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04. Oktober 2012

Moderner Teppichboden: Der Klassische Teppich kehrt zurück mit modernem Design

 Von Anne Lorenc
Modern und verspielt: Der Teppich „Join“ des Designers Marcel Wanders für Anker.  Foto: anker

Moderne Teppichböden sind längst keine Staubfänger mit Schadstoffen mehr. Manche können sogar für Allergiker die Raumluft filtern.

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Natur ist gut, Chemie ist schlecht – auf diese einfache Formel bringen viele Verbraucher ihre Vorstellung von nachhaltigen Produkten. Dass die Klassifizierung schwieriger ist, zeigt sich am Beispiel von modernen Teppichböden. Nachdem in vergangenen Jahrzehnten der Teppichboden als Staubfänger in Verruf geraten war, der jede Menge Schadstoffe enthielt und schädliche Dünste von sich gab, erlebt das Textil ein Comeback.

Bei Teppichböden gibt es zwei Grundtypen: Naturmaterialien oder synthetische Fasern. Sie alle sind mittlerweile darauf geprüft, dass sie umwelt- und gesundheitsverträglich sind.

Wolle, Seide, Ziegenhaar bestimmen neben den pflanzlichen Fasern aus Baumwolle, Jute, Sisal, Hanf oder Kokos das Angebot aus der Natur. Doch auch Teppichböden mit Komponenten aus Mais oder Bananenfasern sind zu haben. Im breiten Spektrum aus Chemiefasern stechen Materialen heraus, die aus recycelten PET-Flaschen oder Polyamidfasern hergestellt werden. Auch solche Teppichböden machen unter dem Schlagwort Nachhaltigkeit immer mehr Boden gut.

In allen Fällen – egal ob es sich um Naturmaterialien oder synthetische Fasern handelt – sind die Bodenbeläge hoch komplex in einer chemischen Kette verarbeitet. Selbst wenn Salzkristalle oder Oxide eingearbeitet werden, die für Allergiker die Raumluft filtern, ist Chemie im Spiel. Wie lässt sich also eine Öko-Bilanz der Produkte erstellen, die damit werben, umweltfreundlich zu sein, die Gesundheit nicht zu schädigen und nachhaltig zu sein?

Siegel für Qualität

Darüber, dass die Versprechungen auch wirklich eine überprüfbare und fundierte Grundlage haben, wacht seit 22 Jahren die Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden (GUT) in Aachen. Ihr Siegel garantiert Herstellungs- und Verwertungsprozesse im Interesse von Gesundheit und Umwelt.

Der promovierte Chemiker Edmund Vankann ist Geschäftsführer der GUT. Nachhaltigkeit, sagt er, orientiere sich an drei Faktoren: der ökologischen, der wirtschaftlichen und der sozialen Komponente.

„Wenn sich Nachhaltigkeit nur auf die Umweltbilanz bezieht, macht das ein Drittel der Nachhaltigkeitsbilanz aus.“ Schon die Umweltbilanz sei eine komplexe Angelegenheit. Er erklärt das am Beispiel Wolle. „Wie bei Rindern beeinträchtigt die Schafhaltung selbst auch die CO2-Bilanz der Fasern.“

Neben den gesundheitlichen Aspekten und den Gebrauchseigenschaften – langlebig und pflegeleicht etwa – spielt laut Vankann die Recycel-Fähigkeit zunehmend eine Rolle. Synthetische Fasern wie Polyamid oder Polyester seien hervorragend geeignet, um nach 15-jährigem Gebrauch in ihre chemischen Einzelteile zerlegt und in anderer Form neu verwendet zu werden. Alle Komponenten zusammen ergäben Nachhaltigkeit. Natur sei eben nicht nur gut und Chemie nicht nur schlecht.

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