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05. Januar 2014

Einkaufszentrum im Gallus : Händler des Skyline Plaza fürchten Pleite

 Von Milan Jaeger
Vom Hype nichts übrig: Ladenbetreiber machen das Management für die schlechten Umsatzzahlen verantwortlich.  Foto: ROLF OESER

Händler in Frankfurts jüngstem Einkaufszentrum erheben Vorwürfe gegen das Management. Dieses hätte deutlich höhere Besucherzahlen in Aussicht gestellt.

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Händler in Frankfurts jüngstem Einkaufszentrum erheben Vorwürfe gegen das Management. Dieses hätte deutlich höhere Besucherzahlen in Aussicht gestellt.

Gut vier Monate nach der Eröffnung des Skyline Plazas im Europaviertel ist die gute Stimmung in dem 360 Millionen Euro teuren Einkaufszentrum dahin. Einige der ansässigen Ladenbetreiber sorgen sich gar um ihre Zukunft. Daniel Zettl, der das Blumengeschäft Skyline Flowers führt, sagt: „Wenn das so weitergeht, gehe ich pleite.“ Am vergangenen Freitag habe er lediglich 230 Euro umgesetzt. Am Samstag hatte er nach eigenen Angaben um 14.30 Uhr erst 100 Euro in der Kasse.

Das Zentrum

Das Skyline Plaza wurde am 29. August im Europaviertel eröffnet.

Auf zwei Ebenen mit insgesamt 38 000 Quadratmetern Verkaufsfläche beherbergt es 170 Geschäfte.

Besondere Attraktionen sind der Dachgarten und der Food Court. mija

Im Dezember hat Zettl dem Zentrumsbetreiber einen Brief geschrieben, den 60 der 170 Ladenbetreiber im Skyline Plaza unterschrieben haben. Zettl machte darin das Centermanagement für das schlechte Geschäft verantwortlich. „Es wird zu wenig Werbung gemacht“, lautet Zettls Hauptvorwurf. „Ich zahle im Jahr eine Werbepauschale von über 1000 Euro. Größere Läden zahlen noch mehr.“ Er frage sich, wohin dieses Geld fließe. Es könne nicht sein, dass an der Messe für das Skyline Plaza keine Werbung gemacht werde. „Während der Buchmesse hätten dort doch Werbeprospekte verteilt werden können.“

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Weitere Kritikpunkte sind die wenigen Toiletten und die Parkgebühren. Diese sind zwar, nachdem es rund um die Eröffnung einigen Wirbel um sie gegeben hatte, gesenkt worden, in Zettls Augen jedoch immer noch zu hoch. „Im Main-Taunus-Zentrum parken die Leute umsonst.“ Er fragt sich, warum nicht wenigstens die ersten zwei Stunden kostenlos sind. Im Moment kosten die ersten beiden Stunden jeweils 1,50 Euro, die dritte 2 Euro. Der Tageshöchstsatz beläuft sich auf 27 Euro. Zunächst hatte dieser noch 32 Euro betragen.

"Innerhalb unserer Erwartungen"

Angesprochen auf die Kritik, äußert sich der kommissarische Centermanager Daniel Quaas gelassen. Er vertritt seit Anfang Dezember seinen erkrankten Vorgänger Thorsten Kemp. Mit der „Markteinführungsphase“, wie er die vergangenen Monate nennt, ist er zufrieden: „Wir haben einen täglichen Besucherschnitt von 25 000, und das liegt innerhalb unserer Erwartungen.“ Quaas arbeitet für die ECE Projektmanagement Gesellschaft, die auch das Main-Taunus-Zentrum, das Hessen-Center und das Isenburg-Zentrum betreibt. Gemeinsam mit der CA Immo Deutschland GmbH hat die ECE das Skyline Plaza entwickelt.

Zettl indes fragt sich, wie Quaas auf die Zahl von 25 000 kommt. „Schauen Sie sich doch um“, ruft er empört und zeigt auf die Ladenstraße vor seinem Geschäft. „Es ist Samstagmittag und ziemlich leer.“ Zudem sei im Vorfeld der Eröffnung von einem Besucherschnitt von 40 000 die Rede gewesen. Quaas bestreitet das. Vor der Eröffnung sei keine Zielmarke kommuniziert worden, sagt er. Zettl wiederum widerspricht vehement: „Auf der uns mitgeteilten Zahl von 40 000 habe ich meinen Businessplan erstellt.“

Im Übrigen könne es gar nicht sein, dass keine Zahlen kommuniziert worden seien, da diese für alle Kalkulationen benötigt würden. Zettl ist mit seiner Kritik nicht allein. Auch die Filialleiterin eines Juweliergeschäfts berichtet, dass der Umsatz in den vergangenen Monaten enttäuschend gewesen sei. „Jetzt zieht das Geschäft zwar wieder an, wir haben uns aber mehr erhofft“, sagt sie. Auch sie zweifelt den Besucherschnitt von 25 000 an. „Außerdem fehlt ein Spielwarengeschäft für die Familien“, findet sie. Existenzbedrohend sei ihre Situation gleichwohl nicht.

Anders sieht das bei Früchte Akin aus. Inhaberin Gülsüm Akin sagt, dass sie schlaflose Nächte habe und kritisiert das Vorgehen der ECE: „Das Management will mit jedem Mieter individuell sprechen, wahrscheinlich weil es keine Zeugen für seine Aussagen haben will. Wir sind hier aber vom Konkurs bedroht und mussten Mitarbeitern kündigen.“

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