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Eintracht-Stürmer Amanatidis: „Das Leistungsprinzip zählt nicht“

Eintracht-Stürmer Ioannis Amanatidis ist nach der deutlichen 0:4-Niederlage gegen Hoffenheim ernüchtert und redet im FR-Interview Klartext, denn Verein und Mannschaft gehen ihm über alles.

        

Ioannis Amanatidis versteht nicht, weshalb er trotz guter Leistungen im Training nicht spielt.
Ioannis Amanatidis versteht nicht, weshalb er trotz guter Leistungen im Training nicht spielt.
Foto: schick

Herr Amanatidis, wie tief sitzt bei Ihnen der Frust?

Frust? Wieso denn das?

Na ja, Sie dürfen gar nicht mehr spielen, nicht mal mehr eine Minute − wie sonst üblich. Sie werden nicht mal mehr eingewechselt. Das wurmt Sie nicht?

Wir haben doch erfolgreich gespielt, da gab es ja keinen Grund, großartig etwas zu verändern. Andererseits will ich natürlich spielen. Sonst wäre ich ja ein schlechter Sportsmann. Zuletzt bin ich kaum mehr berücksichtigt worden. Das kann ich nicht nachvollziehen.

Weshalb werden Sie denn nicht einmal mehr eingewechselt?

Das weiß ich nicht. Die Spieler, die nicht spielen, müssen sich ja übers Training empfehlen. Ich habe immer gut trainiert in den letzten Wochen. Das sage nicht nur ich. Das bestätigen mir alle Trainingsbeobachter. Alle. Also frage ich mich, was es mit dem so genannten Leistungsprinzip auf sich hat. Ich denke, das Leistungsprinzip ist bei uns außer Kraft gesetzt. Es zählt nicht.

Das hört sich aber doch nach einer Menge Frust an.

Nein, es ist eine Feststellung. Ich bin auch nicht emotional oder wütend. Ich bin ganz ruhig. Es ist meine Analyse. Ich stelle mir doch die Frage: Was kann ich tun, wenn ich nicht spiele und keine Einsätze bekomme, um im Spiel auf mich aufmerksam zu machen? Ich kann mich also nur im Training anbieten. Das tue ich. Woche für Woche. Ich habe keine einzige Einheit verpasst, ich bin topfit. Wenn die Leistung im Training auch nicht mehr zählt, dann weiß ich nicht, was noch den Ausschlag geben soll. Dann muss es ja einen anderen Grund geben, damit ich so dermaßen außen vor bin. Welcher Grund das sein könnte, das weiß ich nicht. Ich bin ja nicht Michael Skibbe. Ich finde das Ganze nur ein bisschen komisch, aber okay, ich nehme es so hin. Ich lasse mich hier bestimmt nicht unterkriegen.

Frankfurt - Hoffenheim (0:4)

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Aber es gibt doch auch keinen Grund, Theofanis Gekas...

...ach, es geht doch hier nicht um Gekas. Ich habe immer gesagt, es ist richtig, dass Gekas spielt. Er hat ja oft getroffen. Das ist doch in Ordnung, da gibt es kein Vertun, da gibt es auch kein Wenn und Aber. Mir geht es doch nicht um Gekas.

Um wen denn dann?

Ich will hier nicht über andere sprechen. Das ist nicht mein Ding. Ich spreche über mich. Ich stelle nur fest, dass man während eines Spiels ja auch mal situationsbedingt reagieren muss. Aber egal, wie die Situation ist, ich spiele keine Rolle. Das nehme ich hin. Verstehen muss ich es ja nicht.

Werden Sie das Gespräch mit Trainer Michael Skibbe suchen?

Ich? Nein, ganz bestimmt nicht. Ich behalte meine Haltung bei. Ich erledige hier meine Aufgabe, das mache ich, so gut ich kann. Ich bin kein Störfaktor, ich feuere das Team an und motiviere die Spieler. Darin sehe ich auch meine Aufgabe. Ich habe mit dazu beigetragen, den Verein in der Bundesliga zu stabilisieren. Ich bin schon viele Jahre hier, die Eintracht ist für mich nicht irgendein Verein. Das muss ich wohl nicht mehr extra erwähnen. Ich habe mir, das darf ich sagen, Verdienste um den Klub erworben, darauf bin ich mächtig stolz. Ich habe mir etwas aufgebaut. Meine Position hier wird sich nicht ändern. Die Mannschaft, der Verein geht über einzelne Personen. Und wenn mal wieder etwas in die falschen Bahnen läuft, dann werde ich natürlich wieder eingreifen.

Sie meinen die von Ihnen und einigen anderen Routiniers einberaumte Mannschaftssitzung vor dem Spiel gegen Nürnberg.

Zum Beispiel. Da habe ich und einige andere erfahrene Spieler das Heft in die Hand genommen, weil es kurz vor knapp war. Ich habe da Verantwortung übernommen und sie auf meine Schultern gelegt. Die Reaktion der Mannschaft war ja dann auch gut. Es hat sich gelohnt. Das war die Wende damals.

Würden Sie so eine Krisensitzung in Ihrer jetzigen persönlichen Situation wieder einberufen?

Warum denn nicht? Wenn ich das Gefühl hätte, dass hier etwas aus dem Ruder läuft und in die falschen Bahnen, dann würde ich wieder einschreiten und eingreifen. Ich werde auch in Zukunft lautstark dazwischen gehen, wenn ich die Notwendigkeit sehe. Ich bleibe da meiner Linie treu, der Verein und die Mannschaft gehen mir über alles. Da ist es mir egal, ob ich Einsätze bekomme oder nicht. Da ist es mir egal, wer was über mich denkt oder sagt.

Interview: Ingo Durstewitz

Datum:  21 | 11 | 2010
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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