Der Schneidige: Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)
Er erbt die Kundus-Affäre, als er neuer Verteidigungsminister wird. Guttenberg will einen neuen Stil im Amt prägen, Klartext sprechen, in der Truppe punkten. So erklärt er am 6. November, der Luftangriff sei nicht nur "militärisch angemessen" gewesen, sondern ungeachtet aller Verfahrensfehler auch "zwingend". In den nächsten Wochen scheinen ihm dennoch Zweifel zu kommen: Ende November drängt er Schneiderhan und Wichert zum Rücktritt, weil er sich von ihnen schlecht informiert fühlt. Kurz darauf macht er eine komplette Kehrtwende und erklärt den Angriff für "militärisch nicht angemessen". Diese Wende sowie der Rausschmiss der Ministeriumsspitze mit zumindest fragwürdiger Begründung bringt den neuen Minister nun in Bedrängnis.