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Einsprüche: Eine Viertelmillion lehnt „Google Street View “ ab

Google hat rund 244.000 Widersprüche von Bürgern erhalten, die sich gegen die Veröffentlichung von Straßenansichten ihrer Häuser und Wohnungen wehren - kann aber nicht garantieren, dass jeder Antrag vollständig bearbeitet wird.

Google-Seite, auf der Widerspruch gegen die Abbildung eines Hauses bei Street View eingelegt werden kann. Foto: dpa

Das Unternehmen habe bislang nur die Widersprüche aus den 20 größten deutschen Städten gezählt, die es bald im Internetatlas „Street View“ zeigen wolle, teilte Google mit. Insgesamt gebe es in diesen Städten rund 8,5 Millionen Haushalte. Davon hätten nun 2,89 Prozent der Veröffentlichung widersprochen.

Der Konzern will die Gebäude der Antragsteller nun unkenntlich machen. Gesichter und Autokennzeichen würden automatisch gepixelt, verspricht Google. Zur Auswertung der Widersprüche beschäftigt das Unternehmen laut Medienberichten derzeit rund 200 Mitarbeiter, die im Schichtdienst die Beschwerden manuell auswerten.

„Wir betreiben einen sehr großen Aufwand, um sicherzustellen, dass die Anträge richtig umgesetzt werden“, teilte Google-Manager Andreas Türk mit. Allerdings könne man nicht garantieren, dass jeder Antrag auch vollständig bearbeitet werden könne. So seien manche Adressen zuzuordnen, manche Angaben nicht lesbar oder die Beschreibungen der Gebäude nicht immer eindeutig. In diesen Fällen könnten die Bürger Google unbefristet auffordern, das Bild auch nach dem Start des Projekts unkenntlich zu machen. Street View werde eine entsprechende Funktion zum Widerspruch enthalten.

Für Datenschützer zeigt die Zahl der Widersprüche, dass die Veröffentlichung von Daten im Internet neue Regeln brauche: „Ich kenne kein vergleichbares System, bei dem so viele Menschen in so kurzer Zeit der Verwendung ihrer Daten widersprochen haben – und das sogar schon vor Inbetriebnahme des Dienstes“, sagte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar. „Die hohe Zahl der Widersprüche gegen Google Street View zeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger selbst darüber entscheiden wollen, welche Daten über sie im Internet veröffentlicht werden.“

Skurrile Aufnahmen aus Street View

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So groß ist das Google-Imperium

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Schaar fordert Gesetzgeber

Diese Entscheidung dürfe aber nicht vom guten Willen einzelner Unternehmen abhängen. Ein verbrieftes und allgemeines Widerspruchsrecht der Betroffenen gegen die Veröffentlichung ihrer Daten im Internet sei deshalb dringend erforderlich. Laut Schaar hätte es noch mehr Widersprüche gegeben, wenn das Verfahren einfacher gewesen wäre. Ihm lägen viele Beschwerden darüber vor, dass man Google personenbezogene Daten geben musste, damit der Widerspruch berücksichtigt wurde.

Der für Google zuständige Hamburgische Datenschutzbeauftragte, Johannes Caspar, rechnet damit, „dass deutlich über eine Million Haushalte von dem Widerspruchsrecht Gebrauch machen werden“, wenn Google das Projekt ausweiten wird. Bundesdatenschützer Schaar erwartet nun freiwillige Verbesserungen der Internetwirtschaft. „Sollte diese Selbstregulierung nicht gelingen, muss der Gesetzgeber entsprechende Vorgaben machen“, so Schaar.

Autor:  Matthias Thieme
Datum:  21 | 10 | 2010
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