Das zehn Jahre alte, dezentrale Konzept der „Nacht der Musen“ hat ausgedient. Es wird erstmals im September durch das Konzept einer zentralen Kulturnacht im Staatspark Wilhelmsbad ersetzt. Wie Kulturdezernent und Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) einräumt, kritisierten die in guten Jahren wie 2006 bis zu 10 000 Besucher immer wieder die weit auseinander gelegenen Veranstaltungsorte der Musennacht. Sie mussten teils weite Wege per Bus, Kutsche oder Schiff zurücklegen zwischen der Hanauer Altstadt, dem Schloss Philippsruhe, Wilhelmsbad und den Stadtteilen Steinheim, Mittelbuchen und Großauheim. So konnten sie oft nur wenige Angebote wahrnehmen.
Die erste Kulturnacht findet am Samstag, 17. September, von 18 bis 24 Uhr, im Staatspark Wilhelmsbad im Park und den historischen Gebäuden entlang der Parkpromenade statt.
Das Motto lautet „Eine Romantische Versuchung“. Geboten wird eine Mixtur aus Theater, Musik, Führungen, Literatur, Illumination und Gaumenfreuden.
Die Kulturnacht soll jährlich an einem anderen tragenden Ort stattfinden, etwa im und am Museum Großauheim für Kunst und Industriegeschichte.
Nähere Information: Telefon 06181 / 2951715, www.hanau.de/kultur. (ute)
Ab 2007 gab es prompt Rückgänge der Besucherzahlen und einen deutlichen Einbruch 2010: Nur noch halb so viele Karten wurden verkauft. Außerdem verursachten die verschiedenen Spielstätten mit rund 50 Beschäftigten hohe Personalkosten – obwohl zahlreiche Ehrenamtliche halfen.
Das Budget von rund 42 000 Euro wird nicht gekürzt, sondern soll der Kulturnacht zugute kommen. Einsparungen erfolgten durch die „Bündelung der Kräfte“ an einem Veranstaltungsort. 2011 ist es Wilhelmsbad, 2012 soll es das Museum Großauheim sein, 2013 die Altstadt. Immer soll ein anspruchsvolles Programm den Besuchern die jeweilige Sehenswürdigkeit näherbringen. Neu ist auch, dass die Kulturnacht keinen Eintritt kostet. Das erspart Kosten für Einlassdienste und Kartenverkauf und dürfte voraussichtlich auch mehr Besucher anlocken.
Die erste Kulturnacht wird mit der hessischen Schlösserverwaltung organisiert, Hausherrin von Wilhelmsbad. Sie zeigt im Fürstenbau eine Ausstellung zur Entstehung und Geschichte des Wilhelmsbades. In Anlehnung an die historische Nutzung des Kurhauses wird im Großen Arkadensaal ein Spielcasino eingerichtet. Gäste können ihrer Spiellust frönen, professionelle Croupiers plaudern aus dem Nähkästchen. J. Ph. Hettler alias Frieder Arndt führt als „Brunnenmedicus von Wilhelmsbad“ in die Regeln der Badekur ein und zeigt die letzte noch vorhandene Badewanne des Kurbetriebes. Die Dramatische Bühne Frankfurt bietet einen amüsanten Streifzug durch die schönsten Liebesszenen der Theatergeschichte. Die Papiertheatergruppe Frank Buttler zeigt die Gruselromanze „Das Blutheilbad“ (The Cure). Heidrun Merk, Kulturanthropologin und Wilhelmsbadkennerin, liest in der Burgruine aus dem 1806 erschienenen Volksliederbuch „Des Knaben Wunderhorn“ von Achim von Arnim und Clemens Brentano.
Im Hessischen Puppenmuseum zeigen Darstellerinnen der Märchenfestspiele romantische Mieder und Dessous aus Märchenzeiten sowie prächtige Kostüme. Dazu gibt es einen Spaziergang im Fackelschein durch den illuminierten Park, zeigt die Gruppe Sancto Petrolio ein Feuermärchen und inszeniert Benjamin Baumann die Revue „Alles oder nichts“. Der Park wird ab 20 Uhr illuminiert, das Kurhaus ab 23.30 Uhr. Dazu lockt Kulinarisches wie Roastbeef oder Pasta.

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Facebook | Twitter überregional | Google+