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Bundeswehrsoldat getötet: 'Brutale Klarheit' für den Verteidigungsminister

Bei einem Sprengstoffanschlag in Afghanistan ist ein Bundeswehrsoldat ums Leben gekommen. Ein weiterer wurde leicht verletzt, ebenso wie ein afghanischer Übersetzer. Der Verteidigungsminister ist erschüttert.

Bundeswehrsoldaten einer Infanteriekompanie sichern während einer Erkundung bei Kunduz in Afghanistan ihre Umgebung (Archivbild von 2009).
Bundeswehrsoldaten einer Infanteriekompanie sichern während einer Erkundung bei Kunduz in Afghanistan ihre Umgebung (Archivbild von 2009).
Foto: dapd

Die Soldaten waren 15 Kilometer nordwestlich des Bundeswehrcamps bei Kundus auf Patrouille, als sich um 7.34 Uhr der Angriff mit einer improvisierten Sprengfalle auf den „Fuchs“-Transportpanzer ereignete.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière zeigte sich erschüttert. „Dieser Anschlag berührt uns alle. Er trifft uns alle ins Herz“, sagte de Maizière am Mittwoch in Berlin. Die Attacke habe einen jungen Mann „buchstäblich aus dem Leben gerissen“. Der Angriff erinnere zudem „mit brutaler Klarheit“ daran, dass es bei dem Bundeswehreinsatz keinen 100-prozentigen Schutz geben könne. Einzelheiten zu dem getöteten Soldaten wollte de Maizière aus Rücksicht auf Freunde und Verwandte zunächst nicht nennen.

Generalinspekteur Volker Wieker sagte, drei gepanzerte Bundeswehrfahrzeuge seien bei dem Anschlag betroffen gewesen. Man gehe davon aus, dass es zwei Sprengkörper gegeben habe. Die Verletzten seien zur medizinischen Versorgung ins Rettungszentrum Kundus gebracht worden. Die Angehörigen seien inzwischen informiert.

Der Deutsche Bundeswehrverband erklärte, der Vorfall mache deutlich, dass der Beruf des Soldaten mit keinem anderen zu vergleichen sei. „Tod und Verwundung sind die ständigen Begleiter“, sagte Verbandschef Ulrich Kirsch. Der Einsatz des eigenen Lebens sei Voraussetzung für die erfolgreiche Erfüllung der Aufträge des Bundestages. Dazu gehöre übrigens auch die Pflicht, im Gefecht Gegner zu bekämpfen und auch töten zu müssen. „All das gerät in unserer Gesellschaft leider zu oft aus dem Blickfeld.“ Er fügte hinzu, der Staat stehe auch aus diesem Grunde in einer besonderen Verantwortung und Fürsorgeverpflichtung gegenüber allen Soldaten.

Einsatz in Afghanistan

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FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle verurteilte den „feigen Anschlag“. Er erklärte: „Mit unseren Gedanken sind wir bei den Hinterbliebenen und Kameraden des gefallenen Soldaten.“ Die FDP bringe den Soldaten für ihren Einsatz in Afghanistan großen Respekt entgegen.

Die Grünen-Fraktionschefs Renate Künast und Jürgen Trittin äußerten sich „entsetzt und traurig“. „Diese hinterhältige und abscheuliche Tat verurteilen wir auf das Schärfste.“ Leider beweise dieser Vorfall erneut, in welch schwierigem Einsatz sich die Soldaten der Bundeswehr befänden, bei dem sie Leib und Leben jeden Tag aufs Spiel setzten.

Die Linke forderte das Ende des Einsatzes in Afghanistan. Fraktionschef Gregor Gysi verurteilte den Anschlag und sagte, der Angriff führe noch einmal vor Augen, dass der Krieg die Lage in Afghanistan um keinen Deut verbessert habe. „Im Gegenteil: Es ist höchste Zeit, diesen Krieg zu beenden und die Bundeswehr unverzüglich aus Afghanistan abzuziehen.“ Wer Frieden für Afghanistan wolle, müsse den Weg für Friedensverhandlungen freimachen.

Seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes 2001 kamen 48 deutsche Soldaten ums Leben. 30 davon starben im Gefecht oder bei Anschlägen. Zuletzt starben im Februar drei Bundeswehrsoldaten, nachdem ein Soldat der afghanischen Armee in einem Außenposten in der Provinz Baghlan das Feuer auf eine Gruppe deutscher Soldaten eröffnet hatte. Die Bundeswehr ist in Afghanistan im Rahmen der Nato-geführten internationalen Schutztruppe Isaf im Einsatz. (dapd/dpa)

Datum:  25 | 5 | 2011
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