Vor nicht einmal einer Woche sind bei einer bewegenden Zeremonie drei deutsche Soldaten beerdigt worden, die den Einsatz in Afghanistan mit dem Leben bezahlt haben. In die Erschütterung der Trauergäste und aller teilnehmenden Bürger hatte sich die vorsichtige Hoffnung gemischt, ihr Tod möge eine Ausnahme sein, der Karfreitag 2010, an dem sie gefallen sind, uns allen deswegen in besonderer Erinnerung bleiben.
Diese Hoffnung ist seit Donnerstag dahin, seit eine Rakete der Taliban die vier Soldaten bei Kundus tötete. Der Karfreitag wird nur für die Angehörigen ein besonderes Datum bleiben, weil immer mehr Bundeswehrsoldaten sterben werden. In anderen Ländern ist das längst eine traurige Gewissheit: 1728 Isaf-Soldaten starben seit 2001 bei dem Versuch, Afghanistan erst von den Taliban zu befreien und dann zu befrieden, 161 schon in diesem Jahr - und unzählige Afghanen.
Die Bundeswehr in Afghanistan. Erstmals befinden sich deutsche Soldaten in einem Kampfeinsatz außerhalb Europas. Verteidigen wir tatsächlich unsere Sicherheit am Hindukusch? Grundlagen, Meinungen, Bilder, Hintergründe im Spezial: Einsatz in Afghanistan
Der Tod eines Menschen, eines jungen zumal, ist immer tragisch. Eine besondere Bedeutung bekommt er, wenn jemand stirbt, weil er anderen helfen will. Und auf dieses Motiv reduziert sich letztendlich die Begründung für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan: Die Soldaten sind dort, um zu helfen. Und sie sterben bei dieser Aufgabe. Sie sterben bei Unfällen, werden bei Anschlägen getötet, fallen in Gefechten.
Auch wenn die Taliban Bundeswehrsoldaten angreifen und töten, damit wir uns genau diese Frage stellen, so wird sie doch mit jedem Gefallenen drängender: Wie viel Leben setzen wir für die Hilfe ein? Denn ganz sicher werden in Afghanistan noch mehr, noch viel mehr Soldaten sterben. Auch deutsche.