Auch nach den jüngsten Gewaltfällen hält die Bundeswehr am Konzept des Partnering mit afghanischen Sicherheitskräften fest. General Markus Kneip wird unterdessen nach Deutschland ausgeflogen, um seine Verbrennungen behandeln zu lassen.
Der deutsche General Markus Kneip wurde bei einer Taliban-Attacke auf einen Gouverneurssitz in Nordafghanistan verletzt. (Archivfoto von 2006)
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Der deutsche General Markus Kneip wurde bei einer Taliban-Attacke auf einen Gouverneurssitz in Nordafghanistan verletzt. (Archivfoto von 2006)
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Berlin –
Nach dem verheerenden Sprengstoffanschlag im nordafghanischen Talokan am Samstag wird der deutsche Kommandeur, Generalmajor Markus Kneip, zur Behandlung seiner Verletzungen für drei Wochen nach Deutschland ausgeflogen. Das Kommando über die 5000 deutschen Soldaten in Nordafghanistan wird Brigadegeneral Dirk Backen übernehmen, der gemeinsam mit Kneip seit Februar in Afghanistan ist.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wird Kneip, der bei dem Anschlag Verletzungen im Gesicht, an der Hand und am Arm davongetragen haben soll, wegen seiner Verbrennungen in Deutschland behandelt werden. Am Freitag will Kneip an der zentralen Trauerfeier für die drei Bundeswehrsoldaten teilnehmen, die vergangene Woche bei Anschlägen in Talokan und Kundus gefallen sind. Darum hatte er im Gespräch mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) gebeten.
Der afghanische Geheimdienst NSD widersprach in einem ersten Untersuchungsbericht der Darstellung, dass es sich bei dem Anschlag im Gouverneurspalast von Tachar um ein Selbstmordattentat handelte. Laut NSD wurde der Sprengstoff bereits vor einigen Tagen in dem Gebäude vergraben und am Samstag von den Attentätern zur Detonation gebracht, als die Delegation von Kneip mit dem örtlichen Gouverneur sowie dem Polizeichef von Nordafghanistan, Daud Daud, aus einem Büro trat. Daud wurde getötet, Kneip und der Gouverneur verletzt.
Einsatz in Afghanistan
Bildergalerie ( 26 Bilder )
Ein deutscher Marder-Schützenpanzer der schnellen Eingreiftruppe pflügt im Marmal-Gebirge bei Masar-i-Scharif während einer Übung durch den Sand.
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Deutsche Soldaten während einer Schießübung in Kunduz. Seit 2009 mehren sich die Feuergefechte zwischen der Bundeswehr und afghanischen Terroristen.
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Soldaten der Quick Reaction Force (QRF) bergen in Mazar-i-Sharif in Afghanistan während einer Gefechtsübung einen "Verwundeten".
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Einsatz bei Tag und Nacht. Soldaten der QRF proben in den Marmal Bergen nahe Mazar-e-Sharif in Afghanistan in totaler Dunkelheit den Ernstfall.
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Ein deutscher CH-53 Hubschrauber der ISAF landet in Feyzabad, nördlich von Kabul.
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Gefährlicher Einsatz. Bundeswehrsoldaten sichern in Kundus die Hauptstrasse nach Kabul. Immer wieder kommt es dabei zu Angriffen von Taliban-Kämpfern.
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Ein Soldat der Bundeswehr steht in Kundus an einer Strassensprerre. In der Nacht zuvor waren erneut zwei Raketen auf das Feldlager abgeschossen worden.
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Alltag für die Soldaten. Einsatz für die Bundeswehr an einer Straßensperre in Kundus.
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Patrouillenfahrt. Soldaten der Quick Reaction Force (QRF) fahren in Masar-i-Sharif in Fahrzeugen vom Typ "Fuchs" und "Dingo".
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Ruhephase. Ein Bundeswehrsoldat der QRF lehnt in den Marmal Bergen nahe Masar-I-Sharif in Afghanistan während einer Übungspause an einem Bundeswehr-Fahrzeug des Tys "Dingo".
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Deutsche Soldaten observieren die Gegend während einer Mission in der Region von Kunduz.
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Deutscher Bundeswehrsoldat trifft afghanisches Kind - aufgenommen in einem Dorf in der Region von Kunduz.
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Feldjäger der Bundeswehr patrouillieren in Mazar-i-Sharif. Der Kontakt zu den Einheimischen gilt als ebenso notwendig wie gefährlich, da es gerade während der Patrouillen immer wieder zu Anschlägen kommt..
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Ohne Übersetzer ist die Kommunikation mit den Bewohnern eines Dorfes in der Region von Kunduz für die deutschen Soldaten nur schwer möglich.
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Soldaten der Bundeswehr laufen über einen Markt in der Stadt Kundus im afghanischen Kundus Patrouille.
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Bundeswehrsoldaten der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan rauchen nach dem Einsatz an einer Straßensperre der Bundeswehr in Kundus in Afghanistan im Feldlager. An ihrem Checkpoint hatten die Soldaten Schüsse auf einen herannahenden Wagen abgeben müssen, um diesen zum Anhalten zu zwingen. Verletzt wurde niemand.
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Ärzte der Bundeswehr versorgen einen verletzten Afghanen im deutschen Camp in Kunduz.
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Der Mann war von einer Kugel getroffen worden.
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Auch die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte gehört zu den Aufgaben der Bundeswehr. Hier werden bei Masar-i-Scharif im Camp Mike Spann Soldaten der Afghanischen Nationalarmee ANA trainiert.
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Auch Waffenkunde gehört zu den Ausbildungseinheiten der Bundeswehr für das afghanische Militär.
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Ein Bundeswehrsoldat bildet im Feldlager der Bundeswehr in Feyzabad in Afghanistan afghanische Polizisten aus. Bei der Übung kommen allerdings nur Waffenattrappen zum Einsatz.
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Ein Polizist der Afghan National Police (ANP) führt in Aibak in der Provinz Samangan in Afghanistan im Rahmen der Ausbildung duch Feldjäger der Bundeswehr eine Durchsuchung durch. Feldjäger der Bundeswehr trainieren in den nördlichen Provinzen Afghanistans Polizisten der ANP.
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Wachsoldat vor dem deutschen Feldlager in Masar-i-Sharif.
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Der deutsche Oberst Georg Klein geriet in die Kritik, weil er US-Luftunterstützung im Kampf gegen zwei Tanklaster bei Kundus angefordert hatte.
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Bei dem von einem deutsche Oberst angeforderten US-Luftangriff auf zwei Tanklaster bei Kundus sterben mindestens 135 Menschen, unter ihnen viele Zivilisten, auch Kinder.
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Was macht die Bundeswehr in Afghanistan? Welche Aufgaben haben die deutschen Soldaten? Die Bilder internationaler Fotografen dokumentieren den Einsatz im Hindukusch. Hier trainieren Soldaten der Quick Reaction Force (QRF) in Mazar-i-Sharif für den Ernstfall.
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Fotostrecken Politik
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Der Attentäter soll die Uniform der afghanischen Polizei getragen haben. Bei der Bundeswehr hieß es hingegen, man gehe weiter von einem Selbstmordanschlag aus, die Untersuchungen der Feldjäger seien aber nicht abgeschlossen.
Der deutsche Reservistenverband plädierte am Montag dafür, ungeachtet der jüngsten Anschläge am Konzept des Partnering mit afghanischen Sicherheitskräften festzuhalten. „Wir verfolgen mit unseren Bündnispartnern das Ziel, wieder Sicherheit in Afghanistan herzustellen“, sagte Verbandspräsident Gerd Höfer. „Das ist nur möglich, wenn wir am Prinzip der Zusammenarbeit festhalten und den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen.“ Ähnlich hatte sich de Maizière direkt nach dem Attentat geäußert, bei dem am Samstag ein 31-jähriger Hauptfeldwebel aus Hannover und ein 43 Jahre alter Major aus Kastellaun getötet und fünf Bundeswehrsoldaten, darunter General Kneip, verletzt worden waren.
Die neue „Afghanistanstrategie“ der Bundesregierung, die seit knapp anderthalb Jahren gilt, sieht vor, dass die Bundeswehr enger mit afghanischen Einheiten kooperiert, um die Afghanen in die Lage zu versetzen, in absehbarer Zeit selbst für die Sicherheit im Land zu sorgen.
Zugleich sind die Bemühungen massiv verstärkt worden, Soldaten und Polizisten im Land auszubilden. Nach bisherigen Planungen sollen die Soldaten der Internationalen Schutztruppe bis 2014 komplett abgezogen werden, nur einige tausend westliche Militärberater sollen bleiben, um die afghanische Armee zu unterstützen. Damit, so zumindest die Kalkulation in vielen westlichen Hauptstädten, könnte das Kapitel Afghanistan geschlossen werden, ohne dass die Nato sich eingestehen muss, dort eine empfindliche Niederlage erlitten zu haben.