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Mögliche Entführung in Afghanistan: Zwei Deutsche in Afghanistan vermisst

In Afghanistan werden zwei Deutsche vermisst. Außenminister Guido Westerwelle schließt eine Entführung nicht aus. Die Identität der der beiden Opfer ist noch offen.

Blick über Wälder und Berge in Afghanistan. In dem Land werden zwei deutsche Staatsbürger vermisst.
Berlin –  

Zwei Deutsche werden nach Angaben des Auswärtigen Amtes seit vier Tagen in Afghanistan vermisst. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte am Dienstag in Berlin, dass die beiden deutschen Staatsbürger im Norden des Landes womöglich entführt worden sind. Man suche intensiv nach den Männern und stehe in ständigem Kontakt zu den zuständigen Behörden, sagte Westerwelle.

Nach afghanischen Angaben waren die beiden Männer am vergangenen Freitagmorgen zu einer Bergtour am Salang-Pass in der Provinz Parwan, nordwestlich der Hauptstadt Kabul, aufgebrochen. Weil sie bis 18 Uhr nicht zum vereinbarten Treffpunkt zurückgekehrt waren, alarmierte ihr afghanischer Fahrer die Polizei. Nach Angaben des Gouverneurs von Parwan handelt es sich bei den beiden um Entwicklungshelfer. Nach Recherchen der Frankfurter Rundschau ist einer der Männer bei der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) beschäftigt, der andere arbeitet für ein christliches Hilfswerk.

Bundeswehr in Afghanistan

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Alltag in Afghanistan

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Zuletzt sollen die beiden Deutschen am Freitagnachmittag in Begleitung von drei bewaffneten Männern gesehen worden seien. Seither gebe es keinerlei Kontakt zu ihnen, erfuhr die FR. Ein Sprecher der Taliban dementierte, etwas mit der Angelegenheit zu tun zu haben. Deutsche Stellen vermuten einen kriminellen Hintergrund für die Tat.

In den vergangenen Jahren hat sich in Afghanistan eine regelrechte Entführungsindustrie etabliert, der nicht nur westliche Entwicklungshelfer und Geschäftsleute zum Opfer fallen, sondern viel häufiger auch wohlhabende oder vermeintlich wohlhabende Afghanen. In der Regel kommen die Betroffenen gegen die Zahlung eines Lösegeldes wieder frei. Nicht ungewöhnlich ist es nach Angaben aus Sicherheitskreisen, dass Geiseln im Laufe einer Entführung immer wieder von unterschiedlichen Gruppen gefangen gehalten werden. Sie werden einfach „weitergereicht“.

Das Auswärtige Amt wollte keine näheren Angaben zu den Betroffenen machen und auch nicht bestätigten, dass es sich um Entwicklungshelfer handele. Der Krisenstab habe sich des Falls angenommen. Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam teilte auf Anfrage mit, dass nach ihren Erkenntnissen keine deutschen Soldaten vermisst würden.

Westlich von Kundus verübten Aufständische am Dienstag einen Sprengstoffanschlag gegen die Bundeswehr. Bei der Detonation eines Sprengsatzes seien drei afghanische Soldaten leicht verletzt worden, Bundeswehrangehörigen blieben unverletzt. Der mutmaßliche Attentäter sei nach der Explosion in einem nahen Gehöft festgenommen worden.

Autor:  Steffen Hebestreit
Datum:  23 | 8 | 2011
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