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Afghanistan: Bundesregierung will 300 Soldaten für Awacs-Flüge

Für Aufklärungsflüge will die schwarz-gelbe Koalition deutlich mehr Soldaten zur Verfügung stellen. Afghanistans Präsident Hamid Karsai benannte derweil die ersten sieben Regionen, in denen afghanische Sicherheitskräfte ab Juli dieses Jahres das Kommando übernehmen werden.

Im Cockpit eines Awacs-Aufklärungsflugzeugs der Nato.
Aufklärung aus der Luft: Im Cockpit eines Awacs-Flugzeugs der Nato.
Foto: dpa
Kabul –  

Mit den zusätzlichen Soldaten für Awacs-Aufklärungsflüge sollen laut Bundesregierung die Bündnispartner beim Einsatz in Libyen entlastet werden. Das Kabinett will das neue Mandat an diesem Mittwoch beschließen. Der Bundestag wird voraussichtlich am Freitag abstimmen, meldet die Nachrichtenagentur dpa. Die Nato wird das deutsche Angebot zu Awacs-Aufklärungsflügen über Afghanistan voraussichtlich aufgreifen. Die neue CSU-Landesgruppenvorsitzende im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, sagte am Dienstag in Berlin: „Dieses Angebot wird von der Nato wohl angenommen, wie signalisiert wurde.“

Einsatz in Afghanistan

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Die afghanische Armee übernimmt in diesem Jahr die Sicherheitsverantwortung für drei Provinzen und vier Städte von den NATO-Truppen. Für einen Großteil der Provinz Kabul sowie in den Provinzen Pantschir und Bamijan werde die „volle Verantwortung für die Sicherheit“ auf die eigenen Streitkräfte übergehen, kündigte Präsident Hamid Karsai am Dienstag an.

Zudem sollten einheimische Kräfte für Sicherheit in den Provinzhauptstädten Masar-i-Scharif, Mehtarlam, Laschkar Gah und den Großteil von Herat sorgen.

Nach einer Vereinbarung mit der internationalen Gemeinschaft soll die Sicherheitsverantwortung bis Ende 2014 schrittweise an die afghanische Armee übergehen. Entsprechend können sich die Nato-geführten Truppen nach und nach zurückziehen. Derzeit sind 140.000 ausländische Soldaten in Afghanistan stationiert.

In Masar-i-Scharif, der Hauptstadt der Provinz Balch, hat die Bundeswehr eines ihrer Feldlager in Afghanistan.

Der stellvertretende Heeres-Inspekteur Bruno Kasdorf sieht Fortschritte auf dem Weg zur Übergabe der Sicherheitsverantwortung in Afghanistan an die einheimischen Kräfte. In dem Land habe sich seit Ende 2009 und im Laufe des vergangenen Jahres „sehr viel getan“, sagte Kasdorf am Dienstag im Deutschlandfunk. In weiten Teilen des Landes sei die Initiative der Taliban weitgehend gebrochen. Die Internationale Schutztruppe ISAF habe die Initiative übernommen.

Vor allem beim Aufbau der Infanterie im Land sei viel geschehen. So seien seit 2009 rund 122.000 zusätzliche afghanische Sicherheitskräften ausgebildet worden. Kasdorf räumte ein, dass bei der Ausbildung durchaus Kompromisse gemacht werden müssten, „wenn man Kräfte schnell auf die Beine stellt“. Es müsse deswegen gewährleistet werden, dass dort noch nachgesteuert werde. Wichtig sei, das Ziel im Auge zu behalten, dass nämlich von der Region auf absehbare Zeit keine Bedrohung für den Rest der Welt ausgehen dürfe. (dpa/afp/dapd)

Datum:  22 | 3 | 2011
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