Der Rücktritt eines Ministers ist vielleicht die unwichtigste Folge des verhängnisvollen Angriffs auf zwei Tanklaster nahe Kundus. Aber er ist eine notwendige Konsequenz.
Vermutlich mehr als 100 Menschen haben die Fehleinschätzung der örtlichen Bundeswehrführung mit Leben und Gesundheit bezahlt, als US-Flieger in deutschem Auftrag zwei Tanklaster bombardiert haben.
Darunter mögen auch Aufständische gewesen sein, darunter waren aber auch Zivilisten, nachgewiesenermaßen wurden Jugendliche und Kinder verletzt und getötet.
Der damalige Verteidigungsminister Jung hat das lange, viel zu lange geleugnet, obwohl er es besser wusste oder besser hätte wissen können.
In seinem Ministerium lagen nachweislich Informationen vor, die bewiesen, dass die deutsche Aufklärung absolut unzureichend war. Aus erster Hand, aus Bundeswehrquellen, war bekannt, dass es zivile Opfer gegeben hatte.
Jung hat das lange bestritten, in Zeitungsinterviews genauso wie vor dem deutschen Bundestag.
Vielleicht hat Jung uns, die Öffentlichkeit, angelogen. Möglicherweise hat er es auch nicht besser gewusst - was allerdings ein Zeichen kaum fassbarer Inkompetenz wäre.
Man stelle sich einmal vor: Der zuständige Minister, der jeden Tag zu dem Thema in der Öffentlichkeit zu diesem Thema befragt wird, weiß nicht, was in seinem eigenen Ministerium zu eben diesem Thema bekannt ist.
Weil dies wahrhaftig kaum vorstellbar ist, mussten nun ein Staatssekretär gehen und der Generalinspekteur der Bundeswehr. Und der Minister darf bleiben? Ein absurder Gedanke.
Franz Joseph Jung ist als Minister nicht länger tragbar. Das Land kann sich derart inkompetente Regierungsmitglieder nicht leisten.