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Bundeswehr in Afghanistan
Der Preis für den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan ist hoch

09. September 2009

Isaf-Bericht: Oberst Klein hat Befehlsweg missachtet

Der deutsche Oberst Georg Klein gab den Befehl, zwei Tanklaster in Afghanistan zu zerstören.  Foto: dpa

Der deutsche Oberst Klein hat seine Kompetenz mit dem Befehl zur Bombardierung von zwei Tanklastern überschritten. Laut Isaf habe er die Lage falsch eingeschätzt, heißt es in einem Medienbericht.

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Spezial: Afghanistan

Die Bundeswehr in Afghanistan. Erstmals befinden sich deutsche Soldaten in einem Kampfeinsatz außerhalb Europas.

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Berlin. Der Befehl zur Bombardierung von zwei Tanklastern in Afghanistan wird einem Medienbericht zufolge bei der Nato nach ersten Erkenntnissen als Fehlentscheidung eingestuft. Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Nato-Kreise in ihrer Online-Ausgabe berichtet, habe der deutsche Oberst Georg Klein seine Kompetenz überschritten und die Lage falsch eingeschätzt.

Dies ergebe sich aus einem vorläufigen Bericht der Internationalen Schutztruppe Isaf zu dem Angriff bei Kundus, erfuhr die Zeitung am Mittwoch.

Es sei "sonnenklar", dass Klein den vorgeschriebenen Befehlsweg nicht eingehalten habe, erklärte ein führender Nato-Offizier der Zeitung. Zu einer Entscheidung von solcher Tragweite sei der deutsche Oberst ohne Rücksprache mit dem Isaf-Hauptquartier nicht befugt gewesen.

Es habe keine unmittelbare Bedrohung für Isaf-Truppen und daher auch keine Notwendigkeit für eine schnelle Entscheidung gegeben. Die beiden Tanklaster hätten auf einer Sandbank im Fluss Kundus festgesteckt. Nach Einschätzung der Bundeswehr hätten die beiden Tanklaster als rollende Bomben eingesetzt werden können.

Der Darstellung des nicht näher bezeichneten Nato-Offiziers zufolge ist die Anforderung von Luftunterstützung durch zwei US-Kampfjets, die schließlich die beiden Bomben auf die Tanker abwarfen, nicht zulässig gewesen. Der sogenannte "Close Air Support" dürfe nur angefordert werden, wenn Soldaten am Boden in Gefechte verwickelt seien, zitiert die Zeitung den Offizier.

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte, die Aussagen des Nato-Offiziers stützten sich auf einen ersten Bericht der Isaf, der als "eine Art Reisebericht" mit unbestätigten Spekulationen zu werten sei. Vor dem Abschluss der Untersuchungen werde das Ministerium nicht zu derartigen Spekulationen Stellung nehmen. (rtr)

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