Über die Gründe des deutschen Afghanistan-Einsatzes wird kaum noch debattiert. Seine Befürworter suchen den patriotischen Schulterschluss, statt die eigene Position zu prüfen. Von Stephan Hebel
Stephan Hebel ist Textchef der Frankfurter Rundschau.
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Viel Krieg in diesen Tagen. Deutsche Soldaten sterben im Kampf, und je mehr Särge nach Hause kommen, desto stärker wächst der Rechtfertigungs-Druck auf die Regierenden. Morgen werden sowohl die Kanzlerin als auch ihr Verteidigungsminister wieder mal nach den angemessenen Worten suchen müssen - die eine per Regierungserklärung, der andere im Untersuchungsausschuss zum Bombardement von Kundus. Und gekämpft wird weiter.
Viel Krieg in diesen Tagen, und immer wieder dürfen wir einen Rat an die Regierung lesen: Nun endlich, so die mehr oder weniger fachkundigen öffentlichen Meinungsträger, müsse Berlin "die Gesellschaft" an die Alltäglichkeit des militärischen Kampfes gewöhnen. Den naiven Pazifisten, die nach Abzug der westlichen Truppen riefen, sei endlich hörbar entgegenzuhalten: Ihr seid die Inhumanen! Ihr seid es, die die Afghanen "den Taliban" überlassen wollen und uns alle dem islamistischen Terror!
Spezial: Afghanistan
Die Bundeswehr in Afghanistan. Erstmals befinden sich deutsche Soldaten in einem Kampfeinsatz außerhalb Europas.
Verteidigen wir tatsächlich unsere Sicherheit am Hindukusch? Grundlagen, Meinungen, Bilder, Hintergründe im Spezial: Einsatz in Afghanistan
Die Heimatfront ist damit abgesteckt: Jene 70 Prozent der Deutschen, die für ein Ende des Bundeswehr-Einsatzes plädieren, stehen pauschal entweder als gutwillige Dummköpfe da, die dem naiven Glauben anhängen, die Probleme verschwänden, wenn man sie nicht beschießt. Oder als böswillige Kampfpazifisten, die uns und unsere Freiheit aus lauter Hass gegen kapitalistische Interessenpolitik am liebsten im Feuer der Taliban untergehen ließen.
Es ist ja sicher wahr, dass sich unter der kriegskritischen Bevölkerungsmehrheit auch Leute befinden, die die schlimmen Folgen eines sofortigen Abzugs entweder nicht wahrhaben oder in Kauf nehmen wollen. Wer aber bei Diskussionen über Afghanistan nicht nur in der Politik, sondern auch "in der Bevölkerung" genauer hinhört, lernt schnell: Hier haben viele Kritiker des Afghanistan-Krieges seinen Verteidigern etwas voraus. Ob in Wissenschaft oder Politik, ob in Friedensgruppen oder Nichtregierungsorganisationen: Wo immer sich die Skeptiker versammeln, haben sie lernen müssen, dass das billige "Raus aus Afghanistan" ihrem eigenen, pazifistischen und/oder humanitären Anspruch nicht (mehr) genügt.
Deutsche Soldaten in Nordafghanistan
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Deutsche Soldaten in Nordafghanistan
Doch am 16. Dezember 2009 geraten die Soldaten der 263- Isaf-Fallschirmjägerkompanie unter Beschuss.
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Taliban greifen mit Panzerfäusten an.
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Ein Reuters-Fotograf ist dabei.
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Eigentlich will er Bilder einer humanitären Aktion mitbringen.
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Es werden Bilder des Krieges.
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Die Minenräum-Aktion ist am 15. Dezember der Auftakt eines mehrtägigen Einsatzes, um die angespannte Lage im nördlichen Distrikt Chahar Dara in den Griff zu bekommen.
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An der Operation sind mehrere hundert deutsche Soldaten sowie afghanische Truppen und Polizisten beteiligt.
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Die Bundeswehr wird in Chahar Dara immer wieder von Aufständischen angegriffen, mehrere deutsche Soldaten wurden dort bereits getötet.
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Schon am Montag, 14. Dezember 2009, war die Schutzkompanie des Lagers in dem Gebiet unter massiven Beschuss geraten.
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Die Truppen waren ausgerückt, um eine Brücke zu reparieren, und wurden mit Mörsergranaten angegriffen.
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Die Bundeswehr-Soldaten feuerten mit schweren Maschinengewehren und Milan-Panzerabwehrraketen zurück. Verletzte gab es auf deutscher Seite nicht. Noch nicht.
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Chahar Dara liegt rund sieben Kilometer westlich des deutschen Feldlagers Kundus und ist inzwischen als Unruhe-Region berüchtigt.
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Die Bevölkerungszahl im Distrikt lag im Jahr 2006 bei 65.100 Menschen.
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Rund die Hälfte der Einwohner sind ethnische Paschtunen, ein Viertel sind Tadschiken, 12 Prozent Usbeken und acht Prozent Turkmenen.
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Die meisten Menschen leben in Dörfern oder auf Höfen im Nodwesten des Distrikts, am Südwestufer des Kundus-Flusses.
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Den Rest, also etwa 85 Prozent des Territoriums von Chahar Dara, machen unbewohnte Berge und Hügel aus.
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Ein ideales Versteck für Aufständische.
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Im Zuge der Taliban-Vertreibung im Jahr 2001, wurden weite bevölkerte Teile des Distrikts schwer beschädigt.
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Bis zum Jahr 2008 blieb es in der Gegend aber relativ friedlich.
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Bald darauf tauchten in Chahar Dara jedoch vermehrt Aufständische auf, Usbeken und Tschetschenen, die mutmaßlich Verbindungen zu Al-Kaida unterhielten.
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Allmählich entwickelte sich Chahar Dara zu ihrem Hauptquartier in der Provinz Kundus.
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Von hier aus operieren sie relativ ungestört und greifen dabei immer wieder die internationalen Aufbaukräfte an.
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Seit April 2009 unternehmen deutsche und afghanische Soldaten gemeinsame Anstrengungen, um die Präsenz und den Einfluss der Aufständischen in der Region zu mindern.
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Im Juli 2009 fand die bisher größte Militäraktion der deutschen Truppen im Land statt: Ihr Ziel war es, die militanten Kräfte aus dem Distrikt zu vertreiben.
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Die Aktion gilt als Flop: Es ist nicht gelungen, Chahar Dara von Taliban zu säubern.
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Der umstrittene Nato-Bombenangriff auf zwei Tanklastzüge, vom deutschen Oberst Georg Klein befohlen, fand ebenfalls im Distrikt Chahar Dara statt.
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Die Lage in der Region ist angespannt: Ein Bundeswehrsoldat des 391. Infanterie-Bataillon patroulliert am 14. Dezember im Dorf Chahar Dara.
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Ziviles Leben spielt sich vor der allgegenwärtigen Kulisse des Krieges ab: Ein Einheimischer passiert ein Fahrzeug der Bundedwehr mit seinen Kamelen und einem Esel.
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Ob die Aufbautrupps ihre jeweilige Aufgabe - den Bau von Brücken, das Räumen von Minen - unbeschadet erfüllen können, entscheidet sich jeden Tag aufs Neue.
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Jeden Moment kann es zu Gefechten kommen, die Soldaten müssen stets Kampfbereitschaft bewahren.
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Die Positionen der einheimischen Bevölkerung sind diffus.
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Wer ist ein Taliban? Wer nur ein Mitläufer? Wer ist den internationalen Truppen wohlgesonnen?
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Trotz des Misstrauens und ständiger Bedrohung: Bestimmte Gesten werden überall auf der Welt verstanden.
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Am Mittwoch, 16.Dezember, ereignet sich schließlich das, was die deutschen Soldaten hier schon so oft erlebt haben.
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Rund sieben Kilometer westlich des deutschen Feldlagers Kundus wird ihre Aufbauarbeit zunichte gemacht.
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Ein Bundeswehrsoldat wird beim Angriff auf eine Polizeistation schwer verletzt.
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Auch die Soldaten der deutschen Fallschirmjäger werden am 16. Dezember in ein Gefecht mit dem Feind verwickelt werden.
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Noch am Abend des 15. Dezembers vermutet das aber kaum jemand im Außenlager der Fallschirmjäger.
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Die Vorbereitungen laufen, am nächsten Morgen sollen in der Gegend Minen geräumt werden.
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Soldaten der 263. Fallschirmjägerkompanie der Isaf halten am selben Abend eine Besprechung dazu ab, wie die Minenräumaktion verlaufen soll.
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Danach gibt es Abendessen.
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...und mit eigener Beleuchtung.
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Noch in der Nacht gehen die Vorbereitungen für die Arbeiten am darauffolgenden Tag los.
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Was sie am kommenden Tag erwartet, wissen die Soldaten in diesen Minuten noch nicht.
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Auch nicht der Reuters-Fotograf Fabrizio Bensch, der die Truppen seit Tagen bei ihrer Arbeit im Distrikt begleitet.
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Im Zuge der Minenräumungsaktion geraten die Soldaten dann am Mittwoch ins Fegefeuer.
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Sie müssen ihre Arbeit abbrechen, um sich zu verteidigen.
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Der Feind ist unsichtbar, wieviele Aufständische angreifen, ist nicht bekannt.
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Es bleibt wenig Zeit, um die Kampfhandlungen zu koordienieren.
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In Deckung gehen und Opfer vermeiden, ist die Devise.
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Die Aufständischen feuern mit Panzerfäusten und Gewehren.
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Deutsche und Afghanen erwidern das Feuer, das Gefecht dauert etwa eine 45 Minuten. Die Soldaten fordern auch Luftunterstützung an.
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Ein Kampfflugzeug vom Typ F-15 überfliegt die Szene des Feuerkampfs, um die Aufständischen abzuschrecken.
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Der Pilot macht jedoch keinen Gebrauch von seinen Waffen.
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Die Bundeswehr besetzt schließlich eine strategisch wichtige Anhöhe, und das Gefecht ebbt ab.
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Sie kommen nach Chahar Dara, nahe Kundus, um Minen zu räumen.
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Tödlicher Angriff auf die Bundeswehr
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Tödlicher Angriff auf die Bundeswehr
Das ausgebrannte Patrouillen-Fahrzeug der Bundeswehr bei Char Dara im Norden von Kundus weckt ihre Neugierde.
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Die afghanischen Zivilisten nehmen das Fahrzeug auseinander, das Kriegsgerät liefert seit Jahrzehnten Baumaterial.
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Der Befehlshaber der US- und der Nato-Kräfte in Afghanistan, General Stanley McChrystal, kondoliert im Bundeswehrcamp in Kundus nach dem Tod der deutschen Soldaten.
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Die Särge der getöteten Soldaten werden zum Abtransport nach Deutschland vorbereitet.
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Die Toten mussten zunächst über die deutsches Basis in der kirgisischen Stadt Termez ausgeflogen werden.
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Von Termez hätten die Särge erst einige Tage später nach Deutschland gebracht werden können. Doch die Taliban griffen die Soldaten just zu der Zeit an, als Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) in Afghanistan Entwicklungsprojekte besuchte.
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Er wich von seiner Reiseroute ab und machte es mit einer Zwischenlandung möglich, dass die Särge in seiner Maschine mitgenommen werden konnten.
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Hier werden die Särge in die Regierungsmaschine geladen, um so schnell wie möglich nach Deutschland zu kommen.
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Die Bundesdienstflagge am Haupttor der Fallschirmjäger-Kaserne in Seedorf (Kreis Rotenburg-Wümme) ist am Samstag, 3. April, auf Halbmast: Alle beim Gefecht nahe Kundus getöteten und verletzten Bundeswehrsoldaten waren aus dem niedersächsischen Standort Seedorf der Luftlandebrigade 31 nach Afghanistan abkommandiert worden.
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Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sprach am Sonntag, 4. April, in Bonn über die Situation in Kundus nach dem tödlichen Angriff auf deutsche Soldaten. Er trauerte um die Toten, erklärte den Einsatz aber für weiter notwendig. Mehr zum Thema.
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Deutsche Soldaten geraten am 2. April 2010 im afghanischen Char Dara in Kundus in einen Hinterhalt. Taliban-Kämpfer töten drei deutsche Soldaten. Ein deutsches Patrouillen-Fahrzeug explodiert durch eine Sprengfalle. Hier untersuchen afghanische Zivilisten das Fahrzeug.
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Guttenberg besucht Soldaten in Feisabad
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Guttenberg besucht Soldaten in Feisabad
Frühstück mit den Soldaten in Masar-i-Sharif.
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Ein Spähpanzer Fennek fährt am Mittwoch in Kundus durch das Feldlager.
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Der Eagle IV: Als Reaktion auf die verschärfte Sicherheitslage in Afghanistan bestellt die Bundeswehr im Eilverfahren noch 60 solcher gepanzerter Fahrzeuge.
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Verteidigungsminister Guttenberg: "Afghanistan bleibt ein gefährlicher Ort. Der Einsatz bleibt einer, der nicht ohne Risiken ist."
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Verteidigungsminister zu Guttenberg ehrt im Feldlager Kundus der Bundeswehr US-Soldaten, die die Verwundeten und Toten aus der Kampfzone geflogen hatten.
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Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg auf dem Weg nach Afghanistan.
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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sitzt auf dem Flug vom Feldlager Mazar-I-Scharif nach Kundus in einem CH53 Hubschrauber.
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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat bei seinem Truppenbesuch in Afghanistan erstmals die deutschen Soldaten im nordostafghanischen Feisabad getroffen. Guttenberg spricht hier im Feldlager Masar-I-Scharif der Bundeswehr am Abend vor Soldaten.
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Sie haben lernen müssen, Verantwortung auch für eine Situation zu übernehmen, die ein Krieg, den sie nicht wollten, verursacht hat. Sie sind alles Mögliche, nur in aller Regel nicht der naive oder böswillige Popanz, den die große Mehrheit unserer politischen und medialen Elite aufbaut, um dann auf ihn einzuschlagen. (Sie sind im Übrigen zu großen Teilen auch viel klüger als die Plakat-Parolen der Linkspartei, die sie hinter sich zu versammeln sucht.)
Wenn unsere Regierung wirklich einen gesellschaftlichen Konsens herstellen wollte über die richtige Afghanistan-Politik, über den richtigen Weg zur Verteidigung unserer Freiheit - dann sollte sie endlich den Schatz heben, der in den Zweifeln so vieler Bürgerinnen und Bürger steckt. Wenn sie für ihr kriegerisches Handeln ebenso humanitäre Gründe hat wie die Gegner für ihre Kritik - und das Gegenteil muss man nicht unterstellen -, dann sollte sie die Frage nach friedlich(er)en Alternativen nicht diffamieren, sondern täglich selber stellen. Das läge auch im Interesse der unter Lebensgefahr kämpfenden Soldaten, auf die sie sich so gern beruft.
Diese kritische Selbstprüfung, werden die medialen und politischen Genre-Maler einer Gesellschaft im Krieg erwidern, passe so gar nicht zum Thema. Hier gehe es, sei das Mandat erst mal erteilt, gerade nicht ums tägliche Hinterfragen, sondern - endlich! - um den patriotischen Schulterschluss beim Trauerritual am Ehrenmal.
Wir können, leider inzwischen auch in Deutschland, beobachten, was diese Denke einer Demokratie anhaben kann. Die Mechanismen sind bekannt: Die Komplexität des Problems, also des Kriegsgrundes, verschwindet zugunsten einer weltfremd pauschalen Bezeichnung für alles Feindliche, hier: "die Taliban". Wer nachfragt, wird symbolisch ausgeschlossen aus der Gemeinschaft der Patrioten und Freiheits-Verteidiger. Wer den Ausgang aus dem Krieg sucht, gilt als naiv, gefährlich oder gefährlich naiv. Allgemein gesagt: Die Front hat sich längst in die Heimat geschlichen. Und das hat keiner Demokratie je gutgetan.
Wenn Angela Merkel am Donnerstag im Bundestag spricht, sollte sie es einmal ganz anders angehen. Sie sollte versuchen, ihr Ja zum Kampf in Afghanistan so zu begründen, dass auch ein Pazifist sie versteht. Auch damit hätte sie etwas getan für Freiheit und Demokratie.