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Luftangriff der Bundeswehr: Spurensuche in Kundus

Ein deutsches Journalistenteam porträtiert die Angehörigen der Bombenopfer am Kunduz-Fluss vom 4. September. Die Bilder werden in einer Berliner Ausstellung Berlin gezeigt. FR-online.de zeigt einige von ihnen.


Foto: Marcel Mettelsiefen

Dass diese Porträts zustande kamen, ist vor allem einem jungen Afghanen zu verdanken. Ein 26-jähriger aus Kunduz knüpfte die Kontakte zu Dorfältesten, schließlich zu den Angehörigen der Opfer, die bei der Bombardierung am Kunduz-Fluss am 4. September 2009 ums Leben kamen. Auf deutschen Befehl.

Auch der 26-jährige, erzählt Fotograf Marcel Mettelsiefen, verlor bei der Bombardierung Verwandte. So kamen die Väter, Onkel, Brüder der Getöteten zum Fototermin nach Kunduz, in ein leer stehendes Gästehaus.

Skeptisch, ja; misstrauisch gegenüber dem Fotografieren an sich,"aber nicht feindselig", erzählt der Fotograf. Lange erklärten er und sein Reporter-Kollege Christoph Reuter ihr Vorhaben: zu dokumentieren, "wer tatsächlich ums Leben kam, wie viele Opfer es wirklich gab". "Zwischen 17 und 142" Opfer schätzt der Nato-Bericht. Die Reporter kamen auf genau 90 Tote - wie viele Taliban-Anhänger, wie viele Zivilisten, das lasse sich nicht sagen. Wie schon beim Angriff nicht.

Die Deutschen würden weiter "gemocht" in der Region, sagt Mettelsiefen. Doch die Afghanen erwarteten konkrete Hilfe. Vor allem wollten sie eines: ein Wort des Beileids, vor Ort persönlich überbracht - nicht bloß ein Statement aus Berlin. (two)

Das Bild zeigt Nur Jan, 27, Bauer. Er lebt in einem Gehöft nahe der Furt, an der die zwei Tanklaster bombardiert wurden. "Wir standen um kurz nach ein Uhr nachts auf, um das letzte Nachtmahl vor dem Morgen zu bereiten. Es war ja Ramadan. Dann bekam ich mit, was draußen los war, lief hin - und gerade als ich angekommen war, gab es diese gewaltige Explosion. Als ich wieder zu mir kam, war meine rechte Hand nur noch ein blutiger Klumpen." Verwandte fanden ihn, und sein Bruder brachte ihn im Taxi nach Kunduz. Von dort kam er zur Behandlung nach Kabul und nach Pakistan. Alle Fotos: Marcel Mettelsiefen

Sehen Sie auf den nächsten Seiten einige Fotos aus der Ausstellung - und die Geschichten der Porträtierten.

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Datum:  28 | 4 | 2010
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