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Hintergrund: Fahrzeuge und Waffen der Bundeswehr

Rund 1000 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge sind nach Angaben des Einsatzführungskommandos in Potsdam bereits im Einsatz. Erstmals sollen die Soldaten Panzerhaubitzen erhalten.

Hamburg. Die Bundeswehr in Afghanistan rüstet auf. Nach den schweren Gefechten vom Karfreitag, bei denen drei deutsche Soldaten starben, will Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) weitere Schützenpanzer und Gefechtsfahrzeuge nach Afghanistan schicken. Damit verfügen sie unter anderem über die folgenden Waffen und Kampffahrzeuge:

Panzerhaubitze

Die mit drei bis fünf Soldaten besetzte Panzerhaubitze 2000 ist ein auf ein Panzerfahrgestell montiertes, mehr als 55 Tonnen schweres fahrbares Artilleriegeschütz mit großer Feuerkraft. Es ist dafür gebaut worden, den eigenen Soldaten im Gefecht auch aus größerer Entfernung zu helfen, indem es Feinde beschießt. "Indirekte Feuerunterstützung" heißt das im Militärjargon.

Die Kanone mit einem Kaliber von 15,5 Zentimeter kann je nach verwendeter Munition 30 bis 40 Kilometer weit schießen und dabei mit Hilfe des eingebauten Feuerleitrechners punktgenau große Zerstörungen anrichten. Nach Angaben des Herstellers Krauss-Maffei Wegmann verschießt die Haubitze, die unter Experten als eine der modernsten der Welt gilt, bis zu zehn Granaten pro Minute. Von der niederländischen Armee wird das Geschütz bereits seit längerem bei Kämpfen in Südafghanistan eingesetzt.

Marder

Der Schützenpanzer Marder ist ein 65 Stundenkilometer schnelles, mit 600 PS-Motor ausgestattetes Panzerfahrzeug, mit dem Soldaten direkt ins Gefecht fahren können. Neun Soldaten haben in dem rund 38 Tonnen schweren Panzer Platz. Die Bundeswehr in Afghanistan hat nach Angaben eines Sprechers des Potsdamer Einsatzführungskommandos derzeit zehn Marder zur Verfügung.

Stationiert sind diese bei der Eingreifreserve "Quick Reaction Force" in Mazar-i-Sharif und im Lager in Kundus. Sechs der Insassen sind Infanteristen, die den Panzer über eine Heckklappe verlassen und zu Fuß weiterkämpfen können. Der Marder ist mit einer panzerbrechenden Maschinenkanone vom Kaliber 20 Millimeter ausgestattet.

Eagle

Der Eagle ist eines der neuesten Kampffahrzeuge der Bundeswehr - und speziell auf Kriseneinsätze wie dem in Afghanistan zugeschnitten. Der von der Schweizer Firma Mowag produzierte rund 8,5 Tonnen schwere und 245 PS starke Geländewagen bietet fünf Soldaten Platz, seine Panzerung schützt vor Minen und Gewehrbeschuss. Es gibt das Fahrzeug in unterschiedlichen Ausstattungen, etwa als Kommandofahrzeug oder als militärischer Notarztwagen.

Die Auslieferung an die Truppe begann im vergangenen Jahr, derzeit sind laut Bundeswehr 33 Eagle in Afghanistan. Nach Berichten vom Donnerstag soll der Anschaffungsprozess nun beschleunigt werden, um bald mehr dieser Fahrzeuge am Hindukusch einzusetzen.

Dingo

Der Dingo ist das bewaffnete Allzweck-Nutzfahrzeug der Bundeswehr in Afghanistan. Der rund 8,8 Tonnen schwere Transporter, der auf dem bekannten Lastwagen Unimog basiert und speziell für Auslandseinsätze entwickelt wurde, kann fünf Soldaten und eine Last von 1,4 Tonnen befördern. Das bis 100 Stundenkilometer schnelle und geländegängige Fahrzeug, das bevorzugt etwa bei Patrouillenfahrten eingesetzt wird, ist leicht gepanzert.

Die Hülle kann Minenexplosionen sowie Gewehrbeschuss standhalten. Wie der Eagle trägt der Dingo meist ein Maschinengewehr oder einen Maschinengranatwerfer auf dem Dach.

Weitere Fahrzeuge

Daneben hat die Bundeswehr in Afghanistan noch zahlreiche weitere Spezialfahrzeuge im Einsatz, darunter den Transportpanzer Fuchs, den Späh- und Aufklärungspanzer Fennek und die gepanzerten Lastwagen Yak und Duro. (afp)

Datum:  15 | 4 | 2010
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