantworten, sonst halten Sie mich noch für unhöflich. Wobei – es gab noch einen zweiten tollen Satz. Den wiederum deklamierte Klaus von Klaus & Klaus, der als Ersatz für Helmut Berger (!) in den Dschungel geschickt wurde. Dieser Klaus von Klaus & Klaus also sagte: „Ich glaube, ich bin ich.“ Ich möchte das beinahe philosophisch nennen.

Noch heftiger applaudierte ich nur, als Olivia Jones völlig zu Recht über den Ex-Dagobert Arno Funke sagte, er sei einer der wenigen im Camp, die überhaupt einen IQ hätten. Schön, nicht wahr?

Daniel Hartwich macht seine Aufgabe gut

Nun aber: meine Antwort. Tatsächlich wundere ich mich vor allem, was es über die Mitte unserer Gesellschaft aussagt, wenn die Dschungelshow dort nicht nur angekommen, sondern auch amüsiert in Empfang genommen wird. Sie dürften ja schon gemerkt haben: Auch ich habe meinen Spaß. Doch wenn ich auch nur einen Schritt zurückgehe, ein wenig Distanz schaffe und mich frage, was ich da eigentlich sehe – dann wird mir wieder klar, dass mittlerweile doch sehr unkritisch eine Sendung bejubelt wird, in der es völlig natürlich erscheint, dass die Masse darüber entscheiden darf, wer bestraft wird, die einem das Mitleid zugunsten der Schadenfreude austreibt, die nur funktioniert, wenn es Krawall gibt, und die es noch dem ärmsten Würstchen möglich macht, sich über andere zu erheben.

Daniel Hartwich passt in diese Mitte, weil seine Kernaufgabe bei RTL darin besteht, unkritisch alles wegzumoderieren, was man ihm anbietet. Und ja, er macht das gut. Womit ich den Distanzmodus auch schon wieder verlasse und in die showimmanente Betrachtungsweise zurückkehre (nicht ohne angemerkt zu haben, dass ich es ziemlich widerlich finde, wenn eklige Magenprobleme zu Zwecken der Fernsehunterhaltung instrumentalisiert werde – oder wollten Sie Fiona vomieren hören?).

Nur eine gute Show

Auch die diversen Anmerkungen diverser Campbewohner über die Größe von Silva Gonzalez Zentralorgan finde im höchsten Maß verzichtbar, oder bin ich jetzt zu sensibel? Wenn man allerdings akzeptiert, dass die Show nur dann eine gute Show ist, wenn es zwischen den Kandidaten kracht, dann war der dritte Tag unter dramaturgischen Gesichtspunkten durchaus zu loben: Silva Gonzalez („Gürkchen“) leistet diesbezüglich Hervorragendes.

Ein wenig unmotiviert scheint mir jedoch dieses Mal der obligatorische Programmpunkt „D-Promi plaudert Intimes aus“ (aka: „Die große Intimbeichte“) abgewickelt zu werden. Wenn ich mich recht erinnere, hat Patrick Nuo schon am ersten Tag wie aus dem Nichts sein überwundenes Laster zur Sprache gebracht.

Jetzt folgte die detailliertere Exkursion zu diesem Thema, inhaltlich eher verkrampft bis unraffiniert vorbereitet, aber sei’s drum, Hauptsache, die Schlagzeile steht: „Ex-Star Patrick Nuo: Ich war pornosüchtig!“ Was meinen Sie, ob ihn das als Sänger wieder gefragt macht? Kann man ihn noch ernst nehmen, wenn er „handgemachte Musik“ ankündigt? Und wie oft wird die arme Georgina wohl noch zur Prüfung geschickt? Jetzt sagen Sie doch mal.

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